Polizei

Sämtliche Mörder überführt

Ulrich Kayser leitet das Kriminalkommissariat 11, dem die Mordkommissionen angehören.

Ulrich Kayser leitet das Kriminalkommissariat 11, dem die Mordkommissionen angehören.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.  Die Hagener Kriminalpolizei kann eine perfekte Quote bei der Aufklärung von Tötungsdelikten vorweisen. In den vergangenen sieben Jahren wurden sämtliche Mörder und Totschläger in der Stadt überführt.

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Es war ein abscheuliches Verbrechen, der grausame Höhepunkt einer langjährigen Gewaltorgie: Ösman Ö. (40) erschoss am 7. Dezember in der Familienwohnung am Graf-von-Galen-Ring seine Frau Elif (37) mit einer Pistole und versuchte anschließend, auch seinen Sohn Serdar (19) umzubringen. Dass er dafür vom Landgericht lebenslang hinter Gittern geschickt werden konnte, ist der Hagener Kripo zu verdanken, die dem Mann kurz nach dem Verbrechen die Handschellen anlegte.

Die Behörde kann eine perfekte Quote bei der Aufklärung von Tötungsdelikten vorweisen. In den vergangenen sieben Jahren wurden sämtliche Mörder und Totschläger in der Stadt überführt. Auch bei den meisten anderen in Hagen begangenen Kapitalverbrechen machten die Beamten des Polizeipräsidiums den Täter dingfest. „Auf diese Erfolge sind wir stolz. Sie zeigen, dass wir in Hagen eine leistungsstarke Polizeibehörde haben“, so Polizeipräsident Frank Richter.

Rund um die Uhr in Bereitschaft

Die Ermittlungsfäden bei Kapitalverbrechen laufen im Kriminalkommissariat 11 zusammen. Diese Abteilung untersucht u.a. Tötungs- und Sexualdelikte, Brandstiftung, Entführungen, Körperverletzung und häusliche Gewalt. Aber auch, wenn ein Not- oder Hausarzt auf dem Totenschein eines Verstorbenen „Todesursache unbekannt“ notiert, werden Beamte des KK 11 gerufen um zu prüfen, ob der Tote eventuell gewaltsam aus dem Leben befördert wurde. „Ein solcher Einsatz kommt nahezu täglich vor“, berichtet Polizeisprecher Ewald Weinberger.

Im KK 11 gibt es sechs feste Mordkommissionen, deren vier Mitglieder sich jeweils eine Woche lang rund um die Uhr in Bereitschaft halten müssen. Bei Bedarf werden sie von weiteren Ermittlungsbeamten, Kriminaltechnikern und IT-Spezialisten unterstützt. Jeder Hinweis, jede Spur, die sich im Laufe der Ermittlung ergibt, bekommt eine Nummer und wird systematisch abgearbeitet. Das ist nicht nur wichtig, um in der Flut der Indizien den Überblick zu behalten, sondern auch für eine gerichtsfeste Aktenführung. Denn können die Beamten ihre Vorgehensweise vor Gericht nicht belegen, kann das die gesamte Beweisführung ins Wanken bringen. Daher wird jedes Schriftstück akribisch abgelegt, vor allem bei langwierigen Ermittlungen füllen sich so ganze Aktenbände. Auch im Zeitalter des Computers ist Polizeiarbeit Papierarbeit geblieben, es wäre aufgrund der vielen notwendigen Unterschriften nicht möglich, eine Untersuchung auf rein digitaler Basis zu führen.

Mord verjährt nie

Zum Abschluss des Tages treffen sich alle Mitglieder einer Mordkommission, um die Ergebnisse zusammenzufassen und das weitere Vorgehen zu beratschlagen. In Hagen ist diese Strategie fast immer von Erfolg gekrönt. Das letzte Tötungsdelikt, das die Beamten nicht aufzuklären vermochten, war der Mord an dem Immobilienkaufmann Wolfgang Schepp (56), der in den Abendstunden des 9. Novembers 2006 in seiner Emster Villa von unbekannten Räubern erschossen wurde.

Über 18.000 Seiten dick ist die Reihe der auf vier Meter angewachsenen Aktenordner in dem Fall inzwischen, 2009 tauchte eine wertvolle Uhr aus dem Besitz des Opfers auf, was den Ermittlungen noch einmal Schub verlieh. Zwar gelang es der Mordkommission Bergruthe nicht, die Verbrecher zu fassen, doch die Fahnder um Kriminalhauptkommissar Neumann geben nicht auf: „Die Täter sollten eines nicht vergessen - Mord verjährt nie. Und die Zeit arbeitet für uns.“

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