Bildung

Schiffeversenken für Physik-Fans an der Fachhochschule Hagen

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Christian Feldmann und Stefan Müller von der Bezirksregierung Arnsberg sowie Dekan Prof. Dr. Sven Exnowski (v. li.) beim Finale von Physik Aktiv an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen.

Christian Feldmann und Stefan Müller von der Bezirksregierung Arnsberg sowie Dekan Prof. Dr. Sven Exnowski (v. li.) beim Finale von Physik Aktiv an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen.

Foto: Alexander Althöfer / Fachhochschule Südwestfalen

Hagen.  Klebeband und Eierkartons – daraus starke Lastschiffe zu basteln, war Schüler-Aufgabe bei der Konkurrenz „Physik Aktiv“ an der FH Hagen.

Pädagogisch wertvoller kann man Schiffe eigentlich nicht versenken. Denn in diesen stolzen Schiffen, die dann doch irgendwann von ihrer Fracht unter Wasser gedrückt werden sollten, steckte die stundenlange Tüftelei ihrer Konstrukteurinnen und Konstrukteure. All das gibt es so nur bei Physik Aktiv. Das Finale wurde jetzt an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen ausgetragen.

„Physik Aktiv“ ist eine Aktion der Bezirksregierung Arnsberg. Sie soll der Physikbegeisterung von Schülerinnen und Schülern der Klassen fünf bis acht charmant auf die Sprünge helfen. Und dass diese Idee vollends aufgeht, war beim Finale im Audimax der Fachhochschule Südwestfalen hautnah zu erleben.

Man muss sich das so vorstellen: Etwa 150 Schülerinnen und Schüler bilden etwa 50 schulinterne Teams. Die Teams bekommen eine Aufgabe sowie das dafür nötige Material. Und dann, dann geht‘s los.

Herausforderung für Tüftler

Die Teams ziehen sich teilweise in die hintersten Nischen des riesigen Hörsaals zurück. Um konzertiert zu arbeiten. Und vielleicht auch, um ihre Ideen vor Nachahmern zu schützen. Und dann werden die Köpfe zusammengesteckt. Es wird getüftelt, gebastelt, geklebt, gebaut. Und das teilweise auch immer wieder von vorne. Bis die vermeintlich beste Lösung für die Aufgabe gefunden ist.

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Die Aufgabe besteht immer darin, etwas zu erschaffen, zu bauen. Dieses Mal sollte es ein Schiff sein. Als Baumaterial bekam jedes Team drei Eierkartons sowie Garn oder Klebeband. Mehr nicht.

Und das Schiff von Eierpappe sollte dann möglichst viel Ladung aufnehmen können, bevor es Wasser schluckt und schließlich in den Fluten einer Plastikwanne kentert. Gewonnen hat das Team, das vor der Havarie am meisten Fracht getragen hatte.

Den besten Bauplan sofort im Kopf

Und dann stehen die Teams da mit ihrer Aufgabe und ihrem Material. Einige legen sofort los. Vielleicht, weil sie den besten Bauplan sofort im Kopf haben. Andere beraten erst einmal in aller Ruhe. So wie das reine Mädchenteam von Ruth, Mulia, Matilda und Emma. Alle elf Jahre alt. „Es war nicht so einfach, sich auf einen Plan zu einigen“, sagt Emma und seufzt vielsagend, „aber jetzt haben wir einen Kompromiss.“

Wie der aussieht? Die Mädchen setzen voll auf die Karte Klebeband. Damit sollen die Kartons von unten gegen das Wasser geschützt werden.

Unterschiedliche Strategien

Eine andere Gruppe hält von dieser Idee eher wenig. David, Sebastian und Tjade sind schon etwas älter. 12 und 13 Jahre alt. Und sie setzen auf viel Tragfläche. „Die eigentliche Ladefläche ist eher klein, dafür haben wir aber viele Träger eingebaut“, erklärt Sebastian. Er ist sich sicher, dass dieser Plan aufgeht – beziehungsweise nicht untergeht.

Wer dann am Ende wirklich das tragfähigste Konzept hatte, ist vielleicht gar nicht so wichtig. Denn gewonnen hat in jedem Fall die Physik. „Hier werden Ideen entwickelt, ausprobiert und vielleicht auch wieder verworfen. Dahinter stecken Denkprozesse, die die Physik ausmachen. Und ganz nebenbei ist hier Teamwork gefragt. Das ist schon ein toller Wettbewerb“, sagt Organisator Christian Feldmann von der Bezirksregierung Arnsberg.

Der würde sich übrigens über weitere Sponsoren für die Veranstaltung freuen. „Wir wollen weiter experimentieren. Um unser Konzept so weiterzumachen, brauchen wir aber Unterstützung“, so Feldmann.

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