Krimiworkshop

Schloss Hohenlimburg bietet Anregungen

Krimi-Autorin Dr. Birgit Ebbert (rechts) gibt den Teilnehmern des Krimiworkshops Petra Ritschel (mitte) und Sabine Schmidt Tipps und Anregungen´.

Krimi-Autorin Dr. Birgit Ebbert (rechts) gibt den Teilnehmern des Krimiworkshops Petra Ritschel (mitte) und Sabine Schmidt Tipps und Anregungen´.

Foto: Marc Miertzschke

Hohenlimburg.   Unter Anleitung der Hagener Krimi-Autorin Dr. Birgit Ebbert erproben Kursteilnehmer, was es heißt, eine gute Kriminal-Geschichte zu entwickeln.

Am Ende des Tages sitzen die Frauen zufrieden im sonnigen Schlosshof. Hart haben sie gearbeitet, mehrere Menschen „umgebracht“ – Männer und Frauen, auch ein Kind musste dran glauben. „Unsere Mordlust war kaum zu zügeln“, erzählen die „Täterinnen“ mit einem Schmunzeln. Blut klebt aber nicht an ihren Händen, höchstens ein bisschen Tinte.

Denn die Morde haben nur auf dem Papier stattgefunden, als Ergebnis eines Krimiworkshops der Volkshochschule Hagen. Einen ganzen Tag lang konnten die Teilnehmer im besonderen Ambiente des Hohenlimburger Schloss unter Anleitung der Hagener Krimi-Autorin Dr. Birgit Ebbert praktisch erproben, was es heißt, eine gute Kriminal-Geschichte zu entwickeln und zu Papier zu bringen. „Ich rate den Autoren immer dazu, sich schon vor dem Schreiben grob zu überlegen, wie die Geschichte beginnen und enden soll“, sagt Ebbert, die bereits eine ganze Reihe eigener Bücher veröffentlicht hat. „Sonst schreibt man vor sich hin und kommt doch nicht voran, weil man nicht weiß, wo es hingehen soll.“

Nicht der klassische Krimi

So wird zu Beginn des Workshops auch erst einmal über den Plot, die Handlung der Geschichte gesprochen. Im Fokus steht heute nicht der klassische Krimi, in dem ein Ermittler den Täter versucht zu fangen. Die Teilnehmer sollen stattdessen aus der Täterperspektive eine mörderische Kurzgeschichte schreiben. Kein einfaches Unterfangen, sich in die Psyche eines Mörders zu versetzen. „Das war schon eine Herausforderung, aber das hat mir an diesem Workshop auch sehr gut gefallen“, erzählt die Hohenlimburgerin Petra Ritschel. In Ebberts Workshop ist die Hobby-Autorin bereits „Wiederholungstäterin“, auch den vorigen im vergangenen November hat sie schon besucht. „Ich bin ein bisschen brutaler in meiner Geschichte geworden“, sagt Ritschel. Die im Workshop entstandenen Krimis spielen im und am Schloss. „Das alte Gemäuer ist selbst ein Gebäude mit Geschichte, dass ist schon sehr inspirierend für das Verfassen eigener Erzählungen“, so Ebbert.

Bei einem Rundgang schauen sich die Kurs-Teilnehmer die Räume und Außenanlagen von Schloss Hohenlimburg ganz genau an: Palas und Dachboden, Wehrgang und Bergfried. „So haben wir einen Eindruck von Orten bekommen, wo gemeuchelt werden kann.“ Beim ersten Kurs im vergangenen Jahr lief gleichzeitig die Hochzeitsmesse im Schloss. „Die wurde auch direkt in die Handlung eingebaut.“ Natürlich regt die Schwarze Hand ganz besonders zum Nachdenken über mittelalterliche Folter- und Strafmethoden an. „Auch aus diesen blutigen Geschichten kann man sich gute Idee holen“, weiß Krimi-Expertin Ebbert. Nach der Schloss-Führung bringen die Autorinnen ihre Ideen zu Papier - und einige Charaktere um die Ecke.

Sabine Schmidt ist dafür sogar eigens aus Ennepetal angereist, um unter der Anleitung von Birgit Ebbert zu schreiben. Kurzgeschichten zu verfassen ist eines ihrer Hobbys, sie schreibt bevorzugt im Fantasy-Genre. „Auch dafür bietet das Schloss hier natürlich sehr gute Anregungen.“ Emsig lassen alle ihrer Kreativität freien Lauf, bei Fragen steht Birgit Ebbert unterstützend zur Seite. Mit der Tagesbilanz sind Kursleiterin und Teilnehmer am Ende gleichermaßen zufrieden: Mehrere Tote und vier bis fünf handgeschriebene Seiten der eigenen Kurzgeschichte in der Hand der Autorinnen.

Erstaunt sind Teilnehmer und Kursleiterin dann doch noch über einen Fakt: In allen Geschichten der Autorinnen waren Männer die Täter. „Deshalb arbeite ich immer wieder gerne mit Menschen an Geschichten“, berichtet Ebbert über ihre Arbeit als Dozentin des Workshops. „Ich weiß nie, in welche verschiedene Richtungen sich die einzelnen Geschichten im Laufe des Tages entwickeln werden.“

Hintergrund

Der nächste Krimiworkshop von und mit Dr. Birgit Ebbert soll im kommenden November stattfinden. Dr. Birgit Ebbert wird dann in den Elbershallen in Hagen die kriminalistische Kreativität in den Teilnehmern freisetzen.

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