Kulturveranstaltung

Schloss-Spiele: Knapp 200 Besucher bei Gottesdienst

Hohenlimburger Chor "La Voce" beim Gottesdienst zu den Schloss-Spielen 2019

Hohenlimburger Chor "La Voce" beim Gottesdienst zu den Schloss-Spielen 2019

Foto: Frauke Höller

Hohenlimburg.  Knapp 200 Menschen beim traditionellen Gottesdienst der Schloss-Spiele. Glaubensfest von Katholiken und Protestanten.

„Pastor Reinhard Edeler hat damals nach dem Segen gesagt, dass es Kultur ist, einen Gottesdienst zu halten“, erinnert sich Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss an den ökumenischen Gottesdienst bei den Schloss-Spielen im Jahr 2001 zurück. „Das Schönste daran sei aber die Ess- und Trinkkultur danach.“

Am gestrigen Sonntag lud der Freundeskreis Schloss-Spiele wie jedes Jahr zum Auftakt der Kulturveranstaltung zu einem gemeinsamen katholischen und evangelischen Gottesdienst in den Schlossgarten ein.

„Der ökumenische Gottesdienst gehört bei uns einfach zu den Schloss-Spielen dazu“, sagte Carsten Kunz, Vorsitzender des Schloss-Spiel-Vereins, „egal, ob jemand katholisch oder evangelisch ist, wir möchten etwas bewegen. Genau wie mit den Schloss-Spielen selbst – und gegen alle Widerstände Kultur machen.“ Die christliche Veranstaltung ist seit vielen Jahren fester Bestandteil im Programm der Kulturreihe am Schloss. „Nächstenliebe ist etwas, das mit unserem Verständnis von Miteinander einhergeht. Wir glauben schließlich, dass die christlichen Werte auch unserem Wertebild entsprechen“, sagt Kunz.

„Tüchtige und treue Diener“

In diesem Verständnis kamen am Sonntagmorgen knapp 200 Menschen auf dem Schlossberg zusammen, um zu singen, zu beten und gemeinsam Zeit zu verbringen. Die ökumenische Veranstaltung fand unter dem Motto „Tüchtige und treue Diener“ statt und interpretierte die diesjährigen Schloss-Spiele auf christliche Art und Weise. Eröffnet wurde der Gottesdienst mit einer musikalischen Einlage des Akkordeonorchesters und einer Begrüßung durch den Vorsitzenden vom Freundeskreis Schloss-Spiele Hohenlimburg, Carsten Kunz.

Neben den Auftritten des Hohenlimburger Chors „La Voce“ mit Gospel-Liedern wie „This little light of mine“ und klassischem Kirchen-Repertoire wie „Lobe den Herrn meine Seele“ hielt Pfarrer Johannes Bevers die Predigt. Darin griff er das Hauptstück der diesjährigen Schloss-Spiele, „Warten auf Godot“, das Engagement der Künstlerinnen und Künstler sowie ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer auf.

Sinnhaftigkeit des Lebens

„Dass das Leben Sinn ergibt, zieht sich wie ein roter Faden durch die Bibel“, sagte Bevers in seiner Predigt, „und die Existenz der Schloss-Spiele zeigt, dass viele Menschen der Überzeugung sind, dass es etwas Sinnstiftendes im Leben gibt.“ Bevers betonte außerdem, dass es im Leben nicht nur um „virtuelle Spielchen“ gehe, sondern viel mehr um zukunftsorientiertes Nachdenken – wie es auch in „Warten auf Godot“ aufgegriffen wird. „Es geht um die Bewältigung der Zukunft auf dem Weg himmelwärts“, predigte Johannes Bevers. Er hielt den Gottesdienst gemeinsam mit dem katholischen Pastor Werner Kinold vom Pastoralteam St. Bonifatius Hohenlimburg. Zum Abschied folgte der Segen und ein musikalischer Ausklang des Akkordeonorchesters.

Gemeinsam Feiern

Für alle Gäste gab es im Anschluss an den Gottesdienst die Möglichkeit, Kaffee und Kuchen sowie andere Getränke und Speisen auf dem Gelände im Schlossgarten zu erwerben. Für die Kinder unter den Besucherinnen und Besuchern organisierte die Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Hohenlimburg eine „Kinderkirche“. Parallel zum eigenen Gottesdienst konnten die Jungen und Mädchen unter Beaufsichtigung im Schlossgarten ein „Schöpfungsbuch“ basteln, das mit Geschichten, Rätseln und Bildern ausgefüllt war. Schon in den vergangenen Jahren war der Gottesdienst stark besucht. Trotz der hohen Temperaturen kamen viele Gläubige zu dem Fest in den Schlossgarten. Für Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss ebenfalls eine Selbstverständlichkeit; für ihn gibt es einen einfachen Grund, in einer Ökumene Gottesdienst zu feiern: „Die theologischen Unterschiede kann doch selbst der liebe Gott nicht erkennen.“ Doch es waren nicht nur regelmäßig Kirchgänger, die den Gottesdienst am Sonntagmorgen aufsuchten. Heidrun Schöller besucht die Kirche normalerweise nicht oft: „Aber hier im Schlossgarten, gemeinsam mit jüngeren und älteren, christlichen oder unchristlichen Menschen zu sitzen, und gemeinsam zu singen und gedenken, macht mir Freude und deshalb komme ich gerne her.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben