Bildung

Schüler in Hagen-Haspe konstruiert Drohne aus 3D-Drucker

Merlin Muth fachsimpelt mit den Lehrern Heiko Trabhardt (links) und Hajo Müller.

Merlin Muth fachsimpelt mit den Lehrern Heiko Trabhardt (links) und Hajo Müller.

Foto: Michael Kleinrensing

Haspe.   Merlin Muth (19), angehender Abiturient der Gesamtschule Haspe, hat eine Drohne entworfen und sie mit Hilfe eines 3D-Druckers flugfähig gemacht.

Mit Drohnen hatte Merlin Muth (19) eigentlich nicht viel am Hut. Umso bemerkenswerter ist es, dass er inzwischen selbst ein solches Fluggerät konstruiert hat. Noch erstaunlicher: Die meisten Komponenten seiner Drohne stammen aus einem 3D-Drucker. Sein außergewöhnliches Werk wird der angehende Abiturient als besondere Lernleistung in seine bevorstehende Reifeprüfung an der Gesamtschule Haspe einbringen.

Herausragendes Projekt

Eine besondere Lernleistung ist ein herausragendes Projekt und wird quasi wie ein fünftes Abiturfach gewertet. „Und was Merlin geleistet hat, verdient in der Tat höchste Anerkennung“, ist Schulleiter Lars Budde voll des Lobes für den Schüler.

Budde führt das Bravourstück des Schülers nicht zuletzt auf den Umstand zurück, dass die Hasper Lehranstalt als eine von nur 50 Schulen in Nordrhein-Westfalen in der Sekundarstufe II das Fach Technik anbietet: „Das hat bei uns gute Tradition, umso mehr freut es uns, wenn solche Ergebnisse dabei herauskommen.“

Dienstag in der FH-Tag

Am Anfang war der 3D-Drucker. Als sein früherer Techniklehrer Merlin Muth anspornte, sein Abitur mit einer besonderen Lernleistung abzurunden, stand für ihn fest, dass er etwas mit Hilfe des schuleigenen Druckers konstruieren wollte. Schließlich entscheid er sich für den Bau einer Drohne.

Unterstützung erhielt er von seinen Lehrern Hajo Müller (Technik) und Heiko Trabhardt (Informatik) sowie von Dirk Berben, Professor für Physik und Lichttechnik an der Fachhochschule Südwestfalen (FH), mit dem er nun regelmäßig einmal pro Woche zusammenarbeitete: „Der Dienstag war mein FH-Tag.“

Einzelne Teile aus Karbon

Berben riet ihm auch, die Drohne nicht aus einem Stück herzustellen, sondern einzelne Teile aus Karbon zu drucken und anschließend zusammenzufügen. Außerdem stellte er ihm den leistungsfähigeren 3D-Drucker der Hochschule zur Verfügung.

Lediglich die Rotoren, deren Oberfläche für die Herstellung im Drucker zu fein und eben ist, musste der Schüler kaufen. Finanzielle Hilfe erhielt er von zwei Privatpersonen, die ihm 700 Euro zur Verfügung stellten: „Ich habe auch versucht, einige Firmen als Sponsoren zu gewinnen, aber die haben alle abgewunken“, berichtet er.

30-seitige Dokumentation

Bevor er die Drohne als besondere Lernleistung ins Abitur einbringt, will er sie noch mit einer Kamera und Füßen, auf denen sie landen kann, versehen. Mittlerweile hat er Gefallen daran gefunden, den Kopter in die Luft zu schicken: „Von oben sieht die Welt viel spannender aus.“

Allerdings muss er den Bau des Fluggerätes noch mit einer 30-seitigen Arbeit dokumentieren und sich in einem halbstündigen Kolloquium den Fragen der Lehrer stellen, damit sein Werk in die Gesamtleistung des Abiturs einfließen kann. Nach der Schule will Merlin Muth ein duales Studium aufnehmen, bei zwei Firmen hat er sich bereits beworben.

Erfolgreiche Zukunft

Technik-Lehrer Hajo Müller prophezeit dem Tüftler eine erfolgreiche Zukunft. Schon jetzt leite Merlin Fortbildungen und weihe andere Schüler in das Konstruieren von Programmen ein: „Er kann das viel besser als ich.“

Ein anerkennenderes Lob kann ein Schüler von seinem Lehrer wohl kaum erhalten.

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