Geschichte

Schüler präsentieren Broschüre in Hohenlimburger Synagoge

Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg präsentieren in der Hohenlimburger Synagoge an der Jahnstraße ihre Broschüre „Tatort Hohenlimburg: Das Pogrom 1938und die Zerstörung der jüdischen Gemeinde". Das interessiert auch die Hohenlimburger Politik und Heimatfreunde.

Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg präsentieren in der Hohenlimburger Synagoge an der Jahnstraße ihre Broschüre „Tatort Hohenlimburg: Das Pogrom 1938und die Zerstörung der jüdischen Gemeinde". Das interessiert auch die Hohenlimburger Politik und Heimatfreunde.

Foto: Heinz-Werner Schroth

Hohenlimburg.   Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg präsentieren ihre Broschüre „Tatort Hohenlimburg: Das Pogrom 1938und die Zerstörung der jüdischen Gemeinde".

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Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg in Hagen-Wehringhausen haben in der Synagoge an der Jahnstraße eine Broschüre über das Pogrom in Hohenlimburg 1938 präsentiert.

„Tatort Hohenlimburg: Das Pogrom 1938 und die Zerstörung der jüdischen Gemeinde“ – es handelt sich um einen historischen Rundgang durch das Hohenlimburg der NS-Zeit, die vor allem auf Zeitzeugenberichten basiert und von zahlreichen historischen und aktuellen Fotos ergänzt wird. Es wird beschrieben, wie ab 1933 die gut integrierten Hohenlimburger Juden diskriminiert und verfolgt wurden; die Verwüstungen am 10. November 1938 sowie die spätere Deportation und Ermordung.

Margarita Kaufmann zu Gast

Neben der Beigeordneten Margarita Kaufmann und dem Bundestagsabgeordneten René Röspel folgten auch Hohenlimburger Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss, die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Karin Nigbur-Martini sowie Heimatvereins-Vorsitzender Widbert Felka den Ausführungen des Lehrers und der Schüler.

Das Heft wurde von den Schülern des Projektkurses Geschichte unter der Leitung des Lehrers Pablo Arias in Kooperation mit dem Heimatverein Hohenlimburg, dem Hagener Geschichtsverein und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit kreiert. Die Bezirksvertretung Hohenlimburg übernahm die meisten Kosten.

Hermann-Josef Voss begrüßte die Schüler des Rahel-Varnhagen-Kolleg sowie Lehrer Pablo Arias und die anwesenden Gäste. Er schilderte kurz den Inhalt der Broschüre und hob hervor, wie wichtig Erinnerungen an diese schlimme Zeit sind. „Erinnerungen sind notwendig, damit sich so etwas nie wiederholt“, so der Bezirksbürgermeister.

Viele Mahnmale

Voss wies darauf hin, dass außer der Synagoge vieles in Hohenlimburg an die Zeit erinnert. So zum Beispiel die Stolpersteine, der jüdische Friedhof und nicht zuletzt der Fräulein-Richard-Platz an der Oberen Isenbergstraße. Mit Letzterem würdigte die Hohenlimburger Politik den Mut und das Engagement der im Jahr 1938 noch jungen Hohenlimburgerin, die in den schrecklichen Tagen nach der Reichspogromnacht die jüdische Familie Löwenstein mit Getränken und mit Nahrung versorgte.

Das Heft ist in der Schule oder bei den erwähnten Vereinen erhältlich, ab März 2019 auch als kostenloses Download. Eine Version als Hörbuch und Übersetzungen sind in Bearbeitung. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung bietet regelmäßig Veranstaltungen bzw. Besichtigungen der Alten Synagoge an. Am 14. Mai um 19 Uhr wird es an der Jahnstraße eine Filmvorführung geben. „Rosenstraße“ – Ein Film von Margarethe von Trotta, erzählt die Geschichte jener arischen Frauen, die sich im Jahre 1943 in der Berliner Rosenstraße nach der Inhaftierung ihrer jüdischen Männer protestierend vor der NS-Sammelstelle versammelten.

>>>Hintergrund

Die Alte Synagoge in Hohenlimburg an der Jahnstraße wurde 1870 errichtet. Beim Novemberpogrom 1938 wurde der Davidstern auf dem Dach heruntergerissen, das Dach, die Fenster, die Türen sowie die Inneneinrichtung wurden zerstört. Die jüdische Gemeinde Hohenlimburg war gezwungen, die Synagoge zu verkaufen.

Nach einer Bürgerbewegung wurde das Gebäude neu hergerichtet. Am 15. September 1986 erfolgte die Übergabe.

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