Brauchtum

Schützenkreis würdigt demokratisches Leben in den Vereinen

Das Jubiläum des Schützenkreises Ennepe-Ruhr.

Das Jubiläum des Schützenkreises Ennepe-Ruhr.

Foto: Schulte

Ennepe-Ruhr.   Auf der Jubiläumsfeier anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Schützenkreises wurde das demokratische Leben in den Schützenvereinen gewürdigt.

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Auf einem Obelisken der Paulskirche, eine Stätte der deutschen Demokratie in Frankfurt, ist zu lesen: „Turner, Sänger und Schützen sind des Reiches Stützen“. Friedrich-Wilhelm Thun, der Ehrenvorsitzende des Schützenkreises Ennepe-Ruhr, erinnerte in der Jubiläumsfeier anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Dachorganisation der Vereine an diese Aussage. Thun würdigte das demokratische Leben in den Schützenvereinen.

Im Saal der „Rosine“ in Voerde wurde das Jubiläumsfest nach alter Schützensitte gefeiert. Königspaare, festlich gekleidet, Frauen mit Krönchen im Haar und Männer mit Königsketten und Orden versehen bevölkerten die Bühne. Hinter ihnen waren Standarten und Traditionsfahnen aufgebaut.

Viele Repräsentanten zugegen

Der Vorsitzende des Schützenkreises, Erwin Wesner, rief dann auch froh gelaunt den Gästen und Schützendelegationen im Saal zu: „Ich sehe nur fröhliche Gesichter.“ Stunden später, als alle Reden geredet waren, ging Wesner noch einmal ans Mikrofon und sagte: „Diese Aussagen aus der Politik tun uns gut. Das ist leider nicht immer so.“ Repräsentanten der meisten Städte im Ennepe-Ruhr-Kreis waren zum Fest gekommen, an der Spitze Landrat Olaf Schade.

Alle gingen auf die Vielfalt im Schützenwesen ein, würdigten das Bewahren der Tradition, die Heimatliebe und das gesellschaftliche Engagement. Enden sonst die Reden der Politiker an Ennepe und Ruhr mit einem „Glück auf“, so war beim Jubiläumsfest ein mehr oder weniger starkes „Horrido“ zu hören.

Breckerfelds Stadtoberhaupt

„Wir sind hier, um uns selbst zu feiern“, sagte Kreisvorsitzender Erwin Wesner in seinen offiziellen Begrüßungsworten. Dann übernahm die Politik einen Großteil des Abends. Landrat Olaf Schade wünschte ein „scharfes Auge und eine sichere Hand“ und sagte: „Sie leben Gemeinschaftsgeist.“ Breckerfelds Stadtoberhaupt André Dahlhaus schilderte das Schützenleben in der alten Hansestadt und verriet: „Schützen haben bei uns einen besonderen Status.“

Ennepetals Bürgermeisterin Imke Heymann ging auch auf die sportlichen Erfolge der heimischen Schützen ein. „Tradition und Brauchtumspflege sind neben ehrenamtlichem Engagement der Kitt, der unsere Gesellschaft auch und gerade in Zeiten der Globalisierung zusammenhält!“ Es habe nichts Überholtes und Rückständiges.

Lob für das Miteinander

Ein „Machen Sie weiter so“, rief Gevelsbergs stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Babett Bolle den Schützen zu. Karin Striepen, stellvertretende Bürgermeisterin in Herdecke, lobte das Miteinander in den Vereinen und sprach von „sozialer Integration“.

Schwelms Bürgermeisterin Gabriele Grollmann: „Es ist wunderbar, dass Sie Tradition und Moderne gleichzeitig leben.“ Sie zeigte sich beeindruckt von dem festlichen Bild im Saal. Werner Sauerwein, stellvertretender Bürgermeister in Sprockhövel, ging auf den ehrenamtlichen Arbeitseinsatz der Schützen ein. Dass er gerne bei den Schützen ist, tat Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg kund. „Die Schützenvereine in Wetter haben einen guten Ruf“, sagte er.

Hegering-Bläsercorps musiziert

80.000 Mitglieder aus 900 Vereinen vertrat der Vizepräsident des Westfälischen Schützenbundes, Arnold Kottenstedde. Er dankte Landrat und Stadtoberhäuptern für die Bekenntnisse zum Schützenwesen. „Ich bin sicher, es waren keine Sonntagsreden.“ Er riet den Schützen, Klima- und Umweltschutz im Blick zu haben. Der Vizepräsident überreichte eine Ehrengabe an den Kreisvorsitzenden Erwin Wesner. Eine solche übergab auch die Bezirksvorsitzende Susanne Zappe.

Das Bläsercorps des Hegering Ennepetal unter Leitung von Achim Vormann musizierte zwischen den Wortbeiträgen, u. a. auch eigene Kompositionen. Nach dem Gang zum Büffet wurden Lose für eine Tombola angeboten. Der Erlös geht an die DKMS, die den Blutkrebs bekämpft. Die Schützen haben eine Partnerschaft mit der Organisation.

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