Bildung

Schulen in Hagen geben grünes Licht für Freitags-Demos

OB Schulz mit den Aktivistinnen Janne Rosenbaum, Klementina Knust und Julia Rethwisch (v.l.).

OB Schulz mit den Aktivistinnen Janne Rosenbaum, Klementina Knust und Julia Rethwisch (v.l.).

Foto: Gerhard

Hagen.   Den für das Klima demonstrierenden Schülern stehen die Schulen in Hagen wohlwollend gegenüber. Am 24. Mai ist die nächste Freitagsdemo.

Die Hagener Schulen stehen den Klima-Demonstrationen „Fridays for future“ weiterhin positiv gegenüber. Für die Teilnahme an der bevorstehenden Protestaktion am Freitag um 12 Uhr, bei der die Schüler Oberbürgermeister Erik O. Schulz auffordern wollen, den Klima-Notstand in Hagen auszurufen, werden die meisten Lehranstalten den Jugendlichen keine Steine in den Weg legen.

Im Gegenteil: „Wenn ganze Kurse oder Klassen die Teilnahme als Exkursion deklarieren, dann werde ich das genehmigen“, stellt Christian Pütz, Leiter des Christian-Rohlfs-Gymnasiums in Haspe, klar: „ich erwarte jedoch, dass der Unterrichtsstoff nachbereitet wird.“ Und wenn Klausuren geschrieben würden, werde es auch keine „Exkursionen“ geben.

An den übrigen städtischen Gymnasien werde man wohl ähnlich verfahren, so Pütz, der auch Sprecher der Hagener Gymnasien ist, im Anschluss an ein Treffen der Schulleiter.

Genehmigte Exkursionen

Lediglich das katholische Hildegardis-Gymnasium legt eine strengere Messlatte an. „Schüler, die zur Unterrichtszeit demonstrieren wollen, müssen sich von ihren Eltern beurlauben lassen“, so Albert Contzen, stellv. Schulleiter. Genehmigte Exkursionen im Klassenverband werde es nicht geben: „Und wer sich nicht beurlauben lässt, gilt als Schwänzer.“

Grundsätzlich sei es positiv, wenn sich Schüler für das Klima einsetzten, so Contzen: „Solch politisches Engagement unterstützen wir auch.“ Er persönlich finde jedoch, dass die Freitags-Demos ruhig einmal nach und nicht während der Unterrichtszeit stattfinden sollten: „Ich will mich nicht hinter Paragrafen verstecken, aber wir als Schule müssen die Schulpflicht sicherstellen.“

Vom Theater zur Johanniskirche

Die Demo am morgigen Freitag startet um 12 Uhr auf dem Theatervorplatz und führt am Rathaus vorbei bis zur Johanniskirche, betroffen sein werden also die fünfte und sechste Unterrichtsstunde. Die Hagener Ortsgruppen-Sprecherin Janne Rosenbaum kündigte an, dass diesmal eine Mitarbeiterin des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung reden werde.

Auch OB Schulz habe sein Kommen zugesagt. Hagens Stadtoberhaupt hat sich unlängst mit drei Vertreterinnen der Hagener Fridays-for-Future“-Bewegung, neben Janne Rosenbaum noch Klementina Knust und Julia Rethwisch, getroffen, um einen direkten Austausch zwischen den Klimaaktivisten sowie Politik und Verwaltung zu organisieren.

Inhaltlich vorbereiten

Auf Wunsch der Schülerinnen solle die Diskussion Anfang September im Ratssaal stattfinden, die Sommerferienzeit wollen die jungen Menschen nutzen, um sich im größeren Kreis inhaltlich vorzubereiten.

Nach den Vorstellungen des Rates – so der Inhalt eines entsprechenden Beschlusses – soll es nicht allein bei einem allgemeinen Austausch bleiben; vielmehr soll unter anderem erörtert werden, wie die Jugendlichen sich aktiv in politischen Prozesse rund um das Klimathema einbringen können.

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