Bildung

Schulneubau der FESH für 20 Mio. in Hagen-Haspe ist geplatzt

Foto: google maps

Haspe.   Die Freie Evangelische Schule (FESH) macht aus Kostengründen einen Rückzieher: An der Schlackenmühle in Hagen wird es kein Schulzentrum geben.

Die Freie Evangelische Schule (FESH) hat ihre Pläne zum Bau eines neuen Schulzentrums an der Schlackenmühle in Haspe aufgegeben. Die Hanglage des Geländes lasse es leider nicht zu, dort den vorgesehenen Gebäudekomplex zu errichten, bedauerte FESH-Geschäftsführer Thomas Weber: „Die Unterbringung aller vorgesehenen Gebäude ist unter diesen Umständen nicht möglich.“ Die FESH wolle sich nun nach anderen Grundstücken umsehen: „Wir wollen auf jeden Fall in Haspe bzw. in der näheren Umgebung bleiben. Hier gehören wir hin.“

Auf dem 15.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ecke von Schlackenmühle und Hördenstraße sollte die Gesamtschule samt einer Dreifachturnhalle und auch die Grundschule der FESH angesiedelt werden. Sogar der Bau einer Kindertagesstätte war im Gespräch. 20 Millionen Euro wollte der Schulverein in das Projekt investieren.

Grünes Licht vom Stadtrat

Der Stadtrat hatte dem Vorhaben bereits grünes Licht gegeben. Im Laufe der Planungen stellte sich jedoch heraus, dass die Baukosten sich aufgrund der Topographie um 40 Prozent erhöhen würden, der Schulneubau also mindestens 28 Millionen Euro gekostet hätte. „Vor allem für eine barrierefreie Erschließung aller Nutzungsbereiche wären aufwändige bauliche Konstruktionen erforderlich gewesen“, so Weber. Schweren Herzens ließ der Schulverein das Projekt deshalb fallen.

Wie es nun weitergehen sollen mit dem Neubau der FESH-Gesamtschule, weiß zurzeit niemand. Laut Weber kämen zwar noch andere Grundstücke in Frage, entsprechende Überlegungen steckten aber noch in den Kinderschuhen.

Dabei drängt die Zeit, denn die FESH-Gesamtschule wächst, wird zum kommenden Schuljahr erstmals drei fünfte Klassen bilden und hat dann insgesamt über 300 Schüler: „Wir hatten 78 Anmeldungen und haben letztlich 64 Kinder neu aufgenommen“, berichtet Weber. Außerdem wird mit Schuljahresbeginn die zehnte Klasse eröffnet, im darauffolgenden Schuljahr beginnt der Aufbau der Oberstufe.

Auf jeden Raum angewiesen

Am jetzigen Standort, im städtischen Schulzentrum Wehringhausen, das sich die FESH mit der Förderschule Bodelschwingh teilt, wird die Gesamtschule nicht unbegrenzt expandieren können.

Ursprünglich war geplant, dass die FESH das Gebäude erwirbt, doch die 2015 einsetzende Flüchtlingswelle führte zu einem Sinneswandel bei der Stadt, die nun auf jeden Klassenraum angewiesen ist und das Gebäude behalten will.

Stadt will Bodengutachten einholen

Immerhin ist durch die Erweiterungswünsche der FESH das brach liegende Grundstück an der Schlackenmühle wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Auf dem Grundstück befand sich früher ein Teil der Hasper Hütte, seit Jahren wird es als Grabeland gärtnerisch genutzt, befindet sich jedoch im Eigentum der Stadt, die mit den Parzellenbesitzern kurzfristig kündbare Verträge abgeschlossen hat.

Die Stadt wolle nun ein Bodengutachten einholen lassen um auszuloten, wie das Areal künftig verwertet werden kann, kündigte der scheidende Baudezernent Thomas Grothe an.

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