Neue Gesamtschule

Schulpolitik in Hagen verzettelt sich in Formulierungsfragen

Die Gesamtschule in Haspe ist eine von drei städtischen Gesamtschulen in Hagen.

Die Gesamtschule in Haspe ist eine von drei städtischen Gesamtschulen in Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Hagen.  Der Schulausschuss diskutierte über eine weitere Gesamtschule in Hagen. Doch es ging weniger um die Sache an sich als um Formulierungsfragen.

Friedrich-Wilhelm Geiersbach, schulpolitischer Sprecher der SPD, nannte die Diskussion um die Gründung einer vierten städtischen Gesamtschule am Dienstagabend im Schulausschuss mit ironischem Unterton „philologisch“, Ausschuss-Vorsitzende Ellen Neuhaus (CDU) sprach ohne Umschweife von „Wortklauberei“.

In der Sache ging es um eine Formulierung: Mit welchen Worten bringt man den Gutachter, der zurzeit einen neuen Schulentwicklungsplan für die Stadt erarbeitet, dazu, die vierte Gesamtschule in seinen Überlegungen zu berücksichtigen? Darf man ihn beauftragen oder nur bitten? Soll er die Schulgründung einplanen oder lediglich prüfen? Nimmt man die Ergebnisse des Gutachtens nicht schon vorweg, wenn man eine weitere Gesamtschule als Zieldefinition festzurrt? Erhält man dann nicht bloß ein „Gefälligkeitsgutachten“, wie es Thomas Walter (CDU) nannte.

Beschluss mit 10:6-Mehrheit

Mehr als eine halbe Stunde lang beschäftigten sich Hagens Schulpolitiker mit solchen Finessen, ehe sich nach einer Sitzungsunterbrechung schließlich eine 10:6-Mehrheit für den Wortlaut fand, im Schulausschuss gebe es eine „Tendenz zur Gründung einer vierten Gesamtschule, die Verwaltung solle den Gutachter darüber informieren“.

Ein letzter Versuch von Stephan Ciupka (CDU), den Begriff „Tendenz“ durch „Beratungsbedarf“ zu ersetzen, scheiterte am Veto von Geiersbach: „Am Ende kochen wir unseren Beschluss noch derart weich, dass gar nichts mehr auf dem Papier steht.

Herbe Konsequenzen

Abseits all der Wortklauberei wurde deutlich, dass sich im Grunde nur die CDU gegen die neue Gesamtschule sträubt. Hannelore Fischbach war es denn auch, die die Konsequenzen verdeutlichte, sei es nun, ob die Schule in der Stadtmitte oder, was die Grünen favorisieren, in Hohenlimburg eingerichtet wird: „Dann müssen wir ein Gymnasium, eine Realschule und vielleicht auch eine Sekundarschule opfern.“

Im Dezember wird das Schulgutachten vorliegen. Es dürfte entscheidend dafür sein, ob Hagen tatsächlich eine weitere Gesamtschule bekommt. Die Entscheidung darüber muss letztlich der Stadtrat treffen.

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