Nach Insolvenz

Schultz-Gruppe übernimmt Autohaus Max Moritz in Hagen

Die Max-Moritz-Niederlassung am Vorhaller Kreisel: Hier wird wohl schon in wenigen Tagen die Ratinger Schultz-Gruppe das Sagen haben. Die Verkaufsverhandlungen sollen bis Donnerstag abgeschlossen sein.Foto:Michael Kleinrensing

Die Max-Moritz-Niederlassung am Vorhaller Kreisel: Hier wird wohl schon in wenigen Tagen die Ratinger Schultz-Gruppe das Sagen haben. Die Verkaufsverhandlungen sollen bis Donnerstag abgeschlossen sein.Foto:Michael Kleinrensing

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Schultz-Gruppe übernimmt das Autohaus Max Moritz in Hagen. Eine Weihnachtsfeier kurz vor der Insolvenz beschäftigt indes den Staatsanwalt.

Für das insolvente VW-, Audi- und Seat-Autohaus Max Moritz am Vorhaller Kreisel zeichnet sich eine Lösung ab. Nach Informationen der WESTFALENPOST wird die Unternehmensgruppe Gottfried Schultz aus Ratingen das Autohaus übernehmen. Ein Ergebnis wird für Gründonnerstag erwartet.

Das Ratinger Unternehmen, das nach eigenen Angaben mit 27 Betrieben im Großraum Rhein-Ruhr der größte Vertragshändler für die Marken des Volkswagen-Konzerns in Deutschland ist, will sich laut einem Unternehmenssprecher noch nicht äußern. Burkhard Weller, Chef der Weller-Unternehmensgruppe, der Max Moritz derzeit noch gehört, gibt sich ebenfalls im WP-Gespräch noch zurückhaltend: „Die Verhandlungen laufen noch.“

Zum 1. April soll Übernahme laufen

Allerdings will er den Verkauf zum 1. April unter Dach und Fach haben und lässt schon erahnen, dass es auf die Ratinger Schultz-Gruppe zulaufen wird. „Das übernehmende Unternehmen ist ein Profi im VW-Konzern und wird schnellstens alle Zeichen im Sinne der Kundschaft auf Grün stellen.“

Auch die Mitarbeiter müssen sich nach Wellers Einschätzung keine großen Sorgen machen: „In Hagen sind überwiegend noch operative Mitarbeiter tätig, etwa Mechaniker, Reparaturannehmer, Verkäufer und Zuarbeiter. Also ist davon auszugehen, dass der neue Betreiber auch aller Mitarbeiter braucht.“

Kurz vor Insolvenz noch große Weihnachtsfeier

Zum in Rede stehenden Kaufpreis will Burkhard Weller keine Angaben machen. Helmut Stolzenhoff senior, Geschäftsführer des gleichnamigen Partyservices aus Lünen, und Marco Blumenthal, der eine Event-Agentur in Hagen betreibt, würden das aber sehr gerne wissen. Denn das würde zumindest erahnen lassen, wieviel Insolvenz-Masse am Ende vorhanden ist, um die Gläubiger zu bedienen.

Beide Firmen waren noch am Samstag vor der Insolvenzanmeldung für eine größere Weihnachtsfeier der Audi-Niederlassung gebucht worden – und blieben dann auf ihren Rechnungen sitzen. Beim Caterer Stolzenhoff geht es um etwa 11 000 Euro. „Dass eine Rechnung in dieser Höhe nicht bezahlt wird, das ist eine absolute Seltenheit“, so Helmut Stolzenhoff senior. Die Schwierigkeiten hätten Max Moritz zu dem Zeitpunkt doch offensichtlich sein müssen.

Stolzenhoff hat inzwischen eine Betrugsanzeige gestellt. Gleiches hat auch Marco Blumenthal getan, der auf rund 1000 Euro wartet: „Das ist einfach nicht in Ordnung. Vor allem, weil in einem größeren Maße gefeiert wurde – und nicht nur sehr schlicht.“ Gerhard Pauli, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen, bestätigt, dass es nach der Anzeige ein Ermittlungsverfahren gibt. Wie dieses ausgehen wird, sei aber noch völlig offen.

Weller war Ausmaß der Feier nicht bekannt

Noch-Inhaber Burkhard Weller bestreitet, dass es eine absichtliche Täuschung gegeben habe: „Die Insolvenz hat sich erst am Montag nach der Weihnachtsfeier ergeben. Bis dahin standen wir noch in Verhandlungen über eine Fortführung.“ Dass die Weihnachtsfeier so teuer war, habe er nicht gewusst: „Das ist mir erst durch Nachfrage Ihrer Zeitung bekannt geworden.“ Da die Standortverantwortlichen bis zu einer Höhe von 15 000 Euro selbst entscheiden könnten, sei dies möglich. Der Verantwortliche vor Ort war gestern nicht erreichbar.

Er selbst, so Weller, habe das Heft des Handelns nun nicht mehr in der Hand, auch wenn es sich um ein so genanntes Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung handelt: „Die Bezahlung offener Rechnungen obliegt nicht mehr uns, sondern dem Insolvenzverwalter.“ Dies ist Gerit Hölzle, der gestern eine WP-Anfrage unbeantwortet ließ.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben