Basketball

Schwere Vorwürfe aus Vechta gegen Fans von Phoenix Hagen

Die Fans von Phoenix Hagen, inklusive Ex-Spieler Bernd Kruel (gelber Kragen), werden beim Auswärtsspiel in Vechta vom Bus zur Halle eskortiert.

Die Fans von Phoenix Hagen, inklusive Ex-Spieler Bernd Kruel (gelber Kragen), werden beim Auswärtsspiel in Vechta vom Bus zur Halle eskortiert.

Vechta/Hagen.   Die Diskussion um den Polizeieinsatz beim Auswärtsspiel von Phoenix Hagen hält an. Der Sicherheitsbeauftragte aus Vechta erhebt Vorwürfe.

Der massive Polizeieinsatz beim Auswärtsspiel von Phoenix Hagen in Vechta wirkt nach. Während der Sicherheitsverantwortliche des Tabellenführers die Maßnahmen rechtfertigt, wehren sich Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel und Vorsitzender Wolfgang Röspel entschieden gegen die Vorwürfe.

„Die Fans von Phoenix Hagen sind in allen Hallen gefürchtet“, so Thomas Frilling, Sicherheitsbeauftragter des Basketball-ProA-Ligisten Rasta Vechta und von Beruf Polizist, in einem Schreiben an unsere Zeitung. Er selbst sei seit dem ersten Aufstieg von Vechta für die Sicherheit verantwortlich. „Schon damals konnten sich die Hagener Fans nicht benehmen.“

Massives Polizeiaufgebot vor und in der Halle

Diese Vorkommnisse in den letzten Jahren, so erklärt Frilling, seien der Anlass dafür gewesen, beim jetzigen Spiel von Beginn an Polizei vor Ort zu haben. Als nach dem Spiel Fans aus Hagen versucht hätten, ein Gitter in der Halle abzubauen, sei es zu einem Einsatz in der Halle gekommen.

Aus Sicht von Patrick Seidel, der krankheitsbedingt nicht in Vechta war, sei der Einsatz komplett in die falsche Richtung gelaufen. „Die Polizei aus Vechta ist bereits im Vorfeld an die Kollegen in Hagen herangetreten“, sagt Seidel, „wir als Verantwortliche haben uns hier vor Ort mit der Polizei abgestimmt. Wir haben präventiv alles Mögliche unternommen, haben auch mit unseren Fans gesprochen.“

Phoenix-Manager lobt die friedliche Stimmung

Seidel hob die friedliche Stimmung hervor. „Das haben mir unsere Leute vor Ort bestätigt“, sagt er, „die Fans haben unser Team trotz der Niederlage super unterstützt. Wenn sie aber schon vor der Halle von Polizeihunden empfangen werden, dann sorgt das für ein mulmiges Gefühl.“

Der Vorwurf, dass die Phoenix-Fans in allen Hallen der Liga gefürchtet seien, ist aus seiner Sicht „völliger Quatsch“. Seidel: „Das Gegenteil ist der Fall. Im Zwei-Wochen-Rhythmus erhalte ich nach unseren Auswärtsspielen E-Mails, in denen die gastgebenden Vereine die Stimmung, die unsere Fans in den Hallen machen, loben. Abgesehen davon kaufen unsere Fans Tickets und kurbeln ja den Verkaufsumsatz an.“

Grausam und unangemessen

Auslöser für die massive Präsenz, so vermutet Seidel, könne auch ein Vorfall in Quakenbrück gewesen sein. Bei einem Auswärtsspiel der Astrostars Bochum in der ProB waren Hooligans des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum mitgereist und hatten in der Halle randaliert.

„Unverschämt“ findet der Phoenix-Vorsitzende Wolfgang Röspel sowohl die Anschuldigungen als auch den Umgang mit den Hagener Fans. „Es war grauenhaft, was sich vor und nach der Partie abgespielt hat, und der Sache überhaupt nicht angemessen. So ein Vorgehen könnten wir gegenüber unseren Gästefans nicht verantworten.“ Die Fans aus Vechta seien in Hagen herzlich willkommen.

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