Hintergrund

Sechs Fragen zum Rotlicht-Milieu in Hagen

Foto: WR

Ja, ein Rotlichtmilieu gibt es auch in Hagen. Aber welche Dimensionen hat es? Mit Hilfe der Hagener Polizei beantworten wir sechs Fragen.

1. Wie viele Betriebe im Rotlichtmilieu gibt es eigentlich in Hagen? Und wie viele Prostituierte arbeiten dort?

In der Hagener Innenstadt existiert ein Bordell in der Düppenbecker Straße, in dem in zehn Häusern der Prostitution nachgegangen wird. Darüber hinaus prostituieren sich Frauen überwiegend in so genannten Terminwohnungen. Diese Wohnungen befinden sich in gewöhnlichen Mehrfamilienhäusern, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind. Die Anzahl dieser Wohnungen liegt im zweistelligen Bereich, sie unterliegt aber einem gewissen Wandel. Nicht jeder Vermieter akzeptiert eine derartige „Mieterin“ in seinem Wohnhaus über einen längeren Zeitraum. Vereinzelt wird die Prostitution auch in so genannten „Love-Mobilen“ angeboten, die an der Stadtgrenze nach Unna aufgestellt sind. Einige aus der Vergangenheit bekannte Etablissements im Bahnhofsbereich haben schon seit einiger Zeit ihren Betrieb eingestellt. Gleiches gilt für einen hier über mehrere Jahre betriebenen Swingerclub. In der Vergangenheit haben sich vereinzelte Hinweise auf einen Straßenstrich ergeben, die sich allerdings nicht bestätigt haben. Vollständigkeitshalber sei erwähnt, dass es in Hagen keinen Sperrbezirk gibt.

2. Welche Behörde muss ein Bordell oder eine andere Einrichtungen, in der der Prostitution nachgegangen wird, genehmigen?

Die Gewerbeanmeldungen obliegen der Zuständigkeit der Stadt Hagen.

3. Wegen welcher Verstöße musste die Polizei zuletzt tätig werden?

Zuletzt reduzierten sich die polizeilichen Maßnahmen auf Einsätze bei Zahlungsstreitigkeiten oder so genannten „Zechanschlussdelikten“, also wenn Betrunkene Straftaten ausführen. In länger zurückliegender Zeit wurden überwiegend Verstöße wegen des illegalen Aufenthalts festgestellt, als Frauen zumeist aus afrikanischen Staaten hier unerlaubt der Prostitution nachgegangen waren und dadurch ihren Touristenstatus verloren haben. Im Januar 2010 gab es einen brutalen Mord an einer afrikanischen Prostituierten. Seitdem, so die Polizei, habe es aber kein größeres Gewaltverbrechen mehr dort gegeben. Insgesamt, so die Einschätzung der Ordnungshüter, sei die Szene in Hagen „sehr ruhig“.

4. Beobachtet die Polizei ständig die Rotlicht-Szene?

Außerhalb von konkreten Ermittlungen beschränken sich die Streifentätigkeiten fast ausschließlich auf den Bordellbetrieb in der Hagener Innenstadt. Es werden regelmäßig Fahrzeug- und Personenkontrollen durchgeführt. Unregelmäßig erfolgen mehrfach im Jahr Kontrollen, die auch die anderen Objekte mit einbeziehen. Ein Schwerpunkt dieser Kontrollen bezieht sich auf die Verhinderung der Prostitution durch Minderjährige. Hier, so die Bilanz der Polizei, sei in den letzten Jahren aber kein Verstoß festzustellen gewesen .

5. Woher stammen die Prostituierten in Hagen?

Die Prostituierten stammen ganz überwiegend aus den osteuropäischen Ländern mit einem Schwerpunkt aus Rumänien und Bulgarien. Da es sich um EU-Ausland handelt, ist deren Aufenthalt laut Polizei als legal einzustufen.

6.Wie ist die organisiert? Sind die Hintermänner „Vermieter“ oder „Zuhälter“? Und wer genau steckt hinter der Szene?

Hier blockt die Polizei ab: „Eine Beantwortung ist aus kriminaltaktischer Sicht nicht möglich.“