Sommerserie

Serie „So isst Hagen“ – Wo Essen Zusammenhalt bedeutet

Ein Teil der großen Familie am Tisch: (von links) Bastian Schäfer, Pepe Schäfer, Tanja Schäfer, Beate Schäfer, Jona Schäfer und Gisela Micha

Ein Teil der großen Familie am Tisch: (von links) Bastian Schäfer, Pepe Schäfer, Tanja Schäfer, Beate Schäfer, Jona Schäfer und Gisela Micha

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Diese Serie ist ja zum Glück der Beweis, dass eben doch noch nicht alles „To go“, „Fast Food“ und „Convenience“ ist. Viele Folgen unserer Sommer-Serie „So isst Hagen“ zeigen bislang, welche zentrale und wichtige Rolle das Thema Essen für viele Hagener spielt und mit wie viel Nachhaltigkeit sie an dieses Thema herangehen. Mitten rein in diese Serie fliegt eine Zuschrift einer Familie an unsere Redaktion, die auf keinen Fall einfach nur in der Schublade landen darf, sondern erzählt werden muss. Weil sie in wunderbarer Weise das beschreibt, was in vielen größeren Familien heute leider überhaupt nicht mehr selbstverständlich ist: der intensive Austausch beim gemeinsamen Essen über die Generationen einer Familie hinweg. Für alle, die diese Gemeinschaft schätzen und ebenfalls erleben, steht repräsentativ diese Geschichte über die Familie Schäfer/Micha aus der Fahrenbecke im Fleyerviertel.

Diese Serie ist ja zum Glück der Beweis, dass eben doch noch nicht alles „To go“, „Fast Food“ und „Convenience“ ist. Viele Folgen unserer Sommer-Serie „So isst Hagen“ zeigen bislang, welche zentrale und wichtige Rolle das Thema Essen für viele Hagener spielt und mit wie viel Nachhaltigkeit sie an dieses Thema herangehen. Mitten rein in diese Serie fliegt eine Zuschrift einer Familie an unsere Redaktion, die auf keinen Fall einfach nur in der Schublade landen darf, sondern erzählt werden muss. Weil sie in wunderbarer Weise das beschreibt, was in vielen größeren Familien heute leider überhaupt nicht mehr selbstverständlich ist: der intensive Austausch beim gemeinsamen Essen über die Generationen einer Familie hinweg. Für alle, die diese Gemeinschaft schätzen und ebenfalls erleben, steht repräsentativ diese Geschichte über die Familie Schäfer/Micha aus der Fahrenbecke im Fleyerviertel.

Donnerstag ist der Tag. Familien-Essen-Tag. Gisela Micha (87) ist dann die Einladerin. In der Mittagszeit klingelt es nach und nach bei ihr. Dann fliegen sie alle ein. Schwiegersöhne, Schwiegertöchter, Enkel, Urenkel, die eigenen Kinder. Sie schnibbeln zusammen, sie kochen gemeinsam und sie nehmen zusammen Platz am großen Tisch, auf dem Hausmannskost wie Sauerkraut, Grünkohl, Paprikaschoten oder Frikadellen landet. Beate Schäfer, die uns diese Geschichte aus ihrer Familie erzählt, spricht einen wichtigen Satz in diesem Zusammenhang aus: „Es wird mit Liebe gekocht, der Tisch ist schön gedeckt und die Teller liebevoll dekoriert.“ Es wird mit Liebe gegessen. Liebe zum Essen und zur eigenen Familie.

Abwechselnde Essenswünsche

Uroma Gisela hat insgesamt zehn Enkel und fünf Urenkel. Das komplette Familiengeflecht zu entwirren und zu erklären, würde hier den Rahmen sprengen. Nur so viel: Es ist wunderbar voll am Tisch – jeder darf sich abwechselnd etwas zu essen wünschen. Giselas Enkelin, die in Hamburg lebt, wünscht sich bei Hagen-Besuchen Hühner-Frikassee mit selbst gemachtem Apfelmus. Als Enkel Bastian nach einem Jahr Freiwilligendienst aus Costa Rica zurückkehrte, war sein Wunsch Sauerkraut von Oma.

Heute nicht mehr selbstverständlich

Mit Urenkel Pepe, der gerade einmal drei Jahre alt ist, wächst der nächste Spross heran, der die Familientradition zu schätzen weiß. Sein Favorit ist Kartoffelpüree. Zu Schnitzeln, Frikadellen oder eben auch Sauerkraut. Der kleine Mann ist ein guter Esser und vor allem macht er sich bereits Gedanken, wo die Dinge so herkommen könnten, die da auf seinem Teller landen.

Als sein Opa und sein Vater neulich im familieneigenen Garten am Goldberg etliche Schubkarren Mutterboden transportierten und still vor sich hin schufteten, schaute sich Pepe das Ganze aus der Entfernung an und fragte, was die da eigentlich machen. „Die füllen das neue Hochbeet mit Erde, damit wir dort Gemüse pflanzen können“, erklärte ihm seine Oma und fragte ihn: „Pepe, was würdest du denn darin gerne anpflanzen?“ Für den Kleinen war die Sache sofort klar: „Püree, Oma!“

Dass Familien in dieser Art und Weise zusammenkommen und miteinander essen, ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Schon der Arbeitsdruck in vielen Familien lässt das zeitlich oft gar nicht zu. Manchmal gibt es auch keine dauerhafte Verbindung mehr zwischen den Generationen. Die Familie um Klein-Pepe ist da ein wohltuendes Beispiel.

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