Kriminalität

Serie von Autodiebstählen in Hagen beschäftigt Polizei

In Hagen wurden 2018 schon 18 Fahrzeuge gestohlen.

In Hagen wurden 2018 schon 18 Fahrzeuge gestohlen.

Foto: Klaus Pollkläsener

Hagen.   Schon 18 hochwertige Autos sowie Mittelklassefahrzeuge sind in diesem Jahr von kriminellen Banden gestohlen worden. Sogar ein Tesla ist dabei.

Eine Serie von Autodiebstählen macht der Polizei in Hagen zu schaffen: Bislang sind in diesem Jahr schon 18 Wagen gestohlen worden. Dabei handelt es sich durchweg um hochwertige Fahrzeuge sowie Mittelklassewagen. „Wir gehen davon aus, dass auch kriminelle Banden am Werk sind“, sagt Erster Kriminalhauptkommissar Norbert Gaida, Chef des Kriminalkommissariats 12, das u.a. für Kfz-Delikte zuständig ist.

Die gestohlenen Autos verschwinden in der Regel spurlos, der Verdacht liegt nahe, dass sie oftmals ins Ausland transportiert werden. Da die Diebe zudem kaum Spuren hinterlassen, gestaltet sich die Aufklärung der Taten als ausgesprochen schwierig.

Verbesserte Sicherheitstechnik

Erst in der Nacht zum Mittwoch wurde im Pastorenberg in Hohenlimburg ein blauer 3er BMW (Baujahr 2011) im Wert von 20 000 Euro gestohlen, es gibt keinerlei Hinweise auf den Verbleib des Wagens. „Grundsätzlich gilt: Je schneller uns der Besitzer den Diebstahl meldet, desto schneller können wir eine Fahndung einleiten und desto größer ist die Chance, der Täter habhaft zu werden“, so Gaida.

Der erfahrene Ermittler (55) mag noch nicht von einem neuen kriminellen Trend sprechen. Denn der Diebstahl von Autos ist seit Mitte der 90er Jahre – nicht nur in Hagen, sondern in ganz Deutschland – kontinuierlich zurückgegangen. Ursache dafür ist nach Auffassung der Kripo die verbesserte Sicherheitstechnik in Form von Wegfahrsperren, Ortungssystemen und anderen technologischen Errungenschaften, die dem Autodieb alter Schule, der eine Seitenscheibe einschlug und dann zwei Drähte kurzschloss, das Geschäft gründlich verdarb. Wer heute ein Fahrzeug stiehlt, muss über entsprechendes Knowhow, nicht zuletzt Softwarekenntnisse, verfügen, um die Sicherheitstechnik lahmzulegen, die es der Polizei ermöglichen würde, den Weg eines gestohlenen Autos zu verfolgen.

Organisierte Kriminalität

Im Jahr 2017 glückte das dennoch, berichtet Gaida: „Da haben unsere Kollegen in Tschechien einen in Hagen gestohlenen Mercedes im Wert von über 100 000 Euro sichergestellt, dessen Standort wir über die Handy-App des Besitzers orten konnten.“

Autodiebstahl gehört inzwischen zur organisierten Kriminalität. Die gestohlenen Wagen werden inklusive gefälschter Papiere irgendwo in Osteuropa oder Mittelasien verkauft, doch hat die Polizei auch Erkenntnisse darüber, dass so manches Auto ausgeschlachtet und die Ersatzteile meistbietend verhökert werden. „Auch damit kann man eine Menge Geld verdienen“, so Gaida.

Tatorte oft in Autobahnnähe

Bevorzugte Tatorte in Hagen sind das Fleyerviertel, Halden sowie Emst, weil die Täter von diesen Stadtteilen aus schnell die Autobahn erreichen können. Unter den 18 gestohlenen Fahrzeugen befinden sich vier Mercedes, sechs BMW, vier Toyota, zwei VW sowie ein Porsche. Auch ein schwarzer Tesla im Wert von 60 000 Euro verschwand im Februar auf Nimmerwiedersehen vom Emster Siepen.

Bei der Aufklärung der Taten setzt die Kripo auf die Mithilfe der Bevölkerung. Wer in seinem Viertel unbekannte Personen beobachtet, die sich auffällig verhalten oder langsam durch die Straßen fahren, sollte dies der Polizei melden. Sie kann die Personen dann überprüfen und so vielleicht im Vorfeld einen Diebstahl verhindern. Ist ein Auto dagegen erst einmal gestohlen worden, ist die Chance gering, die Täter zu fassen.

>>Hintergrund: Profis am Werk

  • Ein spektakulärer Autodiebstahl ereignete sich im März 2017 am Autohaus Kohlmann in Haspe.
  • Dort stahlen Profis in einer Nacht trotz aufwendiger Sicherheitsvorkehrungen zwei nagelneue Subaru Forester. Wert der SUVs: jeweils 42 600 Euro.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben