Schandflecke

Sieben Gebäude in Hagen auf städtischer Abriss-Liste

Der ehemalige städtische Gärtnereibetrieb am Rande des Remberg-Friedhofes gilt als wertlos, nicht mehr sanierungsfähig und abrissreif.

Der ehemalige städtische Gärtnereibetrieb am Rande des Remberg-Friedhofes gilt als wertlos, nicht mehr sanierungsfähig und abrissreif.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Es könnte zum Beispiel eine Chance für Häuslebauer sein, dass die Stadt sich von mehreren Schandflecken trennen will.

Um künftig überflüssige Unterhaltungskosten einsparen oder vielleicht sogar attraktive Grundstücke für einen lukrativen Preis vermarkten zu können, möchte die Stadt Hagen in den nächsten beiden Jahren mehrere Immobilien abreißen lassen. Dafür sind vom Kämmerer im aktuellen Etat Mittel in Höhe von 290 000 Euro bereitgestellt worden.

Bei den Gebäuden handelt es sich um Objekte, die von der Stadt nicht mehr benötigt werden. Dadurch, dass dort bloß noch minimaler Unterhaltungsaufwand betrieben wird, verfallen diese Immobilien zunehmend und drohen zu echten Schandflecken im Stadtbild zu verkommen. Durch den Abriss hegen die Planer die Hoffnung, die Grundstücke deutlich über dem Bilanzwert veräußern zu können, so dass die möglichen Erlöse sich über der Summe von Abrisskosten und Bilanzverlusten bewegen dürften. Hier ein Überblick über die zum Abriss freigegebenen Gebäude:

Thünenstraße 23

Die alte Gärtnerei an der Thünenstraße. Alte Gärtnerei: Der ehemalige städtische Gärtnereibetrieb am Rande des Remberg-Friedhofes gilt als wertlos, nicht mehr sanierungsfähig und abrissreif. In Verbindung mit dem knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück könnte hier das Planungsrecht zu Gunsten von Wohnungsbau verändert und somit ein Ertrag für die Stadtkasse in sechsstelliger Höhe erzielt werden.

Grundschötteler Straße 6b

Bei der wertlosen Immobilie am Fuß des Mops im Hagener Ortsteil Haspe handelt es sich um ein leergezogenes Behelfsheim aus der Nachkriegszeit.

Daran schließt sich wiederum eine rund 3000 Quadratmeter große Grünanlage an. Die Stadt Hagen als Besitzerin von Grundstück und Fläche geht in diesem Fall davon aus, dass ein Verkauf des Wohnbaugrundstücks die auflaufenden Abrisskosten wiederum locker kompensieren könnte.

Das alte Feuerwehrgerätehaus im Gellertweg in Boelerheide. Foto: Michael Kleinrensing Feuerwehrgerätehaus

Gellertweg in Boelerheide: Der Bilanzwert der Immobilie liegt zusammen mit dem 613 Quadratmeter großen Grundstück noch bei 40 000 Euro. Würde dort Planungsrecht für Wohnbebauung geschaffen, dürfte bei einem Abriss und anschließendem Verkauf dennoch ein Bilanzgewinn übrig bleiben.

Funckestraße 18

Das Gebäude im Funckepark gilt inzwischen nicht bloß als Schandfleck, sondern sorgt auch immer wieder für echte Vandalismusprobleme. Der Abriss würde nicht bloß diesen ärgerlichen Missstand beenden, sondern auch den Park aufwerten. Der Bilanzverlust in Höhe von 42 000 Euro erscheint der Stadt hier verkraftbar.

Der alte Schulpavillon in der Franzstraße. Franzstraße 75

Der ehemalige Schulpavillon an der Ecke zur Krähnockenstraße in Eilpe gilt bei der Stadt Hagen als wertlos und abrissreif. Sollte die Planungsverwaltung hier Baurecht schaffen, verspricht sich die Kämmerei bei einem Verkauf des planierten Grundstücks einen sechsstelligen Erlös.

Kita Quambusch

Die ehemalige Kita am Quambusch. Jungfernbruch 96: Der leergezogene Kindergarten ist in den Büchern der Stadt inzwischen abgeschrieben. Jetzt drängt die Bezirksvertretung auf den Abriss und zunächst einmal auf die Erstellung einer Grünfläche.

Im nächsten Schritt gibt es die Perspektive, dass dort ebenfalls Wohnbaugrundstücke entstehen könnten.

Altes Tierheim

Zudem steht auf der Abrissliste der Stadt Hagen auch noch an der Natorpstraße. Allerdings werden nach jetzigem Stand dafür erst im Rahmen des Etats 2020 die erforderlichen Mittel bereitgestellt.

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