Fusion der Sparkassen

Sparkasse Hagen und Herdecke: Allianz besiegelt

Frank Walter, Erik O. Schulz, Wolfgang Röspel, Katja Strauss-Köster und Franz Buerdick.

Frank Walter, Erik O. Schulz, Wolfgang Röspel, Katja Strauss-Köster und Franz Buerdick.

Foto: WP

Hagen.   Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Katha Strauss-Köster, Bürgermeisterin von Herdecke, unterzeichneten am Freitagmittag die Verträge für die Fusion der Sparkassen beider Städte.

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Zwei Stadtoberhäupter machten Nägel mit Köpfen: Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Katha Strauss-Köster, Bürgermeisterin von Herdecke, unterzeichneten gestern die Verträge für die Fusion der Sparkassen beider Städte. Die Zeremonie fand im Herdecker Rathaus statt. Bereits am Donnerstag hatten die Stadträte der benachbarten Kommunen dem Zusammenschluss einstimmig ihren Segen gegeben.

Eifrig bemüht

Beide Seiten waren eifrig bemüht, die Fusion als Liebesheirat gleichberechtigter Partner darzustellen. „Wir sind eine hübsche Braut und sind diesen Bund aus einer Position der Stärke heraus eingegangen“, so Strauss-Köster: „Die Herdecker Sparkasse ist kerngesund.“ Schulz pflichtete dem bei: „Der Wettbewerbsdruck entfacht höhere Kosten. Diese Allianz macht es der Sparkasse möglich, effizienter zu werden und dennoch nah am Kunden zu bleiben.“

Es war der Herdecker Sparkassen-Vorstand Franz Buerdick (61), der sich am 1. Oktober auf den 7,7 km weiten Weg zur Sparkasse in Hagen machte, um dem hiesigen Vorstandschef Frank Walter die Fusion anzutragen. Insider nennen dies eine vorausschauende Strategie, denn das kleine Herdecker Geldinstitut (395 Mio. Euro Bilanzsumme, 90 Mitarbeiter) ist zwar noch gesund, stand aber angesichts der demographischen Veränderungen, dem Wandel durch die Digitalisierung, den steigenden Kosten der Bankenregulierung und vor allem der Niedrigzinsphase vor einer ungewissen Zukunft. Dass sich Buerdick ausgerechnet den Hagenern und keiner anderen Nachbar-Sparkasse als Partner anbot, weiß Walter zu schätzen: „Das ist ein großer Vertrauensbeweis.“

Fakt ist, dass die Fusion nur neun Monate später in trockenen Tüchern war. „Länger als die Dauer einer Schwangerschaft haben wir für die Gespräche nicht gebraucht“, meinte Buerdick mit einem Augenzwinkern. Träger der vereinigten Sparkasse wird ein Zweckverband sein, dem die Stadt Hagen die Trägerschaft für ihre Sparkasse überschreibt. Die Herdecker Sparkasse wiederum wird von der Sparkasse Hagen aufgenommen und überträgt dieser im Wege der Gesamtrechtsnachfolge ihr Vermögen.

Elftgrößtes Institut

Für die Kunden wird sich nichts ändern, wenn die neue Sparkasse HagenHerdecke am 31. August als elftgrößtes Institut in Westfalen-Lippe entsteht. Den Bindestrich zwischen den beiden Städtenamen haben sich die Verantwortlichen bewusst verkniffen, damit Herdecke nicht, etwa wie Hagen-Haspe, als Hagener Stadtteil daherkommt. „Denn es gibt keinerlei Eingemeindungstendenzen“, wurde Bürgermeisterin Köster nicht müde zu erwähnen.

Besitzstände bleiben gewahrt

Die Besitzstände aller Mitarbeiter bleiben gewahrt, es werde keine betriebsbedingten Kündigungen geben, versprach Walter.

Doch sollen in Zukunft über natürliche Fluktuation fünf Stellen pro Jahr abgebaut werden. Immerhin benötigt das neue Geldinstitut nur noch jeweils einen Beauftragten für Geldwäsche, Compliance, Sucht oder Gleichstellung – solche Funktionen sind den Sparkassen heutzutage gesetzlich vorgeschrieben.

Den Vorstand der vereinigten Sparkasse bilden die Hagener Chefs Frank Walter, Klaus Oberliesen und Rainer Kurth, der Herdecker Frank Morher wird stellvertretendes Vorstandsmitglied. Dagegen wird ausgerechnet jener Manager, der die Fusion einfädelte, in dem neuen Institut fehlen: Franz Buerdick verabschiedet sich Ende August in den Ruhestand.

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