Nahverkehr

SPD übt Kritik an kostenlosen Konzertbussen in Hagen

Unternehmen wie die Goldschmiede Adam und die Märkische Bank unterstützen die Konzertbusse. Den Großteil hat aber in den letzten Jahren die Stadt Hagen gezahlt. Daran gibt es Kritik.

Unternehmen wie die Goldschmiede Adam und die Märkische Bank unterstützen die Konzertbusse. Den Großteil hat aber in den letzten Jahren die Stadt Hagen gezahlt. Daran gibt es Kritik.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Sechs Busse bringen die Zuschauer aus allen Stadtteilen kostenlos zu den Sinfoniekonzerten. Weil öffentliche Gelder fließen, gibt es Kritik.

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Die kostenlosen Konzertbusse, die die Besucher der Sinfonie-Konzerte in der Stadthalle hin- und auch wieder in die Stadtteile zurückbringen, geraten in die Diskussion. Die SPD-Fraktion hat das Thema im Umwelt- und Verkehrsausschuss auf die Tagesordnung gebracht und im Rat der Stadt eine entsprechende Anfrage gestellt.

Dabei geht es im Wesentlichen um die Finanzierung der sechs Linien, die zu erheblichen Teilen aus der sogenannten Nahverkehrspauschale, über die die Stadt Hagen verfügen kann, erfolgt.

Geld für ÖPNV stetig reduziert

„Wir haben in den letzten Jahren das Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) immer weiter reduziert“, sagt SPD-Ratsherr Werner König, der ohnehin eine Diskussion darüber angestoßen hatte, ob Kürzungen im Nahverkehr angesichts der Schadstoffproblematik nicht der falsche Weg für Hagen seien, „da müssen wir genau gucken, wie und wo wir Geld in diesem Bereich einsetzen.“

Er könne gut nachvollziehen, dass Konzert- und auch Theaterbesucher (hier wird ein Anrufsammeltaxi unterstützt) diesen Service sehr schätzen würden, weil der normale Linienverkehr abends ausgedünnt sei. Aber: „Die Eltern der Schul- und Kindergartenkinder, die mit Bussen zum Weihnachtsmärchen gebracht werden, müssen ja dafür auch zahlen“, argumentiert Werner König. Das Theater danke auf seiner Internetseite ausdrücklich den Sponsoren. Einen großen Anteil allerdings übernehme die Stadt.

Sammeltaxi-Fahrt bis tief in den Süden für 5,50 Euro

So sind beispielsweise von den 211 439 Euro der Nahverkehrspauschale im Jahr 2013 17 392 Euro für die Konzertbusse verwendet worden, 4496 Euro für die Sammeltaxis, die Theatergäste zu günstigen Konditionen nach Hause bringen. 5,50 Euro kostet beispielsweise eine Fahrt von der Innenstadt bis Rummenohl, Inhaber einer Monatskarte des VRR zahlen nur 2,80 Euro.

Im Folgejahr waren es bei 209 372 Euro Nahverkehrspauschale dieselbe Beträge. 2015 wurde die Zuwendung auf 8264 Euro reduziert, da ein größerer Teil der Pauschale für barrierefreie Haltestellen und einen neuen Nahverkehrsplan vorgesehen ist.

Theater kümmert sich um die Sponsoren

Die Bedeutung der Busse hebt Jürgen Pottebaum, Marketingleiter am Stadttheater hervor: „Dieser Service ist für unsere Besucher wichtig. Das sieht man auch daran, dass die Busse immer gut gefüllt sind.“ Das Theater selbst organisiert den Verkehr und kümmert sich um die Akquise von Sponsoren.

Sechs Busse, die die Namen der jeweiligen Sponsoren tragen, fahren zu jedem Konzert durch das Stadtgebiet. Dabei befördern sie nicht nur Fahrgäste aus Hagen, sondern auch aus den Nachbarstädten Breckerfeld, Wetter, Herdecke und Ennepetal bis vor die Stadthalle. „Die Konzertbusse wurden zuletzt immer stärker genutzt. Sie haben für das Theater eine wichtige Bedeutung, zumal man mit dem normalen ÖPNV nach Konzertende nicht mehr in alle Stadtteile zurückkommt“, sagt Theater-Geschäftsführer Michael Fuchs.

Nicht etwa der Rat entscheidet über die Verwendung der Nahverkehrspauschale (zuletzt im Jahr 2015 253 059 Euro), sondern die Vergabe der Mittel werden als laufendes Geschäft der Verwaltung angesehen. Basis dafür ist ein Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses aus dem Jahr 2000.

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