Bahnhofshinterfahrung

SPD und Grüne halten an Hinterfahrung fest

Wehringhauser Strasse Bodelschwingplatz ## Jahresrückblick 2008 ##

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Foto: WR

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Hagen.Wohin die gestern durch den Besuch des Regierungspräsidenten abermals entfachte Diskussion über den Sinn und Unsinn der Bahnhofshinterfahrung führen wird, steht noch in den Sternen.

Fest steht aber bereits, dass die Hagener CDU zu einer Kehrtwende angesetzt hat, die sie noch nicht konkret abschließen kann, weil der Koalitionspartner FDP noch auf der Bremse steht. Einen eindrucksvollen Schlagabtausch ihrer unterschiedlichen Ansichten über das Straßenbauprojekt und die immensen Kosten von insgesamt 60 Millionen Euro lieferten sich die Fraktionschef Wolfgang Röspel (CDU) und Claus Thielmann (FDP) bereits in der letzten Sitzung des Hauptausschusses. Während Röspel die neue und für die Hinterfahrung notwendige Kreditaufnahme kritisierte, verwies Thielmann genervt darauf, dass die Kosten seit Jahren bekannt und beschlossene Sache seien. Hinzu kommt jetzt die Anregung von Oberbürgermeister Jörg Dehm, das Thema nochmals im politischen Raum zu behandeln. Demnach würde die CDU das Projekt am liebsten begraben, weil der städtische Eigenanteil den Schuldenberg Hagens letztendlich um 20 Millionen Euro erhöhen würde.

„So kann nur jemand denken, der beim Sparen auf den schnellen politischen Erfolg abzielt, aber die Zukunft der Stadt nicht im Auge hat“, kritisierte gestern SPD-Fraktionschef Mark Krippner die Rolle rückwärts der CDU. Der Rat diskutiere seit Jahrzehnten über diese Hinterfahrung. „Jetzt, wo wir ganz knapp vor dem Ziel stehen, alle Genehmigungen und Förderzusagen vorliegen, da sollen wir solch ein wichtiges Projekt für Hagen und für die Menschen in Wehringhausen fallen lassen? Das kann und darf nicht sein. Schon gar nicht, ohne Alternativen für die bessere Erschließungen von Gewerbeflächen, die Reinhaltung der Luft auf dem Von-Galen-Ring oder die weitere Entwicklung Wehringhausens aufzuzeigen.“

Krippner erinnerte daran, welch große Anstrengungen in den vergangenen Jahren unternommen wurden, um das Land und die Aufsichtsbehörden von der Notwendigkeit der Bahnhofshinterfahrung zu überzeugen. Mindestens fünf Millionen Euro wurden bereits investiert, Grundstücke aufgekauft, sogar eine Enteignung vorangetrieben. „Wir machen nicht einfach irgendwelche neuen Schulden, damit Autofahrer schneller von A nach B kommen, wir investieren über einen langen Zeitraum in ein Projekt, das Hagen städtebaulich weiter nach vorne bringen wird“, ist der SPD-Fraktionschef von den Planungen überzeugt.

„Wer jetzt noch die Sinnfrage stellt, der hat sich in den letzten zehn Jahren nicht ausreichend mit dem Projekt befasst,“ kommentierte gestern Jochen Riechel, Fraktionschef der Grünen. Seine Partei hätte die Hinterfahrung immer unter Umweltaspekten befürwortet. Allerdings sei eine Verbesserung nur parallel mit der Einrichtung von Umweltzonen und der Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs zu erreichen. Die Anstrengungen der letzen zehn Jahre jetzt über den Haufen zu werfen sei fatal, schon wegen der Verknüpfungen mit anderen Maßnahmen. So auch der hinteren Erschließung des Bahnhofs.

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