Rahmedetalbrücke

Sperrung der A45: Stadt Hagen prüft Ampeln und Umwege

| Lesedauer: 4 Minuten
Fr, 07.01.2022, 14.32 Uhr

Die A45-Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid ist seit Anfang Dezember gesperrt. Jetzt steht fest: Die marode Brücke wird gesprengt.

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Hagen.  Der SPD-Abgeordnete Wolfgang Jörg aus Hagen fordert ein Büro für A45-Betroffene. Katrin Helling-Plahr (FDP) macht Druck bei ihrem Minister.

Die Hagener Bundestagsabgeordnete Katrin Helling-Plahr (FDP) hat sich in Berlin bei ihrem Parteifreund, Bundesverkehrsminister Volker Wissing, für einen zügigen Neubau der wegen Baufälligkeit gesperrten Rahmedetalbrücke auf der A 45 bei Lüdenscheid eingesetzt. „Das Projekt wird, wie mir versichert worden ist, mit höchster Priorität behandelt.“

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Die Nachricht, dass eine provisorische Instandsetzung der Rahmedetalbrücke nicht möglich sei, sei eine dramatische Nachricht und „neuerliche Hiobsbotschaft“ für die Region, so die Abgeordnete: „Schließlich ist die gute Verkehrsanbindung ein wesentlicher Standortfaktor für die Unternehmen vor Ort.“ Minister Wissing habe die Autobahn GmbH angewiesen, alle erforderlichen sachlichen, vor allem aber personellen Ressourcen und Mittel für einen möglichst schnellen Neubau zur Verfügung zu stellen.

SPD spricht von „nationaler Katastrophe“

Die dauerhafte Sperrung der Talbrücke Rahmede für die kommenden Jahre und damit die Unterbrechung der A 45 als Hauptverkehrsader in Südwestfalen bewerten die Spitzenvertreter der Hagener SPD als „eine nationale Katastrophe“.

Für ein hochtechnisiertes und reiches Land wie Deutschland müsse man gar von einer peinlichen Niederlage sprechen, zu der es in dieser Form nie hätte kommen dürfen, so das Hagener SPD-Trio. „Wir stehen hier vor gewaltigen, existenziellen Herausforderungen, die nicht nur Lüdenscheid, Hagen mit seiner Oberzentrumsfunktion, Südwestfalen und Nordrhein-Westfalen betreffen. Diese Autobahnsperrung hat spürbare Auswirkungen über mehrere Jahre in ganz Deutschland.“

„Industriestandorte existenziell betroffen“

Schisanowski forderte einen parteiübergreifenden nationalen Kraftakt ein: „Hier ist einer der bundesweit stärksten und damit bedeutsamsten Industriestandorte existenziell betroffen und gefährdet, weshalb die Angelegenheit auf allen Ebenen mit höchster Priorität gemeinsam angepackt werden muss“, unterstreicht Schisanowski die nationale Tragweite der Talbrückensperrung.

Für den Landtagsabgeordneten Wolfgang Jörg stehen die betroffenen Menschen im Vordergrund. „Ja, wir müssen abreißen und wir müssen neu bauen. Aber das Land NRW muss jetzt ganz schnell analysieren, wo Unterstützung unerlässlich ist und den wirtschaftlich Notleidenden unter die Arme greifen.“ Er schlug vor, in Lüdenscheid oder Hagen ein Büro einzurichten, an das sich von der Sperrung betroffenen Menschen mit ihren Anliegen wenden könnten.

Vorschlagskatalog für Ausschuss

Claus Rudel, SPD-Fraktionsvorsitzender im Hagener Stadtrat, prophezeit, dass die Autobahnsperrung in den kommenden Jahren ein Dauerthema sein wird. „Die verkehrlichen Auswirkungen spüren wir in Hagen insbesondere im Volmetal. Ob Bahnübergang oder Ampelschaltungen – alles muss auf den Prüfstand, um den Verkehrsfluss bestmöglich zu optimieren.“

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In der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Stadt Hagen wollen die Sozialdemokraten deshalb wissen, welche Maßnahmen, die den Verkehrsfluss im Volmetal oder anderen Umgehungsstrecken verbessert haben, die Stadt bereits umgesetzt hat. Zudem soll die Verwaltung die Auswirkungen der mehrjährigen Autobahnsperrung auf das Hagener Stadtgebiet skizzieren und verkehrslenkende Maßnahmen vorstellen, die in der kommenden Zeit zum Tragen kommen könnten.

Mehr Güter auf die Schiene

Zudem solle die Stadtverwaltung gemeinsam mit Industrie- und Handelskammer, Bahn und Spediteuren Möglichkeiten ausloten, um die in Hagen produzierten Güter vorwiegend auf der Schiene an ihre Bestimmungsorte zu transportieren, so die SPD.

Oberbürgermeister Schulz wird gebeten, für die Zeit der Autobahnsperrung ein Hagener Begleitgremium aus Unternehmen, Gewerkschaften, SIHK, Politik und Verwaltung zu installieren, damit Informationen und Problemlagen frühzeitig ausgetauscht werden können. In diesem Begleitgremium sollen auch die von der Sperrung betroffenen Bürger – ob als Anwohner von Umgehungsstraßen, ob als Unternehmer, als Pendler etc. – direkte Ansprechpartner finden.

Die Stadt Hagen erklärte, all diese Punkte würden bereits seit Dezember geprüft. Aus dem Büro von Oberbürgermeister Erik O. Schulz hieß es dazu, die Optimierung von Abbiegeverkehren und Umleitungen werde ebenso erwogen wie Ampelschaltungen, falls der Verkehr dadurch flüssiger laufe.

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