Höchstspannung

Besondere Situation in Hohenlimburg

Mit Generalsekretär Dirk Wiese (4. von rechts) besichtigen René Röspel (links), Politiker und Bürger die markanten Punkte.

Mit Generalsekretär Dirk Wiese (4. von rechts) besichtigen René Röspel (links), Politiker und Bürger die markanten Punkte.

Foto: Lutz Risse

Hohenlimburg.   Dirk Wiese, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, verschaffte sich einen Überblick über Varianten der Stromtrassen in Hohenlimburg.

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Die Energiewende ist schwierig. Und ganz besonders ist sie das in Hohenlimburg. Diese Botschaft hat gestern Dirk Wiese (SPD), parlamentarischer Staatssekretär im zuständigen Bundeswirtschaftsministerium, mit nach Hause nehmen können. Denn an drei Beispielen wurde ihm deutlich gemacht, wo es Konflikte gibt, wenn die neuen Stromtrassen durch dicht besiedeltes Gebiete führen, die die regenerativ erzeugte Energie künftig Richtung Süden transportieren sollen. Und nicht, wie etwa in Bayern, kilometerweit an bewohnten Gebieten vorbei.

Konkrete Aussagen gab es von Dirk Wiese nicht, den sein Partei freund, der Bundestagsabgeordnete René Röspel („In Hohenlimburg herrscht eine besondere Situation, die es deutschlandweit nicht gibt“) nach Hohenlimburg eingeladen hat. Der Staatssekretär warb aber dafür, dass Stadt und Netzbetreiber Amprion Transparenz gegenüber den Bürger üben sollten. Und er wird die Eindrücke der drei beispielhafte Konflikte mit nach Berlin, die auf einer Tour über die beiden Trassenvarianten lagen, an der auch Oberbürgermeister Erik O. Schulz, der stellvertretende Bezirksbürgermeister Mark Krippner, der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg und Thomas Wühle von Netzbetreiber Amprion, teilnahmen.

Zur Erinnerung: Mit der 380-kV-Höchstspannungsleitung will Amprion den Strom von Dortmund-Kruckel nach Dauersbach (Rheinland-Pfalz) transportieren. Favorisiert wurde ursprünglich die Trasse Reh-Nord, zuletzt hatte sich die Stadt aber für die Planungsvariante Reh-Nord-Nord ausgesprochen, die Mensch und Natur schonen soll. Auch Amprion könnte sich mit dieser Variante anfreunden, wenn sie denn am Ende auch vor Gericht Bestand hätte. Knackpunkte gibt es aber bei beiden Varianten, wie die Tour gestern zulegt:

1. Terassenhochhaus: Auf die erste Stelle hatten alle einen guten Blick – das „Terrassenhochhaus“ oder auch das „schwarze Hochhaus“ an der Berliner Allee – daneben führt momentan die Enervie/DB-Trasse entlang. „Wir würden bei der Installation der 380-kV-Höchstspannungsleitung auf insgesamt 57 Leitungen blicken. Einige führen über die Terrassen. Das nehmen wir so nicht hin“, sagt Peter Herröder.

Anders bei der Variante Reh-Nord-Nord“, wie Thomas Wühle erläuterte. Zwei Masten würden auf dem Parkplatz am Kirchenbergstadion installiert und zwei weiter nach Norden versetzt. Somit würde der Abstand zum Haus an der Berliner Allee vergrößert. Allerdings wird das auch wieder eine „Millimeter-Arbeit“ werden, um das Wohngebiet „Im Löhenbusch“ nicht zu belasten. „Der Abstand zum Haus beträgt dann 50 Meter“, so der Amprion-Planer.

2. „Im Ölm“: Die Reise ging weiter zum zweiten Treffpunkt, das Wohnhaus von Lothar Jäkel „Im Ölm“, Bürgerinitiative „Hohenlimburg unter Höchstspannung“. Von seiner Terrasse blickt er derzeit direkt auf die Bestandstrasse durch Elsey – die Leitungen haben zum Haus etwa einen Abstand von elf Metern. Diese Trassenführung hat Amprion bei der Ursprungs-Variante Reh-Nord für die 380kV-Leitung bevorzugt. „Selbst, wenn der Abstand zum Haus etwas verlagert werden würde. Die Anzahl der Leitungen wäre ja höher“, so Lothar Jäkel. „Dem Haus macht das nichts, aber den Menschen.“

3. Schälker Landstraße: Nach einem kurzen Rundgang durch das Waldstück im „Ölm“ mit Blick auf die Enervie-Trasse ging es zur Schälker Landstraße. Hier würden die Masten zwar weit genug von den Wohngebieten installiert werden können, jedoch wies Dr. Thomas Scheffler auf zwei Probleme hin: „Dort steht zum einen ein Wasserhochbehälter, zum anderen ist ein Grundstück, wo ein Mast hin soll, Eigentum.“ Hier befindet sich Amprion derzeit in Gesprächen.

Um Akzeptanz bei Bürgern werben

Staatssekretär Dirk Wiese hörte interessiert zu und warb bei den Bürgern um Akzeptanz, schließlich sei die Energieversorgung immens wichtig. Einen direkten Einfluss auf die Planung kann das Bundeswirtschaftsministerium aber ohnehin nicht nehmen. Dies liegt in der Verantwortung des Netzbetreibers Amprion und letztlich der Bezirksregierung.

Und in diesem Prozess will die Stadt weiter mitreden. „Es muss abgewogen werden, wo es den geringeren Eingriff für die Menschen gibt“, so Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz.

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