Enervie

Stadt Hagen droht neues Millionen-Loch trotz guter Enervie-Zahlen

Bilanz-Pressekonferenz des regionalen Energieversorgers Enervie in Hagen (v.l.): Vertriebsvorstand Wolfgang Struwe, Vorstandssprecher und kaufmännischer Vorstand Ivo Grünhagen und technischer Vorstand Erik Höhne.

Bilanz-Pressekonferenz des regionalen Energieversorgers Enervie in Hagen (v.l.): Vertriebsvorstand Wolfgang Struwe, Vorstandssprecher und kaufmännischer Vorstand Ivo Grünhagen und technischer Vorstand Erik Höhne.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.   Der regionale Energieversorger Enervie stellt seine Bilanz vor. Die Zahlen sind imponierend: 1,4 Milliarden Umsatzerlöse, 27 Millionen Euro Bilanzgewinn, 17 Millionen Euro Dividende für die Aktionäre. Die Ausschüttung zu Gunsten der Stadt Hagen droht aber einzubrechen.

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7,25 Millionen Euro fließen Jahr für Jahr vom regionalen Energieversorger Enervie in Richtung Stadt. Das ist die Dividende, die der mit 42,7 Prozent größte Anteilseigner bislang nutzt, um das Defizit der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft zu begrenzen. Weitere 1,25 Millionen Euro sollten ab 2016 jährlich hinzukommen. So weist es der Haushaltssicherungsplan aus, den die Stadt in Richtung Bezirksregierung geschickt hat. Daraus wird aber nichts. Im Gegenteil: Bereits für das laufende Jahr droht die Ausschüttung einzubrechen.

1800 Arbeitsplätze sicher

Die Zahlen, die das Unternehmen für 2012 vorlegte, ­können sich sehen lassen: 1,4 Milliarden Umsatzerlöse, 27 Millionen Euro Bilanzgewinn, 17 Millionen Euro Dividende für die Aktionäre. Hinzu kommen 155 Millionen Euro, die die Gruppe auch über die Töchter Mark-E und Stadtwerke Lüdenscheid an Wertschöpfung in die Region trägt. „Das ­sichert 1800 Arbeitsplätze“, sagt Vorstandssprecher Ivo Grünhagen.

Das positive Gesamtergebnis wird aber getrübt durch Verluste im Erzeugungsbereich, die aus einem Ungleichgewicht auf dem Markt resultieren und in 2014 zur Schließung des Kraftwerksblocks E3 in Werdohl führen. „Wir wollen die Energiewende vor Ort abbilden“, so Grünhagen, „aber die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Wir brauchen ein Marktdesign, in dem Bestandskraftwerke entlohnt werden. Wer wie wir nicht auf Kernkraft und Braunkohle setzt, zählt bislang zu den großen Verlierern der Energiewende.“

Für Folgejahre keine Besserung in Aussicht

Folge: Das Planergebnis für 2013 liegt vor Steuern nur noch bei 10 Millionen Euro. „Daraus lassen sich nicht mehr so hohe Dividenden generieren“, so Grünhagen, der auch für die Folgejahre keine Besserung in Aussicht stellt. „Auf diese Situation weisen wir seit drei Jahren hin. Bislang wurde sie nur als Phantom am Horizont wahrgenommen. Aber jetzt wird sie Realität.“ Eine bittere für die hoch verschuldete Stadt Hagen.

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