Hagen streitet um ein WC

Stadt Hagen setzt auf 125 000-Euro-Toilette an der „Bohne“

Neben dem Unterstand am Freizeitgelände „Bohne“ soll in Wehringhausen jetzt doch noch eine massive Toilettenanlage entstehen.

Neben dem Unterstand am Freizeitgelände „Bohne“ soll in Wehringhausen jetzt doch noch eine massive Toilettenanlage entstehen.

Foto: Benedikt Weimer

Die Stadt Hagen setzt auf eine 125 000 Euro teure WC-Anlage am Freizeitgelände „Bohne“, um die Verschmutzungssituation in den Griff zu bekommen.

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Trotz erheblicher Zweifel in der Politik plädiert die Hagener Verwaltung weiterhin dafür, am Rande des Wehringhauser Freizeit- und Erholungsraumes „Bohne“ für etwa 125 000 Euro eine neue Toilettenanlage zu errichten. Nur so seien die erheblichen Verunreinigungen durch Fäkalien rund um den Bodelschwinghplatz in den Griff zu bekommen, heißt es in einer Vorlage, über die heute (16 Uhr) die Bezirksvertretung Mitte berät.

Aus Beton und Edelstahl

Gedacht ist dabei an ein massives WC nach dem Vorbild der Autobahnraststätten mit einer Betonfassade und einer Innenausstattung in Edelstahlbauweise, das besten Schutz vor Vandalismus bietet. Automatische Spülungen, hochklappende Sitzflächen und elektronisch gesteuerte Öffnungszeiten sollen dafür sorgen, dass der Reinigungsaufwand an allen Werktagen überschaubar bleibt.

Zudem sollen rund um die Toilette zusätzliche Mülleimer aufgestellt und Zusatzbehälter zur sicheren Entsorgung von Spritzen installiert werden. Nur durch ein solches Angebot, so die Stadt Hagen, sei zu gewährleisten, dass die Beschwerden der Anwohner über die dort umhervagabundierenden Drogenabhängigen und Trinker verstummten.

Fördermittel für Streetworker

Parallel dazu möchte der Fachbereich Jugend und Soziales über das EHAP-Förderprogramm (EU- Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen) Geld für den Einsatz von zwei Streetworkern akquirieren, die sich dieser Szene annehmen.

Die Etablierungen eines weiteren festen Anlaufpunktes für Suchtkranke neben der drogentherapeutischen Ambulanz sei hingegen kontraproduktiv und würde den Treffpunkt nur weiter etablieren. Zudem soll für die „Bohne“ künftig die Spielplatzsatzung und somit ein Verbot von Alkoholkonsum gelten. Damit hat das Ordnungsamt andere Durchgriffsrechte.

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