Finanznot

Stadt lässt Spielplätze vergammeln

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Hagen-Mitte. Die Stadt Hagen hat kein Geld mehr, um Spielplätze in Schuss zu halten. Deshalb müssen sich Familien und Kinder auf eine Reduzierung des Angebots einstellen.

Im Herbst soll ein entsprechendes Konzept in die politische Diskussion eingebracht werden. Ziel: Durch die Aufgabe ganzer Standorte soll die Bezirksregierung davon überzeugt werden, dass die dann verbliebenen Flächen in einem ordentlichen und verkehrssicheren Zustand erhalten werden dürfen.

An neue Spielplätze ist schon seit Jahren nicht mehr zu denken. Es sei denn, es finden sich Sponsoren oder die Bezirksvertretungen stellen Geld aus ihren Etats bereit. „Jedes Spielgerät und jede Bank, die wir errichten, sind investive Maßnahmen“, erklärte Matthias Hegerding, Leiter des Fachbereichs Grün, „deshalb wollen wir alle Spielplätze genau begutachten und gucken, welchen Bedarf wir noch haben.“ Eine Alternative dazu gebe es nicht, so Hegerding weiter. „Wenn wir so weitermachen wie bis jetzt, haben wir in zehn Jahren keine bespielbaren Flächen mehr.“

An Ersatz ist nicht zu denken

Was ein „Weiter so“ bedeutet, wurde in der Bezirksvertretung Mitte am Beispiel des Spielplatzes Weizenkamp neben der Grundschule Boloh deutlich. Da wurde eine Rutsche nebst Holzturm abgebaut, weil das Holz im Laufe der Jahre morsch geworden war. An Ersatz ist nicht zu denken. „Wenn Geräte nicht mehr verkehrssicher sind, können wir sie nur demontieren“, so Hegerding. Und Baudezernent Thomas Grothe ergänzte: „Gegen die Auflagen der Bezirksregierung können wir nichts machen.“

Immerhin gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Bis zur nächsten Sitzung soll die Verwaltung einen Kostenplan für den Spielplatz am Boloh erstellen. Durch bürgerschaftliches Engagement, so die Bezirksvertreter, könne es gelingen, für Ersatz zu sorgen.

Tätig werden soll die Verwaltung nach dem Willen der Bezirksvertreter gegen die weitere Ausbreitung von Spielhallen in der Innenstadt. Das Planungsrecht soll entsprechend angepasst werden. Auch weil in Hagen die Zahl der Spielhallen über dem Landesschnitt liegt. Ein genereller Ausschluss ist nicht möglich.

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