Umwelt

Hagen sieht kurzfristig keine Chance für Luftverbesserung

Luftverschmutzung ist ein großes Problem in vielen Städten.

Luftverschmutzung ist ein großes Problem in vielen Städten.

Foto: Franziska Kraufmann

Hagen.   Die Stadt Hagen wird keine einschneidenden Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergreifen. Messwerte sind weiterhin zu hoch.

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Die Stadt Hagen will und kann keine einschneidenden Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergreifen. Dies ist das Fazit des neuen Luftreinhalteplans, den die Verwaltung am Montag fristgerecht der Bezirksregierung in Arnsberg zugeleitet hat. „Wir haben kein Konzept, das wir mit vertretbarem Aufwand umsetzen können“, so Kämmerer Christoph Gerbersmann.

Während die Feinstaubemissionen die erlaubten Grenzwerte in Hagen mittlerweile nicht mehr übersteigen, ist der Ausstoß an Stickstoffdioxid mit 48 Mikrogramm im Jahresmittel am Graf-von-Galen-Ring (Bahnhof) sowie am Märkischen Ring (Finanzamt) nach wie vor zu hoch (erlaubt sind nur 40 mg).

Bahnhofshinterfahrung wird Abhilfe schaffen

Doch zumindest am Graf-von Galen-Ring, da ist man im Rathaus optimistisch, dürfte sich das spätestens mit der Eröffnung der Bahnhofshinterfahrung, die den Verkehr am Ring drastisch vermindern dürfte, im Jahr 2019 ändern.

Zudem soll noch in diesem Jahr die rechte Fahrbahnspur beim Abzweig in die Körnerstraße exklusiv zur Busbeschleunigungsspur deklariert werden.

Neue Busse für Straßenbahn AG

Damit soll die Verweildauer der Omnibusse, die für 27 Prozent des Schadstoffaufkommens verantwortlich sind, im Bahnhofsbereich reduziert werden. Zudem wird die Flotte der Hagener Straßenbahn weiter modernisiert: 2018 werden zehn und 2019 sogar zwölf neue Busse mit Euro-6-Standard angeschafft.

Weniger günstig sind die Prognosen in der Finanzamtsschlucht. Obwohl die Stadt Lastwagen längst die Durchfahrt verweigert, liegt nach wie vor zuviel Stickstoffdioxid in der Luft.

Öffnung der Holzmüllerstraße verworfen

Die Öffnung der Holzmüllerstraße zur Entlastung des Rings hat der Rat bekanntlich verworfen, und auch ein Abriss des Finanzamts oder der gegenüberliegenden Wohnblocks kommt kurzfristig nicht in Frage. Derzeit steht noch eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 oder 40 km/h im Raum, doch zeigen Berechnungen, dass die Wirksamkeit einer solchen Maßnahme minimal wäre.

Unter dem Strich habe die Stadt Hagen ihre Hausaufgaben gemacht, so Gerbersmann: „Jetzt ist die Automobilindustrie gefragt. Was wir brauchen, ist eine Verbesserung der Motorentechnik. Andere Lösungen sind meiner Meinung nach jedenfalls nicht in Sicht.“

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