Hagener Schlaglichter 2021

Stadtredaktion Hagen: Von der Arbeit im Homeoffice

| Lesedauer: 5 Minuten
Redakteurin Laura Handke im Homeoffice

Redakteurin Laura Handke im Homeoffice

Foto: Laura Handke / WP

Hagen .  Digitale Konferenz - und der Nachbar hämmert Bilder an die Wand. Das Team der Stadtredaktion arbeitet weiter im Homeoffice. Ein Erfahrungsbericht

Um 10.15 Uhr, und man kann genau die Uhr danach stellen, blinkt in der unteren rechten Ecke des Laptops eine kleine Microsoft-Teams-Nachricht auf, weil ein Kollege oder eine Kollegin pünktlich auf die Minute (meistens) die Konferenz startet. Diese Konferenz erinnert gleichermaßen täglich aufs Neue daran, dass wir längst nicht zurück in der Normalität angelangt sind, sondern immer noch inmitten einer Pandemie stecken, die einfach kein Ende zu haben scheint.

Digitale Redaktionskonferenz ist, nach mittlerweile gut zwei Jahren Pandemie, schon Alltag geworden. Genauso wie, dass das Handy morgens manchmal schon um 7 Uhr klingelt, weil ein Leser statt auf dem Redaktionstelefon wegen der eingestellten Homeoffice-Rufumleitung nun auf dem Handy gelandet ist und wissen möchte, wo seine bis jetzt noch nicht eingeworfene Zeitung bleibt.

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Corona in Hagen: Der März 2020

Kurzer Rückblick auf den 24. März 2020. Schon an diesem Tag schreiben die Kollegen der Stadtredaktion darüber, wie diese Zeitung Tag für Tag aufs Neue aus den eigenen Wohnzimmern produziert wird, weil nur zwei Kollegen die Stellung in der Redaktion halten. Die anderen arbeiten daheim. Am Küchentisch. Auf dem Balkon. Am provisorischen Schreibtisch im Schlafzimmer. Zeitweise mit dem Kind auf dem Schoß. Eben anders als vorher – zumal damals nur einige von außen Zugriff aufs System haben, das bei zu vielen Zugriffen überlastet wäre.

Das ist heute glücklicherweise nicht mehr so. Problemlos kann ich oder jeder andere Kollege sich von jedem beliebigen Ort in unser System einklinken und auf den vorgebauten Zeitungsseiten arbeiten. Die Pandemie hat die Digitalisierung in allen Lebensbereichen beschleunigt.

Mai 2020 – und immer noch Homeoffice in Hagen

Als ich Anfang Mai 2020 meinen Dienst in Hagen inmitten der trubeligen Corona-Zeit, zwischen einem Wirrwarr aus Regeländerungen, Kontaktbeschränkungen und Homeoffice-Pflicht, angetreten habe, starte ich - wie sollte es auch anders sein - im Homeoffice. Zumindest in meinem ersten Jahr zurück in der Heimat habe ich nicht einen einzigen Tag auch nur einmal mit allen Kollegen zusammen in der Redaktion gearbeitet.

Bis heute habe ich in Hagen noch keinen einzigen Arbeitstag unter Nicht-Coronabedingungen erlebt. Viele Veranstaltungen fielen und fallen angesichts der dynamischen Pandemiesituation aus. Genauso das Zusammenarbeiten mit den Kollegen im Pressehaus.

Redaktionsarbeit lebt vom kreativen Austausch. Davon, dass man auch mal miteinander scherzt, lacht, auf kurzen Wegen Themen bespricht, Ideen austauscht oder einen der Kollegen per Zuruf bittet, kurz über den Text zu lesen, um eine zweite Meinung einzuholen oder dem Fehlerteufel auf die Spur zu kommen. Das alles, so könnte man meinen, bleibt in dieser Pandemie auf der Strecke. In Teilen ist das sicherlich auch so. Aber eben nicht ganz. Die Arbeit läuft natürlich weiter, wenn auch etwas anders und digitaler als zuvor – was ja nicht ausschließlich schlecht ist: flexibel von zuhause aus arbeiten zu können hat ja auch viele gute Seiten.

Sommer 2021 : Endlich etwas mehr Normalität in der Hagener Redaktion

Erst durch die fortschreitende Impfkampagne und die entspanntere Infektionslage Mitte des Jahres hielt eine gewisse Corona-Entspannung Einzug in vielen Lebensbereichen – auch mehr Leben kehrte ins Großraumbüro zurück. Nach und nach konnten mehr Kollegen in die Redaktionsräume zurückkehren. Erst in aufgeteilten Teams, dann 50 Prozent. Nun aber befinden wir uns inmitten der nächsten Corona-Welle, mit der gleichzeitig auch die Homeoffice-Regelung wieder Teil des Alltags wurde.

Dezember 2021: Alles zurück auf Anfang – und zurück ins Homeoffice

Die Arbeit am Küchentisch in den eigenen vier Wänden, wo die Landschaftsgärtner auf dem Innenhof mal mit Laubbläsern für akustische Höhepunkte sorgen, der Partner sich unbedingt genau zur Konferenzzeit einen Kaffe aus der Maschine ziehen möchte oder das Internet so schlecht ist, dass nur noch ein einziges Gestottere und ein verpixeltes Bild bei den Kollegen ankommt, gehören zum Arbeitstag genauso wie die tägliche Themenkonferenz und eine digitale Nachmittagsbesprechung.

Nach der anfänglichen Euphorie, dass das Arbeiten auf Distanz viel, viel besser und problemloser klappt, als alle erwartet hätten, stellte sich dann aber auch zügig die Ernüchterung ein. Die Ernüchterung darüber, dass die echte, persönliche Kommunikation durch digitale Konferenzen und Telefonate mit den Kollegen nicht ersetzt werden kann. Und dass das gesamte Team hofft, bald wieder gemeinsam in der Redaktion diese Zeitungsseiten für Sie zu füllen. Als Team. Vor Ort.

>>> Hintergrund: Corona-Regeln

Zur Bekämpfung der Pandemie setzt NRW bereits seit November auf die 3G-Regel am Arbeitsplatz. Beschäftigte müssen einen Impf- oder Genesenennachweis oder eine Bescheinigung über einen negativen Coronatest mitführen.

Neu ist: Selbst bei Einhaltung des Mindestabstands müssen Geimpfte eine Maske am Arbeitsplatz tragen. Das bedeutet etwa, dass in einem Büro mit mehr als einem Mitarbeiter auch am Schreibtisch dauerhaft Maske getragen werden muss.

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