Transport

Stahl-Zentrum der Deutschen Bahn in Hagen voll ausgelastet

Stahl-Logistik-Zentrum der DB Cargo in Hagen

Im Stahl-Logistik-Zentrum der Deutschen Bahn werden täglich tausende Tonnen Stahl verladen. Das ersparte der Stadt in den letzten fünf Jahren 65.000 Lkw-Fahrten.

Im Stahl-Logistik-Zentrum der Deutschen Bahn werden täglich tausende Tonnen Stahl verladen. Das ersparte der Stadt in den letzten fünf Jahren 65.000 Lkw-Fahrten.

Beschreibung anzeigen

Hagen.   Immer mehr Firmen in der Stahlbranche verlagern den Verkehr auf die Schiene. Das erspart der Stadt Hagen tausende Lkw-Fahrten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Es gibt eine sehr gute Nachricht zum gestrigen Tag der Logistik, an dem die Bahn-Tochter DB Cargo die Tore des Stahl-Logistik-Zentrums Hagen geöffnet hat. Eine sehr gute Nachricht für eine Stadt, die von Feinstaub und Stickstoffdioxid-Belastung geplagt ist, die im Fokus der Deutschen Umwelthilfe steht und der Dieselfahrverbote drohen könnten.

Die sehr gute Nachricht lautet: In den letzten fünf Jahren ist der Anteil der Coils, die auf dem Schienenweg die Halle an der Niedernhofstraße verlassen, von 23 auf mehr als 90 Prozent gestiegen.

65.000 Lastwagen-Fahrten weniger in Hagen

„Das“, so sagt Terminalleiter Heinz-Wilhelm Weiß, „hat der Stadt Hagen rund 65 000 Lkw-Fahrten in den letzten fünf Jahren erspart. Zumal sich im selben Zeitraum der Wareneingang über die Schiene von 200 000 Tonnen auf 400 000 Tonnen pro Jahr verdoppelt hat.“

Daraus ergibt sich im Grunde ein permanentes Kommen und Gehen auf einer Lagerfläche von 8500 Quadratmetern: „Coil-Produzenten aus ganz Europa liefern den Stahl hierher“, erklärt Weiß, „wir sehen uns als Bindeglied zwischen Herstellern und der weiterverarbeitenden Industrie. Von hier aus werden die Coils vor allem an Kunden in Hagen und im Siegerland verteilt.“

Staus und Sperrungen führen zu Umdenken

Im Optimalfall (aus Sicht der Bahn, der Stadt Hagen und der Umwelt) auf der Schiene, aber auch per Lastwagen. „Es gibt einen klaren Trend hin zur Schiene, gerade in Zeiten, in denen die Just-in-Time-Lieferung eine immer größere Rolle spielt“, sagt Heinz-Wilhelm Weiß, „unsere Kunden haben in den letzten Jahren erkannt, dass ihnen Staus und Straßen- oder Brückensperrungen immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Das hat viele, deren Bahnschluss zuletzt kaum genutzt wurde, dazu bewogen umzusteigen. Das ist ein Prozess, der sich vollzieht und nicht von heute auf morgen funktioniert.“

Hinzu kämen, so Weiß weiter, maßgeschneiderte Logistik-Konzepte für jeden Kunden. Manche Kunden erhielten lediglich eine Waggon-Lieferung in der Woche, andere einen ganzen Zug. Aber niemand müsse darum fürchten, dass die Coils rechtzeitig ihren Weg fänden. „Wir liefern – egal wie“, sagt Weiß.

Zahl der Mitarbeiter in Hagen verdoppelt

Das hat Folgen: DB Cargo fährt das Stahl-Logistik-Center Hagen (das einzige dieser Art im Besitz der Bahntochter) in den letzten Monaten auf Volllast. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich in den letzten Jahren von elf auf 21 verdoppelt. Ein Trend, der sich auch bundesweit widerspiegelt. DB Cargo sucht 1250 Mitarbeiter. Parallel dazu sorgt einen neue IT dafür, dass der Umschlag in Hagen beschleunigt werden kann.

Ein Umstand, der bei Hagener Spediteuren nicht nur auf Begeisterung stoßen dürfte. „Natürlich stehen wir zum Teil in Konkurrenz“, sagt Heinz-Wilhelm Weiß, „aber wir arbeiten auch gut mit Speditionen hier aus der Region zusammen. Wir sehen uns als Gesamtlogistiker.“

Zwei Kräne, die bis zu 35 Tonnen heben können, bewegen die Coils durch die Halle. Sie heben sie von Lastwagen ins Lager, weiter auf Waggons – und umgekehrt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben