Steuerrekord

Steuerrekord: 1,014 Milliarden eingenommen

Finanzamtsleiter Dietmar Zitzelsberger (links) und Geschäftsstellenleiter Stefan Röhring präsentierten das Rekordergebnis 2016. Foto:Michael Kleinrensing

Finanzamtsleiter Dietmar Zitzelsberger (links) und Geschäftsstellenleiter Stefan Röhring präsentierten das Rekordergebnis 2016. Foto:Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Konsumfreude der Bürger lässt die Umsatzsteuererlöse im Jahr 2016 über das Lohnsteuerergebnis steigen und beschert ein Rekordergebnis.

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Das Hagener Finanzamt vermeldet einen historischen Rekord: Die Steuereinnahmen sind im vergangenen Jahr auf stolze 1,014 Milliarden Euro gestiegen. Ein Ergebnis, das in der Geschichte der Behörde noch nie erreicht wurde. „Das ist schon sehr erfreulich“, betrachtet Finanzamtsleiter Dietmar Zitzelsberger dieses Spitzenergebnis auch als ein Motivationssignal in seine Mitarbeiterschaft hinein.

Damit ist erst zum zweiten Mal in der Geschichte des Hauses die Milliarden-Schwelle geknackt worden. „Das Pro-Kopf-Steueraufkommen lag somit bei 5206 Euro und somit 319 Euro höher als im Vorjahr“, rechnet Geschäftsstellenleiter Stefan Röhring vor. Insgesamt verzeichnet die Hagener Finanzbehörde ein Plus von 7,3 Prozent. Dieses liegt damit deutlich über der Inflationsrate und auch über dem Einnahmeplus des Landes NRW (+5,4 Prozent).

Die Lohnsteuer

Der stattliche Sprung ist weniger auf die Lohnsteuer zurückzuführen, die lediglich um ein Prozent zunahm und sich auf 430 Millionen Euro aufaddiert. „Das ist ein Indiz dafür, dass beschäftigungsmäßig in Hagen im vergangenen Jahr nicht viel passiert ist“, interpretiert Zitzelsberger diese Zahlen. Und tatsächlich: Die Arbeitslosigkeit bewegte sich im Gegensatz zum Bundestrend in Hagen 2016 auf stabil hohem Niveau.

Die Einkommensteuer

Während die Lohnsteuer sich aus dem Verdienst der Arbeitnehmer errechnet, setzt die Einkommensteuer sich aus den Gewinnen der Betriebe, häufig Einzelunternehmer und Personengesellschaften, zusammen. Sie ist im Vorjahresvergleich um zehn Prozent gestiegen und lag bei 71,9 Millionen Euro. „Darin drückt sich die positive Ertragslage der kleineren Unternehmen aus“, verweist der Behördenleiter auf das gute konjunkturelle Klima.

Die Körperschaftssteuer

Sie ergibt sich aus den Gewinnen von Kapitalgesellschaften (meist GmbHs und AGs), die 15 Prozent ihres Gewinns versteuern müssen. Hier sind die Einnahmen nach weniger erfreulichen Jahren mit etwa 37 Millionen Euro wieder auf einem normalen Niveau angekommen.

Die Umsatzsteuer

Erstmals übersteigen die Einnahmen aus der Umsatzsteuer in Hagen die Ergebnisse der Lohnsteuer. Das Aufkommen lag 2016 bei 437 Millionen Euro und ist somit im Vorjahresvergleich um satte 13,7 Prozent gestiegen. Daran lässt sich die zuletzt hohe Konsumbereitschaft in Deutschland ablesen, meint auch Zitzelsberger: „Die Leute bringen das Geld nicht mehr zur Bank, sondern geben es lieber aus.“

Die Grunderwerbsteuer

Beim Verkauf von Immobilien und Grundstücken fallen Grunderwerbsteuern an. Diese waren 2015 deutlich angestiegen (+63 Prozent) und lagen auch 2016 auf knapp ähnlich hohem Niveau. Unter dem Strich landeten 17,3 Millionen Euro in der Kasse des Hagener Finanzamtes und somit komplett in der Landeskasse. Diese Einnahme muss im Gegensatz zu Umsatz-, Lohn- und Einkommensteuer nämlich nicht mit Bund und Kommunen geteilt werden.

„Die hohen Einnahmen sind wichtig, um zum einen im Landeshaushalt künftig eine Neuverschuldung zu vermeiden und zum anderen die notwendigen staatlichen Aufgaben erfüllen zu können“, wirbt der Hagener Finanzamtsleiter für das Engagement seiner Behörde, bei der aktuell 216 Bedienstete – darunter 23 Auszubildende – beschäftigt sind. Der Anteil des Nachwuchses soll in den nächsten Jahren sogar noch steigen, weil angesichts der Altersstruktur in den NRW-Finanzämtern eine Pensionierungswelle sich ankündigt.

Prognose: Stabile Einnahmen

Für das laufende Steuerjahr rechnet Zitzelsberger mit einem weiterhin stabilen Steueraufkommen: „Der Januar und Februar entspricht in etwa den Ergebnissen des Vorjahres“, erwartet er erneut ein Resultat jenseits der Milliarden-Schwelle.

>>HINTERGRUND: HÖHERE FREIBETRÄGE

Für die Steuererklärung 2016 ergeben sich einige geringfügige Änderungen. So steigt der Grundfreibetrag von 8472 Euro pro Person und Jahr auf 8652 Euro. Wer ein geringeres zu versteuerndes Einkommen hat, muss keine Einkommensteuer zahlen.

Der Kinderfreibetrag steigt um 48 Euro auf 2304 Euro pro Elternteil bzw. um 96 Euro auf 4608 Euro pro Elternpaar. Parallel steigt der Höchstbetrag für Altersvorsorgeaufwendungen von 22 172 Euro auf 22 767 Euro im Jahr. Bei einer Zusammenveranlagung verdoppelt sich dieser Betrag auf 45 534 Euro.

Für Bürger, die 2016 Rentner geworden sind, beträgt der Besteuerungsanteil insbesondere für die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung 72 Prozent – 28 Prozent der Bruttojahresrente bleiben somit steuerfrei. Übersteigt die Jahresrente die Summe von 14 099 Euro nicht, fallen grundsätzlich keine Steuern an. Bei Zusammenveranlagungen verdoppelt sich dieser Betrag.

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