Papierfabrik

Stora-Belegschaft freut sich über neue Eigentümer in Hagen

Die Riege der Investoren-Vertreter mit (Noch-) Geschäftsführer Christian Schürmann (Mitte), die die Papierfabrik weiter nach vorn bringen soll: Rüdiger Thieke, Dr. Hubertus Burkhart,  Klaus Weber und Harm Bouma (von links)

Die Riege der Investoren-Vertreter mit (Noch-) Geschäftsführer Christian Schürmann (Mitte), die die Papierfabrik weiter nach vorn bringen soll: Rüdiger Thieke, Dr. Hubertus Burkhart, Klaus Weber und Harm Bouma (von links)

Foto: WP

Hagen-Kabel.   Stora-Enso hat die Papierfabrik in Hagen-Kabel an eine deutsche Investorengruppe verkauft. Die Belegschaft sieht das positiv. 540 Arbeitsplätze bleiben erhalten, 20 neue kommen hinzu.

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Das Unternehmen wird verkauft – und aus der Belegschaft gibt es Applaus. Die nicht alltägliche Szenerie gab es gestern in der Papierfabrik in Kabel. Denn die bekommt eine neue Eigentümerin: Nach gut 25 Jahren verkauft die weltweit agierende finnische Stora-Enso-Gruppe das Werk an die „Hagen-Kabel Pulp & Paper GmbH“. Die ist eigens für den Kauf gegründet worden.

Hinter ihr steckt eine Investorengruppe aus fünf deutschen so genannten „Family-Offices“ (Familienunternehmen, die sich als Geldanlage an anderen Unternehmen beteiligen) und die Kübler & Niethammer Papierfabrik Kriebstein AG aus dem sächsischen Kriebstein. Ein mittelständisches Familienunternhemen, das wie Stora Enso auch auf dem Markt der so genannten gestrichenen grafischen Papiere (vor allem für Magazine und Kataloge) aktiv ist – dabei allerdings das kleinste von 15 in Zentraleuropa tätige Unternehmen in diesem Bereich ist. Zusammen mit den anderen Investoren kauft „Klein“ also „Groß“ auf.

Rund 20 neue Arbeitsplätze

Was die Belegschaft gestern positiv stimmte: Alle rund 540 Arbeitsplätze bleiben bestehen, die Belegschaft wird komplett übernommen. Es werden sogar 20 Arbeitsplätze hinzukommen, weil insbesondere in den Bereichen Vertrieb und Verwaltung Stellen geschaffen würden, die bislang von Stora Enso zentral geleistet werden. Stora Enso verkauft das Werk in Kabel, weil das Unternehmen in seiner Produktpalette andere Schwerpunkte setzen und gestrichene Papiere nur noch in Finnland herstellen will. Richtige Synergie-Effekte könnten daher nicht mehr erzielt werden, sagt Christian Schürmann. Er ist noch Geschäftsführer des Kabeler Werks, wird das Unternehmen aber auf eigenen Wunsch verlassen („Das war schon im vergangenen Jahr geplant“).

Die neuen Eigentümer sehen dagegen die Chance, die aus ihrer Sicht bislang schon sehr gut aufgestellte Papierfabrik noch wirtschaftlicher führen zu können. Unter anderem ist geplant, den hochwertigen Papieren aus Kabel auch einen Altpapier-Anteil bis zu gut 20 Prozent beizumischen. Der neue Teilhaber, Altpapier-Spezialist Kübler & Niethammer, kann die Fasern liefern. „Damit machen wir aber keine Qualitätstabstriche,“, sagt Dr. Hubertus Burkhart, Vorstandsvorsitzender des sächsischen Unternehmens und auch in der „Hagen-Kabel Pulp & Paper GmbH“ der führende Fachmann. „Wir haben in unserem Betrieb die Expertise, dass der Kunde den Einsatz von Altapier gar nicht bemerkt.“ In Kabel gebe es sehr gute technische Voraussetzungen und sehr qualifizierte Mitarbeiter. Man wolle in die Anlagen und in Personal investieren und damit den Standort Kabel in die europäische Top-Liga bringen.

Unterstützung aus Belegschaft

Das hört die Betriebsratsvorsitzende Anja Kirschner gern: Sie freue sich über einen Käufer, der ein langfristiges Konzept für den Standort Kabel hat und ihn nach vorne bringen will. „Ein vernünftiges Konzept – das haben wir bei Stora zuletzt vermisst.“ Der neue Eigentümer könne mit der Unterstützung von Betriebsrat und Belegschaft rechnen.

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