Hussel

Süßwarenkette Hussel – Belegschaft drohen harte Einschnitte

Die Hussel-Filiale an der Elberfelder Straße in Hagen: Die geschäfte der Confiserie-Kette laufen derzeit nicht gut.

Die Hussel-Filiale an der Elberfelder Straße in Hagen: Die geschäfte der Confiserie-Kette laufen derzeit nicht gut.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Geschäfte bei der deutschlandweit tätigen Süßwaren-Kette Hussel aus Hagen laufen schlecht. Jetzt drohen Einschnitte bei den Mitarbeitern.

Die Hagener Süßwarenkette Hussel steckt offensichtlich in Schwierigkeiten. Nach Informationen der WESTFALENPOST sollen die Mitarbeiter erhebliche Einschnitte hinnehmen. Die Geschäftsführung spricht selbst von „drastisch anmutenden Maßnahmen“.

Mit „großer Sorge“, so heißt es in einem der WP vorliegenden Schreiben der Geschäftsführung an die Belegschaft, verfolge man die Umsatz- und Ergebnisentwicklung 2016/17. Man liege beim Umsatz 10 Prozent unter dem Plan und beim Ergebnis (also der Gewinn- und Verlustrechnung) sogar 16 Prozent. Daher müssten nun „unsere Kostenstrukturen der unbefriedigenden Geschäftsentwicklung“ angepasst werden.

Maßnahmenkatalog

Die aus Kai Panholzer und Knut Albert bestehende Geschäftsführung hat dazu einen Katalog aufgestellt:

Die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld soll im Geschäftsjahr 2016/17 ausgesetzt werden.

Die Zahlungen bei Arbeitsjubiläen sollen gestrichen werden.

Die anstehende Tariferhöhung soll ausgesetzt werden.

Ein eigenes Gehaltssystem für Hussel soll erarbeitet werden.

Prämien-Zahlungen an Mitarbeiter sollen deutlich gekürzt werden.

Von Kündigungen ist zwar noch nicht die Rede, doch heißt es : „Eine Vielzahl von Stellen im Zentralbereich werden nicht nachbesetzt.“

Zudem würden „alle Sachkosten auf den Prüfstand gestellt“.

Unternehmensführung: Kein Kommentar

Hussel selbst hält sich bedeckt: „Wir sehen keine Veranlassung, Mitteilungen an unsere Belegschaft zu kommentieren“, so eine Sprecherin auf WP-Anfrage. In dem Mitarbeiterbrief werden neben den zu hohen Kosten auch „eine ungewöhnliche Vielzahl an Lieferproblemen“ als Grund für die Schwierigkeiten genannt. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Ostergeschäft – laut Geschäftsführung „unsere zweite Umsatzchance im Jahr“.

Laut Geschäftsführung verhandele man den Maßnahmenkatalog mit dem Betriebsrat. Ein Ansprechpartner ist hier nicht bekannt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die traditionell schwach bei Hussel vertreten ist, war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

200 Fachgeschäfte

Die in Deutschland und Österreich mit nach eigenen Angaben rund 200 Fachgeschäften vertretene Süßwaren-Kette Hussel wurde 1949 in Hagen gegründet und gilt als Keimzellen der späteren Douglas-Gruppe. Im März 2014 wurde Hussel durch den Münchner Finanzinvestor Emeram Capital Partners übernommen. Damals war von insgesamt 1000 Mitarbeitern der Rede. In der Firmenzentrale an der Kabeler Straße in Bathey sind nach WP-Informationen etwa 90 Mitarbeiter beschäftigt.

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