Wirtschaft

Süßwarenkette Hussel schließt ihre Zentrale in Hagen

Die Firmenzentrale der Süßwarenkette Hussel GmbH verlässt Hagen. Bisher saß die Verwaltung in der ehemaligen Douglas-Zentrale an der Kabeler Straße 4.

Die Firmenzentrale der Süßwarenkette Hussel GmbH verlässt Hagen. Bisher saß die Verwaltung in der ehemaligen Douglas-Zentrale an der Kabeler Straße 4.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Die Corona-Krise und ihre Folgen: 71 Jahre nach Gründung wird die Hussel-Zentrale geschlossen, den meisten Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt.

Hagen verliert abermals ein renommiertes Unternehmen. Die Zentrale der Süßwarenfirma Hussel in Bathey wird am 31. Juli geschlossen. Das bestätigte am Donnerstag die Deutsche Confiserie Holding GmbH, die Muttergesellschaft von Hussel. „Diese unternehmerische Entscheidung ist in strategischer Hinsicht wichtig“, sagte Geschäftsführer Patrick G. Weber: „Unter dem Eindruck der aktuellen Situation und den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unsere Unternehmensgruppe wurde die Entscheidung alternativlos.“ 41 Mitarbeiter sind von der Standortschließung betroffen.

Die Beschäftigten waren bereits am Mittwoch über den bevorstehenden Schritt informiert worden. Ausschlaggebend für die Entscheidung seien die durch die Corona-Krise verursachten, massiven Ertragsausfälle, so Weber: „Die Pandemie und ihre Auswirkungen haben uns mitten in der Ostersaison getroffen.“ Zwar hatten Insider schon seit längerem gemutmaßt, dass die Hussel-Zentrale infolge des Zusammenschlusses mit der Arko GmbH im Jahr 2018 überflüssig werden könnte, doch einen solchen Automatismus schloss Weber aus: „Wir hätten mit zwei Zentralen weiter gemacht. Es ist die Pandemie, die uns zum Handeln gezwungen hat.“

Betriebsbedingte Kündigungen

Dem Großteil der Mitarbeiter werde betriebsbedingt gekündigt, teilte der Geschäftsführer mit. An einen Sozialplan oder ähnliche Abfindungsregelungen sei nicht gedacht. Lediglich einigen wenigen Beschäftigten werde ein Übernahmeangebot gemacht, sie könnten ihr Arbeitsverhältnis bei Arko fortsetzen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi ist die Hussel-Belegschaft nicht gewerkschaftlich organisiert, es gebe auch keinen Betriebsrat.

Die zentralen Aufgaben von Hussel werden künftig von der Arko GmbH am Standort Wahlstedt in Schleswig-Holstein übernommen. Auch Arko gehört zur Deutschen Confiserie Holding und ist nach eigenen Angaben der größte Confiserie-Fachhändler in Deutschland. Hauptgesellschafter ist der Steuerberater und Unternehmer Paul Morzynski (69), der 2013 deutschlandweit Schlagzeilen machte, als er das berühmte Ostseehotel Heiligendamm in Mecklenburg erwarb.

Ein Ur-Hagener Unternehmen

Die Firma Hussel wurde 1949 von Rudolf Hussel in Hagen gegründet und betrieb schon zwei Jahre später zehn Confiserien. Später gehörte Hussel zur Douglas Holding, ehe der Mutterkonzern die Süßwarenkette 2014 an Emeram Capital Partners verkaufte. Wiederum vier Jahre später kam Hussel zur Arko-Gruppe bzw, zur Deutschen Confiserie Holding.

Die Marke Hussel soll erhalten bleiben. In 183 Filialen sind zurzeit 1150 Mitarbeiter beschäftigt.

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