Hollywood-Star in Hagen

Sylvester Stallone in Hagen: Star besucht seine Ausstellung

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Sylvester Stallone kommt nach Hagen

Sylvester Stallone kommt nach Hagen

Fast drei Monate lang präsentiert das Osthaus-Museum Hagen Werke von Sylvester Stallone. Zur Eröffnung kommt der Hollywood-Star persönlich.

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Hagen.  Weltberühmt wurde Sylvester Stallone als „Rambo“ oder „Rocky“. Bald kommt der Hollywood-Star persönlich nach Hagen – mit selbstgemalten Bildern.

  • Sylvester Stallone stellt im Hagener Osthaus-Museum seine neuen Kunstwerke vor.
  • Der 75. Geburtstag von Sylvester Stallone ist Anlass für die neue Ausstellung im Osthaus-Museum Hagen.
  • Die selbstgemalten Bilder des Hollywood-Stars Sylvester Stallone werden am Markt teuer gehandelt.

Mit einem Promi-Paukenschlag beendet das Hagener Osthaus-Museum das Ausstellungsjahr 2021: Anlässlich seines 75. Geburtstag präsentiert das Haus vom 4. Dezember bis zum 20. Februar eine Retrospektive von Sylvester Stallone. Zur Präsentation der Werke wird der Hollywood-Star, der durch die Rocky- und Rambo-Filme weltweite Bekanntheit erzielte, am Freitag, 3. Dezember, persönlich in Hagen vorbeischauen. Aus der Ausstellung heraus wird in enger Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Künstler ein umfangreicher zweisprachiger Katalog entstehen, der von Museumsdirektor Tayfun Belgin nach Möglichkeit noch vor Weihnachten herausgegeben wird.

Der Museumschef hatte bereits vor Jahren einmal ein Werk Stallones in einer Galerie entdeckt: „Das hat mich begeistert, und somit habe ich sein Schaffen weiter verfolgt“, erzählt Belgin im Gespräch mit der Stadtredaktion. Das Karl-Ernst-Osthaus-Museum ist erst das dritte Museum weltweit, das Werke des gebürtigen New Yorkers, der in Philadelphia aufwuchs, der Öffentlichkeit zugänglich macht. Zuvor waren seine Bilder, die von der renommierten Schweizer Galerie Gmurzynska in Zürich weltweit vertreten werden, lediglich im State Russian Museum in St. Petersburg (2013) sowie im Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain in Nizza (2015) zu sehen.

Sylvester Stallone in Hagen: Bilder des Hollywood-Stars werden teuer gehandelt

Da Tayfun Belgin bereits seit 1995 mit dem Museum in der russischen Metropole zusammenarbeitet, eröffnete sich über diese Verbindung die Chance, das Werk des berühmten Action-Darstellers nach Hagen zu holen. „Bezogen auf unseren Etat, sind die Kosten natürlich jenseits von Gut und Böse“, möchte der Direktor sich zur Finanzierung der Ausstellung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern. Er betont jedoch, dass die Bilder des prominenten Künstlers keineswegs bloß vom Hollywood-Glamour-Faktor lebten, sondern durchaus sechsstellig am Markt gehandelt würden.

Beleuchtet wird mit der Retrospektive das Gesamtwerk Stallones von den späten 60er-Jahren bis heute sowie die verschiedenen künstlerischen Phasen des Actionstars. Zu sehen sind mehr als 50 Bilder, darunter Selbstporträts sowie drei noch nie zuvor gezeigte frühe Arbeiten. Stallones Bilder sind einerseits „action-geladen“ und ausdrucksstark wie seine Filme und andererseits feinnervig und vielschichtig in ihren Aussagen. Der kunstaffine Hollywoodstar nutzt kenntnisreich verschiedene Kunstformen wie Surrealismus, Expressionismus und Abstraktion als Ausdrucksformen.

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Die Malerei ist bereits seit 55 Jahren ein enger und konstanter Bestandteil des kreativen Wirkens von Stallone, wobei sein künstlerisches Schaffen sein filmisches Schaffen befruchtet und umgekehrt: „Das ist es, was ich an der Malerei liebe, sie ist die einzig wahre Kommunikation, die man haben kann. Schreiben kann man manipulieren, Malen ist der schnellste und reinste Übersetzer des Unterbewusstseins“, sagte der Weltstar Sylvester Stallone einst über sein Tun. „Wenn etwas in einem vorgeht und man auf die Leinwand trifft, ist es schwer, es zu fälschen. Der Künstler auf der Leinwand ist für mich die Nummer eins, wenn es darum geht, seine Gefühle zu vermitteln.“

Sylvester Stallone entwarf seine berühmteste Figur „Rocky“ auf Leinwand

Stallones berühmteste Filmfigur „Rocky“ entstand lange vor dem Film-Script zuerst auf der Leinwand und ist als „Finding Rocky“ von 1975 in der Ausstellung zu sehen. Bereits in jungen Jahren entdeckte Stallone die Liebe zur Malerei. Seine frühen Werke, die er mit Mike Stallone signierte, waren sehr experimentell. Aus finanziellen Gründen arbeitete er jedoch als Autor und begann seine Schauspielkarriere. In den 70er-Jahren und bis Ende der 80er-Jahre schuf er düstere, ausdrucksstarke Werke, in denen er unter anderem den Tod seiner Managerin und weitere Schicksalsschläge verarbeitete. Zu dieser Zeit arbeitete Stallone vor allem mit illustrativen grafischen Linien und grellen Farben.

1989/90 zeichnete sich ein Wandel ab: Der Schauspieler beschäftigte sich parallel zu den „Rambo“-Filmen intensiv mit zeitgenössischer Kunst und studierte Künstler wie Picasso, Gerhard Richter oder Anselm Kiefer. Er setzte sich mit den abstrakten Werken von Mark Rothko auseinander und entwickelte seinen ganz eigenen Stil. Dabei entstanden zahlreiche expressionistische Werke, teils als verfremdete Selbst-Porträts, teils auch mit Sprache spielend, die ebenfalls in Hagen zu bewundern sein werden.

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