Soziales Projekt

Tafeln in Hagen zeigen Lieblingsorte für „Meine freie Zeit“

Die 16-jährige Vivian hat einen absoluten Lieblingsplatz: den Park in der Nähe der Villa Post in Wehringhausen. Dort fährt sie gern mit dem Roller.   Foto: Christof Becker

Die 16-jährige Vivian hat einen absoluten Lieblingsplatz: den Park in der Nähe der Villa Post in Wehringhausen. Dort fährt sie gern mit dem Roller.   Foto: Christof Becker

Hagen.   Das Caritas-Foto-Projekt „Meine freie Zeit“ zeigt Orte, an denen behinderte Menschen gern ihre Freizeit verbringen.

Wo Menschen mit Behinderung ihre freie Zeit verbringen? Was Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Handicap als ihre Lieblingsorte bezeichnen? Die Beantwortung der Fragen ist auf großen Tafeln in Form von Fotos zu finden. Eine entsprechende Ausstellung dazu wurde gestern im Auditorium des Kunstquartiers eröffnet.

FSJlerin hatte Idee zum Projekt

„Meine freie Zeit“ heißt das Projekt des Caritas-Verbandes, das Menschen mit Behinderung zu Protagonisten macht. Wie die Idee geboren wurde? Julia Schröder lächelt. „Ganz beiläufig“, erklärt die Fachbereichsleiterin Soziale Dienste der Caritas: Eine FSJlerin (also eine Jugendliche, die ihr freiwilliges soziales Jahr bei der Caritas absolviert hat), habe sie vor ein paar Monaten gefragt, wo denn eigentlich im Hagener Stadtbild Menschen mit Behinderung zu sehen seien.

„Wir haben die Frage aufgegriffen und einen Aufruf in unseren Einrichtungen gestartet. Und wir haben Plakate aufgehängt mit der Bitte, uns bei dem Projekt zu unterstützen“, sagt Julia Schröder. Heißt: Menschen mit Behinderung wurden gebeten, ihre Lieblingsorte zu benennen, mit dem Ziel, sie dort zu fotografieren und sich von ihnen etwas über ihre Aktivitäten an diesen Orten erzählen zu lassen.

Vivian mag Park in Wehringhausen

Eine der Freiwilligen war Vivian. Die 16-Jährige, die die Gustav-Heinemann-Schule besucht, liebt den Park in der Nähe der Villa Post in Wehringhausen. „Da gehe ich fast jeden Tag mit unserem Hund spazieren oder ich bin dort mit meinem Fahrrad oder Roller unterwegs.“ Welchen Ort sie noch gern aufsucht? Das Mädchen überlegt kurz. „Einen großen Sportplatz, allerdings ist der in Dortmund.“

Sportstätten und Kinos beliebt

Das Schöne und Beruhigende, was das Projekt an den Tag gebracht hat: Menschen mit Behinderungen verbringen ihr Zeit gern an den gleichen Orten wie Menschen ohne Handicap, sprich sie nannten Sport- und Schwimmstätten (u.a. das ­Lennebad in Hohenlimburg), Veranstaltungs- und Konzertstätten wie das Kultopia oder Kinos wie das ­Kino Babylon im Pelmke-Kulturzentrum als ihre Favoriten.

Fotograf hat Orte abgelichtet

Fachbereichsleiterin Julia Schröder zählt weitere Lieblingsorte auf: „Die Freizeit im Sportverein zu verbringen, ist für einige wichtig und schön, andere besuchen gern ein bestimmtes Fitness-Center.“

Ein junger Mann habe das Technische Hilfswerk (THW), wo er ehrenamtlich im Einsatz ist, als tollen Ort bezeichnet.

Digitale Stadtkarte erstellt

Sozialarbeiterin Sandra Niewrzol hat das Projekt, das im Herbst an den Start ging, als Koordinatorin betreut.

Sie hat Termine mit Fotografen, die die Teenager, ältere Jugendliche und junge Erwachsene an ihren Lieblings-Freizeitstätten ablichten, vereinbart sowie begleitet und sich um die Produktion der Fototafeln und der Homepage gekümmert.

„Im Anschluss an die Ausstellung wird die Webseite zum Projekt freigeschaltet. Dort werden die 18 Exponate und eine digitale Stadtkarte, auf der Lieblingsorte markiert werden können, veröffentlicht.“

Guter Überblick

Ziel sei es, behinderten und nichtbehinderten Menschen einen Überblick über Möglichkeiten, seine Freizeit in Hagen zu gestalten, zu geben.

Wer sich vorstellen kann, die 18 Fototafeln in einer Einrichtung oder Galerie auszustellen, kann sich gern bei Koordinatorin Sandra Niewrzol unter der Telefonnummer 02331 - 73 72 661 melden.

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