Verkehr

Taxipreise in Hagen sollen um zehn Prozent erhöht werden

Zur Genossenschaft Taxi Hagen gehören 63 Fahrzeuge.

Zur Genossenschaft Taxi Hagen gehören 63 Fahrzeuge.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Vier Jahre lang gab es in Hagen keine Fahrpreiserhöhung, nun sollen die Taxipreise angehoben werden. Die Branche steht aktuell unter Druck.

Die Taxipreise in Hagen werden um rund 10 Prozent steigen. „An einer entsprechenden Vorlage, die der Rat der Stadt Hagen verabschieden muss, arbeitet die Verwaltung gerade“, so Stadtsprecher Michael Kaub. Nach Ansicht der Genossenschaft Taxi Hagen, in der sich Unternehmer mit insgesamt 63 Fahrzeugen zusammengeschlossen haben, wird es für diese Erhöhung allerhöchste Zeit. Daneben gibt es noch Taxi-Betriebe, die sich nicht der Genossenschaft angeschlossen haben.

„Es gibt Unternehmen, die in ihrer Existenz bedroht sind“, macht Antonio Gomez, einer von drei Vorständen der Genossenschaft, die Dramatik der Situation deutlich. „Die warten händeringend darauf, dass sie durch die Preiserhöhung wieder kostendeckend arbeiten können.“

Letzte Erhöhung vor vier Jahren

Dabei sind es vor allem die Personalkosten, die den Unternehmern, die zum Teil nur über ein einziges Taxi verfügen, zu schaffen machen. „Die Erhöhung des Mindestlohns stellt etliche Kollegen vor erhebliche Probleme“, sagt Gomes, der darauf hinweist, dass die Personalkosten den größten Anteil auf der Kostenseite hätten. Anfang des Jahres war der Mindestlohn von 8,84 Euro auf 9,19 Euro gestiegen. Ab 2020 gelten 9,35 Euro.

Daneben seien sowohl die Preise für Kraftstoff als auch für die Neubeschaffung von Fahrzeugen immer weiter gestiegen. „Unserem Geschäftsmodell liegt eine Mischkalkulation zu Grunde“, so Gomez. „Es fällt immer schwerer, damit klar zu kommen.“

Preisanstieg auch im EN-Kreis

Die letzte Erhöhung hatte es in Hagen vor etwas mehr als vier Jahren gegeben. In einer entsprechenden Verordnung, die seit dem 1. Januar 2015 gilt, wird tagsüber ein Grundpreis von 2,90 Euro festgelegt. Von 22 bis 6 Uhr sind 3,10 fällig. Dazu kommen auf dem ersten bis dritten Kilometer Zusatzkosten von 2,10 Euro tagsüber bzw. nachts sowie an sonn- und Feiertagen 2,30 Euro. Ab dem vierten Kilometer gelten 1,70 Euro bzw. 1,90 Euro. Wartezeiten werden mit 50 Cent pro Minute in Rechnung gestellt.

Gestiegen waren die Taxipreise auf Beschluss des Kreistages zuletzt auch im Ennepe-Ruhr-Kreis. Hier liegt der Grundpreis tagsüber bei 3,50 Euro, nachts sind 4,50 Euro fällig. Die Kilometerpauschale liegt bei Tag und Nacht bei 2,10 Euro.

„Wir haben immer versucht, die Erhöhungen so moderat wie möglich zu halten“, so Gomez, „es gibt ja durchaus ältere Menschen, die knapp bei Kasse, aber auf ein Taxi angewiesen sind.“

Mietwagen-Konkurrenz

Sorgen macht den Taxiunternehmen darüber hinaus die wachsende Konkurrenz durch Mietwagen. Diese, so sehen es gesetzliche Regelungen vor, seien nicht an das Funknetz angeschlossen und müssten immer wieder zu den Ausgangspunkten ihrer Fahrt zurückkehren. „Viele halten sich aber daran nicht“, so Gomez, „spricht man sie auf die Verfehlungen an, so rea­gieren sie teilweise aggressiv. Es ist sogar schon zu Handgreiflichkeiten gekommen.“

Beschwerden bei den Behörden gingen zum Teil ins Leere. „Es ist eben nicht leicht, Verstöße festzustellen und zu ahnden“, so Gomez, „Wir Taxi-Unternehmer müssen uns aber vielen Normen unterwerfen, die für Mietwagen nicht gelten.“

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