Höchstspannungsleitung

„Terrassenhochhaus ist der Knackpunkt“

 Amprion stellte in der Bezirksvertretung mit mögliche Trassenverläufe der Höchstspannungsleitung vor.

Amprion stellte in der Bezirksvertretung mit mögliche Trassenverläufe der Höchstspannungsleitung vor.

Foto: Markus Weissenfels

Hohenlimburg.  Netzbetreiber Amprion stellte in der Bezirksvertretung mit 3-D-Virtualisierung die möglichen Trassenverläufe der Höchstspannungsleitung vor.

Die Stadt Hagen hat bei der Planung der 380-kV-Höchstspannungsleitung durch Hohenlimburg das Heft nicht in der Hand. Das machte Martin Bleja (Planungsamt) in der Sitzung der Bezirksvertretung am Donnerstag ausdrücklich deutlich (diese Zeitung berichtete). „Hagen ist nicht Hauptakteur.“

Die Verantwortung dafür liegt beim Netzbetreiber Amprion und letztlich bei der Bezirksregierung in Arnsberg. Aus diesem Grund wurde die in der Beratungsdrucksache stehende Formulierung, dass die Amprion die von der Verwaltung vorgelegte Variante Reh-Nord bis zur Genehmigungsfähigkeit durch die Bezirksregierung weiter zu entwickeln habe, gestrichen. Dafür wurde, auf Initiative des Umweltausschusses und der Bezirksvertretung Hohenlimburg, aufgenommen, dass ein Ortsterm in mit den Umweltschutzverbänden stattfinden müsse. Dieser soll so schnell wie realisiert werden. Denn die Amprion hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bereits im Frühjahr des kommenden Jahres die für sie rechtssichere Variante vorzustellen und in das weitere Planungsverfahren einfließen zu lassen.

Naturschutzbeirat gesprächsbereit

Der Naturschutzbeirat der Stadt hatte am Mittwoch, wie berichtet, die Verwaltungsdrucksache weitestgehend abgelehnt, gleichzeitig aber ebenfalls einen Ortstermin gefordert. Wilhelm Bögemann, Vorsitzender dieses Ausschusses, sagte gestern dazu: „Wir sind nicht generell gegen die Variante Reh-Nord und haben deshalb in der Sitzung des Landschaftsbeirates nicht gegen diese Variante gestimmt. Wir haben ausschließlich gegen die vorgelegte Verwaltungsdrucksache gestimmt. Der Naturschutzbeirat hat die bei ersten Planungen eingebrachte kleine Klinke in Reh mitgetragen; dass wir der großen Klinke der Variante Reh-Nord nicht zustimmen, wenn wir als Landschaftsbeirat vorab nicht informiert werden, ist doch verständlich.“

Der Amprion warf er in der Darstellung ein Horrorszenario vor. „Bei einer Leitungsführung durch die Bestands-Trasse gibt Amprion einen Landschaftsverbrauch von 0,46 Hektar an; bei der Variante Reh Nord 20 Hektar. Da kann etwas nicht stimmen.“ Deshalb fordert er: „Verwaltung, Politik und Umweltschützer müssen gemeinsam deutlich machen, dass die Trasse Reh-Nord die bessere Variante ist. Wir müssen daran arbeiten, dass diese die vorhandene Bestands-Trasse durch Elsey übertrifft.“

Neue Masten und weitere Seile

Besonders betroffen von der Variante Reh-Nord sind die Bewohner des Terrassenhochhauses am Kirchenberg und die Anwohner vom Löhenbusch. Amprion-Planer Thomas Wühle: „Das ist der Knackpunkt.“ Er machte deutlich, dass auf den Kirchenbergparkplatz bei der Varianten Reh-Nord zwei große Masten gesetzt werden. „Da wird sich auch die Zahl der Leiterseile erhöhen. Wir wollen deshalb den Abstand zum Terrassenhochhaus vergrößern.“
Und was sagen die Bürger zur Sitzung der Bezirksvertretung und der damit verbundenen Diskussion um die geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung durch den Wald (Variante Reh-Nord) oder durch die Bestands-Trasse Elsey?

Und das sagen die Bürgerinitiaven

Ruth Träger, Anwohnerin vom „Stockhof“ und Mitglied der „Bürgerinitiative Hohenlimburg unter Höchstspannung“, sagte nach der Sitzung: „Ich freue mich zunächst einmal, dass sich der Umweltausschuss und die Hohenlimburger Bezirksvertretung für die Variante Reh-Nord ausgesprochen haben, die von der Hagener Verwaltung priorisiert wird. Der Schutz der Menschen ist höher einzuschätzen als der Umweltschutz. Angst habe ich jedoch vor dem rigorosen Denken der Naturschützer.“

Bedeckt hielten sich die Vertreter der beiden anderen Initiativen, die sich nach dem Bekanntwerden der Amprion-Pläne gegründet haben, und die ebenfalls an der Sitzung der Bezirksvertretung teilnahmen.

„Nicht legitimiert“

Martina Gripshöfer von der Bürgerinitiative Reh äußerte sich auf Anfrage. „Ich bin nicht legitimiert, im Namen der gesamten Bürgerinitiative eine unabgestimmte Meinungsäußerung abzugeben.“

Die Bewohner des Terrassenhochhauses von der Berliner Allee sprachen sich schon während der Sitzung gegen die Variante Reh-Nord aus. „Das geht gar nicht.“

„Wir warten zunächst noch ab“

Gestern wollte sich Peter Herröder, einer der Bewohner des Terrassenhochhauses, auf Anfrage nicht konkret zu den Planungen äußern. „Wir warten zunächst noch einige Dinge ab und werden uns dann überlegen, in welcher Weise die Anwohner Stellung beziehen. Das muss unsere Gruppe gemeinschaftlich beschließen.“

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