Buchhandel

Thalia verzahnt stationäres und Online-Buchgeschäft weiter

Michael Busch, geschäftsführender Gesellschafter von Thalia.

Foto: John M. John

Michael Busch, geschäftsführender Gesellschafter von Thalia. Foto: John M. John

Düsseldorf.  Die Buchhandelskette Thalia zieht nach dem ersten Jahr mit neuer Eigentümerstruktur positive Bilanz. Die Zukunft liegt – nicht nur – im Internet.

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Die Krise der Innenstädte stellt den Buchhandel vor Herausforderungen. Der Filialist Thalia mit Sitz in Hagen will die Kunden einerseits mit einem serviceorientierten Multikanal-Konzept binden und andererseits die stationären Buchhandlungen als Kulturorte attraktiver machen. „Deutlich über 30 Millionen Euro“ wird Thalia dafür in die Hand nehmen, so der geschäftsführende Gesellschafter Michael Busch gestern in Düsseldorf. Erstmals hatte Thalia zum Jahresgespräch nach Düsseldorf geladen und nicht an den Firmensitz Hagen.

Das kritische erste Jahr

„Investiert wird in neue Buchhandlungen, in den Umbau von bestehenden Buchhandlungen und in den e-Commerce über alle Kanäle hinweg“, so Busch.

Das kritische erste Jahr nach der Loslösung aus der Douglas-Gruppe habe Thalia gut überstanden. „Wir sind sehr zufrieden“, so Busch. Neben Busch selbst sind die Familie Kreke, die Verlegerfamilie Herder und der Digitalunternehmer Leif Göritz Eigentümer. „Der Umsatz liegt leicht über dem Vorjahr“, bilanziert Busch weiter. Das Unternehmen mit knapp 300 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz schreibe demnach schwarze Zahlen, „die Entwicklung geht nach Norden.“

Obwohl die konjunkturellen Rahmenbedingungen gut sind, läuft dem stationären Handel die Kundschaft davon, und zwar ins Internet. Die Innenstädte gibt der Thalia-Chef dennoch nicht auf: „Wir glauben fest ans stationäre Geschäft in Kombination mit e-Commerce. Thalia ist in beiden Kanälen wirklich kompetent.“ Die Analysen der Kundenwanderungen sind die neue Währung in der Branche. „Wenn unsere Kunden nicht mehr in die Läden gehen, kaufen sie bei uns online oder gehen zu anderen Online-Anbietern.“

Dem stationären Geschäft kommt bei der Bindung der Kunden an die Internet-Verkaufsplattform thalia.de eine wichtige Rolle zu. Deshalb übernimmt der Marktführer unter den deutschen Sortimentern im Zuge des Generationenwechsels jetzt auch kleine Buchhandlungen in ländlich geprägten Mittelstädten. Interessant ist an diesen Standorten unter Multikanal-Gesichtspunkten das Hinterland. „Wir wachsen selektiv da, wo wir glauben, dass weiße Flecken vorhanden sind, die zu unserer Omnichannel-Strategie passen. Das merken wir dann in den Internetzuwächsen in dieser Region“, so Busch.

Erhebliche Investitionen in die Technik seien daher „eine Überlebensfrage“, und auch Experimente mit Neuerungen. So sollen die Thalia-Kunden künftig ein erworbenes physisches Buch mobil problemlos dort weiterlesen können, wo sie auf dem Sofa aufgehört haben - ohne dafür extra zu bezahlen.

Der e-Commerce-Anteil wächst sich bei Thalia in Richtung 30 Prozent, der stationäre Umsatz hat zwei Prozent verloren. Im gesamten Einzelhandel über alle Sparten beträgt der Frequenzrückgang bis zu zehn Prozent.

Auch die sozialen Medien sind längst für den Buchhandel interessant. Busch: „16 Millionen leseaffine Kunden erreichen wir über Facebook und Instagram.“

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