Kultur

Theater Hagen zeigt bunte Märchenoper mit großem Orchester

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In der Familienoper stehen Penny Sofroniadou als Gretel und Hanna Larissa Naujoks als Hänsel auf der Bühne. Für die Premiere des Klassikers zur Weihnachtszeit gibt es noch Tickets.  

In der Familienoper stehen Penny Sofroniadou als Gretel und Hanna Larissa Naujoks als Hänsel auf der Bühne. Für die Premiere des Klassikers zur Weihnachtszeit gibt es noch Tickets.  

Foto: Volker Beushausen

Hagen.  Die Familienoper „Hänsel und Gretel“ feiert am Samstag, 27. November, Premiere im Theater. Was die Hagener Fassung so besonders macht.

Seitdem die Oper „Hänsel und Gretel“ 1893 in Weimar uraufgeführt wurde, ist das Werk im deutschsprachigen Raum ein echter Liebling. Grund für das Hagener Theater, die Märchenoper von Engelbert Humperdinck ab Samstag, 27. November, auf die Bühne zu bringen.

Zuletzt wurde „Hänsel und Gretel“ vor zehn Jahren als Oper am Hagener Theater gezeigt. Die aktuelle Produktion in drei Akten stammt von Holger Potocki, der verspricht, ein Konzept, das märchenhafte und realistische Komponenten enthält, erarbeitet zu haben.

Für viele Kinder die erste Oper in ihrem Leben

Filmische Sequenzen werden auf die Bühne projiziert, Kraft und Action­ vermittelt. „Heute reicht es nicht mehr, bemalte Lappen zu zeigen. Die meisten Kinder kennen sich in der visuellen Welt aus und sind mit modernen Medien vertraut“, ist sich der Regisseur sicher. Für viele Kinder sei „Hänsel und Gretel“ die erste Oper in ihrem Leben – für Potocki, der selbst Vater ist, ein schöner Ansporn.

Von der Familienoper, die sich an Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene gleichermaßen wendet, werden bis Anfang März inklusive der Premiere 14 Nachmittags- und Abendvorstellungen gegeben. Am ersten und zweiten Weihnachtstag wird der beliebte Klassiker um jeweils 16 Uhr gezeigt.

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Humperdincks Oper liegt das bekannte Märchen von Hänsel und Gretel zugrunde, das erstmals 1812 in den Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm erschien.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde es von vielen Künstlern aufgegriffen und neu interpretiert.

Worin sich die Humperdincksche Fassung vom Original-Märchen unterscheidet? „In der Opernversion wird die Mutter­ ­nicht als harte Rabenmutter dargestellt, sondern als überforderte Frau, die existenzielle Probleme hat und daraufhin ihre Kinder nicht aussetzt, sondern in den Wald schickt, wo sich diese verlaufen“, erklärt Rebecca Graitl. Die Dramaturgin beschreibt die Familienkonstellation als schwierig, aber nicht hoffnungslos, „am Ende der Erzählung sind die Kinder gereift und versöhnen sich mit ihren Eltern“.

Farbenfrohe Bilder

Lena Brexendorff, die für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnet, setzt auf große, farbenfrohe Bilder, die Kinder faszinieren und in die Handlung um die Geschwister, die auf eine Hexe treffen, die sie in die Falle lockt, förmlich hinein zieht.

Dass die gemästeten Kinder (Hänsel wird von Hanna Larissa Naujoks, Gretel von Penny Sofroniadou verkörpert) von der Hexe (Richard van Gemert/ Anton Kuzenok) schließlich nicht verspeist werden, sondern sich die Geschwister retten können, dürfte jedermann bekannt sein.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Rodrigo Tomillo. „Alles, was auf der Bühne spielt, passiert auch im Orchester. Platz für Langeweile ist da nicht“, versichert der Dirigent und schwärmt: „Das Orchester besetzt in der Oper ganz klar eine Hauptrolle, und einfache Kinder- und Volkslieder wechseln sich mit spätromantischer Musik ab.“

Das Orchester ist mit 65 Musikern voll besetzt, „beim Hexenritt kracht es im Orchester und man sieht den Wald in der Musik“, begeistert sich Tomillo für die Inszenierung mit zum größten Teil hauseigenen Solisten, dem Hauschor sowie dem Kinderchor.

Nach jetzigem Stand können 400 Zuschauer die zweieinviertel stündigen Vorstellungen (inklusive Pause) im Großen Haus zeitgleich besuchen, es gilt die 2G-Regel (Einlass erhalten nur Geimpfte oder Genesene).

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