Kultur

Theaterfrau wird Romanautorin

Indra Janorschke mit ihrem ersten Roman. In szenischen Lesungen stellt sie das Buch, das am 10. November auf den Markt kommt, vor. Foto:Yvonne Hinz

Indra Janorschke mit ihrem ersten Roman. In szenischen Lesungen stellt sie das Buch, das am 10. November auf den Markt kommt, vor. Foto:Yvonne Hinz

Hagen.   Sie leitet nicht nur ein Theater. Jetzt ist Indra Janorschke, verantwortlich für das Theater an der Volme, auch noch Romanautorin.

Ihr erster Erwachsenenroman, den sie als junges Mädchen las, war ein „dicker Schinken“ von Agatha Christie. „Ich war fasziniert von ihrem Schreibstil und vom englischen ,Spirit’, der über ihren Geschichten schwebte“, sagt Indra Janorschke.

In nur einem einzigen Sommer habe sie dann sämtliche Agatha-Christie-Romane verschlungen. „Seitdem bin ich englischen Schriftstellerinnen erlegen. Und totaler England-Fan.“

Ab 10. November im Handel

Indra Janorschke – vielen Hagenern als Leiterin des Theaters an der Volme auf dem Elbersgelände bekannt – wagt sich auf Neuland. „Ich hab’ meinen ersten Roman geschrieben. Am 10. November kommt er in den Buchhandel“, strahlt die Schauspielerin und Regisseurin.

„Der Klang der verborgenen Räume“ heißt das 438-seitige Werk, das Indra Janorschke unter dem Pseudonym Felicity Whitmore herausbringt.

Es sei keine spontane Idee gewesen, einen Roman zu schreiben, „schon als Kind haben meine gleichaltrige Cousine und ich beschlossen, dass wir Schriftstellerinnen werden“, lacht Janorschke.

Auf der alten Schreibmaschine ihrer Mutter hat das Mädchen dann seinen ersten 100-seitigen Roman verfasst, „nur für mich selbst und natürlich mit Happy-End“. Sie sei damals allerdings auch leer geschrieben gewesen, habe auf den besagten 100 Seiten alles erzählt, „damals war ich mir nicht bewusst darüber, dass es auch in einem Roman Probleme geben muss“.

Bürgerlichen Beruf erlernt

Janorschke und ihre Cousine wurden erwachsen, erlernten bürgerliche Berufe. „Ich machte eine Ausbildung zur Krankenschwester, danach holte ich mein Abitur nach und studierte Germanistik und Religionswissenschaften und begann dann mit der Theaterarbeit.“

2011 gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Dario Weberg das privat geführte „Theater an der Volme“ und schreibt auch selbst Stücke fürs eigene Haus.

Urlaubserinnerungen

An Darios und ihren gemeinsamen Urlaub 2012 in England erinnert sich Indra Janorschke gut zurück, „wir machten in Fowey ­Ferien, und die großen, alten, englischen Schriftstellerinnen waren hier absolut präsent. Agatha Christie, Daphne du Maurier und viele andere starke Frauen waren allgegenwärtig.“


Und Janorschkes Traum, selbst Romane zu schreiben, erwachte erneut.

Fernstudium „Schreibwerkstatt“

In der „Schule des Schreibens“ in Hamburg hat sie dann das Fernstudium ,Romanwerkstatt’ belegt. „Ich denke, Talent zum Schreiben hab’ ich, aber auf diesem Wege hab’ ich über zweieinhalb Jahre das Handwerkszeug solide erlernt“, sagt Janorschke.

Ihr Debütroman besteht aus zwei Erzählsträngen, einer wird in der Gegenwart, einer in der Vergangenheit erzählt. Protagonistin eins (die Pianistin Nina) agiert in der Jetztzeit, Protagonistin zwei (Ninas Vorfahrin Anna) im Gestern; sie wurde 1858 wegen mehrfachen Mordes erhängt. Nina begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit und will Annas Unschuld beweisen.

Drei szenische Lesungen geplant

Indra Janorschke präsentiert ihren Roman in Form einer szenischen Lesung. Am Freitag, 10. November, um 19.30 Uhr tritt sie gemeinsam mit dem Pianisten Martin Brödemann und ihrer Mitarbeiterin Karolin Kersting (sie präsentiert viktorianische Mode) im Theater an der Volme auf. Die Premiere in der alten Kapelle ist seit langem ausverkauft.

Weitere Buchvorstellungen finden am Mittwoch, 15. November, um 19.30 Uhr in der Buchhandlung am Rathaus sowie am Mittwoch, 22 . November, um 19 Uhr in der Buchhandlung Kersting statt.

Akribische Planung

„Ich freu’ mich schon riesig“,­ ­gesteht die 39-jährige Blondine, die am lieb­sten morgens am Laptop schreibt. „Ich gliedere im Vorfeld die Handlung genau und plane ­alles akribisch“, sagt Janorschke und verrät, dass sie ihren zweiten Roman auch soeben fertig gestellt habe, „er erscheint im Dezember 2018“ .

>>>HINTERGRUND

  • Der Roman „Der Klang der verborgenen Räume“ hat die ISBN 978 – 3 – 423 – 26167 – 8. Das Buch erscheint im Verlag dtv und ist zum Preis von 16,90 Euro ab dem 10. November im Buchhandel erhältlich.
  • Das Cover ziert ein viktorianisches Motiv.

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