Hagen.

Thema Abriss bei Oberbürgermeister ansiedeln

Hagen.   Der Druck aus den städtischen Wohnungsgesellschaften auf Verwaltung und Politik, der alarmierenden Studie zu eklatanten Defiziten auf dem Hagener Mietwohnungsmarkt endlich eine gesamtstädtische Strategie entgegenzusetzen, wächst. Dr. Marco Bok­steen, Geschäftsführer der stadteigenen Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft, hat jetzt in einem Interview mit dieser Zeitung eingefordert, beim Oberbürgermeister eine Stabsstelle einzurichten, um die Problematik koordiniert anzugehen.

Der Druck aus den städtischen Wohnungsgesellschaften auf Verwaltung und Politik, der alarmierenden Studie zu eklatanten Defiziten auf dem Hagener Mietwohnungsmarkt endlich eine gesamtstädtische Strategie entgegenzusetzen, wächst. Dr. Marco Bok­steen, Geschäftsführer der stadteigenen Hagener Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft, hat jetzt in einem Interview mit dieser Zeitung eingefordert, beim Oberbürgermeister eine Stabsstelle einzurichten, um die Problematik koordiniert anzugehen.

Im Herbst 2016 hatte der Wuppertaler Hochschullehrer Prof. Guido Spars im Stadtentwicklungsausschuss eine alarmierende Wohnungsmarktstudie vorgestellt, die unmissverständlich aufzeigte, dass angesichts einer Leerstandsquote von mehr als sieben Prozent und Quadratmeter-Einstiegspreisen von zwei bis drei Euro der Markt zu kollabieren drohe. Als Handlungsempfehlung präsentierte der Wissenschaftler den Vorschlag, innerhalb der nächsten zehn Jahre in Hagen 3500 minderwertige Wohnungen abzureißen und durch etwa 1500 qualitätsvolle Einheiten zu ersetzen. Dazu müssten jedoch die soziokulturellen Strukturen und Eigenheiten der einzelnen Stadtquartiere differenziert betrachtet werden.

Keine Diskussion zu Strategien

Geschehen ist seitdem freilich wenig. Zwar zeig sich die Politik für die Grundproblematik sensibilisiert, doch Diskussionen zu konkreten Lösungsstrategien fehlen weiterhin. Vor diesem Hintergrund fordert jetzt HGW-Chef Boksteen, sich mit sämtlichen Akteuren auf ein tragfähiges Konzept zu verständigen, um beim Land nach ostdeutschem Vorbild Rückbaufördermittel loseisen zu können. „Die Quartiersentwicklung ist das Schlüsselthema in der Stadt“, mahnt der Manager an. Es müsse entschlossen gehandelt werden, so Boksteen, und man dürfe sich nicht in Einzelfallprüfungen und zähen Abwägungsprozessen verzetteln.

Gleichzeitig regt der HGW-Geschäftsführer an, die Themen Wohnungsmarkt sowie Wirtschaftsförderung und Gewerbeflächenentwicklung miteinander zu verzahnen. Nur ein starker Wirtschaftsstandort locke Menschen in die Stadt und schaffe somit die Nachfrage nach qualitätvollem Wohnraum.

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