Kämpfen und niemals aufgeben

Tom Sielemann dreht in Hohenlimburg den Kurzfilm „Mia“

Tom Sielemann, Student der Filmakademie Schwerte, dreht Mitte April im Zentrum für Seelische Unterstütztung einen Film.

Tom Sielemann, Student der Filmakademie Schwerte, dreht Mitte April im Zentrum für Seelische Unterstütztung einen Film.

Foto: Volker Bremshey

Elsey.   Tom Sielemann (25) dreht Mitte April im Zentrum für Seelische Gesundheit den Kurzfilm „Mia“: Seine Botschaft: Kämpfen und niemals aufgeben!

Das hat das alt-ehrwürdige Elseyer Krankenhaus, seit Januar 2017 ein „Zentrum für Seelische Gesundheit“, in seiner rund 130-jährigen Geschichte noch nicht erlebt. Mitte April wird es nämlich zu einem Drehort für einen Kurzfilm. Titel: „Mia“. Den möchte der 24-jährige Tom Sielemann, Student des 3. Semesters an der Ruhrakademie Film/Regie in Schwerte, in der aktuell noch verwaisten ersten Etage des Krankenhauses drehen.

„Mia ist ein Kurzfilm über Liebe, Abhängigkeit und den Bund zwischen Geschwistern“, sagt der Regisseur, der das Drehbuch seit September des vergangenen Jahres selbst geschrieben, die Figuren entwickelt und anschließend auch die fünf Schauspieler nach seinen Vorstellungen ausgesucht hat.

Der Inhalt

Gemeinsam leben die beiden Geschwister Mia (21) und Ben (17) in einer psychiatrischen Klinik. Der Grund dafür ist ein Verkehrsunfall, bei dem sie ihre Mutter verloren haben. Doch während sie (Mia) hoffnungsvoll in die Zukunft blickt, kann er (Ben) mit der Vergangenheit nicht abschließen.

Der Drehort

Um das Drehbuch umsetzen zu können, suchte der Wahl-Schwerter, der bereits als Schauspieler gearbeitet und somit Erfahrungen gesammelt hat, nach einem Krankenhaus und somit nach einer passenden Location. Im Idealfall mit einer psychiatrischen Abteilung.

Ein Tipp einer aus Hagen stammenden Kommilitonin führt zu den Katholischen Kliniken nach Hagen und somit zu Martina Schewe-Glembin aus der Abteilung Unternehmenskommunikation. Die knüpfte den Kontakt zur Dr. Bodo Lieb, Leiter des Zentrums für Seelische Gesundheit an der Iserlohner Straße. Nach einem Ortstermin waren sich die beiden Seiten schnell einig. Die Katholischen Kliniken stellen dem jungen Regisseur für die rund einwöchigen Dreharbeiten jenen Flur des Hauses zur Verfügung, in dem noch keine Patienten betreut werden. Zusätzlich ein oder mehrere internistische Zimmer, in denen gedreht werden soll.

Die Botschaft

Die Botschaft, die Tim Sielemann mit seinem 20-minütigen Film aussenden möchte, ist, dass es für jeden Menschen nach einem schweren Schicksalsschlag einen Neuanfang geben kann. So auch nach einem tödlichen Verkehrsunfall eines Familienmitgliedes. „Dann gilt es, mit aller Kraft zu kämpfen und niemals aufzugeben.“ Das möchte er insbesondere seiner Generation mit auf den Lebensweg geben. Aber auch allen Patienten von psychiatrischen Einrichtungen, wie sie auf den Stationen des Seelischen Zentrums in Elsey oder in Hagen-Boele anzutreffen sind.

Mehr möchte der junge Regisseur, der den Film zur Premiere im Herbst in einem Hagener Kino präsentieren wird, zum Inhalt noch nicht verraten.

Der Unterstützer

Bei den Dreharbeiten setzt er auch auf die fachliche Kompetenz von Dr. Bodo Lieb, Ärztlicher Leiter des Zentrums, der dem Regisseur bei dieser komplexen medizinischen Thematik beratend zur Seite stehen und darüber hinaus eventuell benötigte medizinische Berufskleidung zur Verfügung stellen wird. Falls Komparsen benötigt werden, steht das medizinische Personal des Hauses bereit. Patienten werden nicht mitwirken. „Diese müssen wir schützen“, so Dr. Lieb.

Regie, Licht, Ton und Technik

Zusätzlich zu den fünf Schauspielern (siehe Zweittext) werden mehr als ein Dutzend Kameramänner, Licht- und Tontechniker, Maskenbildner und Regieassistenten zum Drehort kommen. „Ich rechne damit, dass wir zum Abschluss Material in einer Länge von 10 Stunden haben werden“, erzählt Tom Sielemann, daraus wird er dann den 20-minütigen Film schneiden.

Hauptrollen prominent besetzt

Spannend ist für Tom Sielemann zu erfahren, wie die Schauspieler, die bislang noch nicht gemeinsam vor der Kamera gestanden haben, seine Ideen und somit die Rollen umsetzen. „Die Chemie muss stimmen. Denn ein Geschwisterverhältnis wird von einer besonderen Emotionalität bestimmt.“

Seinen Wunschschauspielern hat er zunächst das Drehbuch zugeschickt und dann die Zusage erhalten. Bei der Besetzung der Mia-Rolle zeigten sich gleich drei junge Schauspielerinnen interessiert, so dass sich der Regisseur nach einem E-Casting für die Berlinerin Saskia Caroline Keilbach („Gute Zeiten, schlechte Zeiten“) entschied.

Die Rolle des Ben wird Tom Hoßbach (u.a. Iron Sky, „Soko Köln“) übernehmen. Die weiteren Schauspieler sind: Benjamin Grüter (Vater), Stefanie Renk (Mutter) und Christoph Nitz (Dr. Christoph Neumann). Die Titelmusik stammt von Daniel Wirtz (unter anderem Die fünfte Dimension).

Aktuell ist der 24-Jährige auf Sponsorensuche (zu erreichen per E-Mail Sielemann.tom @gmail.com). „Das können finanzielle Spenden, Sachleistungen, Unterkunft oder Catering sein. Sponsoren werden zur Premiere eingeladen und im Abspann genannt“, hofft er auf die Unterstützung heimischer Unternehmen. Sein Ziel ist es, den Film ab 2018 auf verschiedenen Festivals im In- und im Ausland zu zeigen.

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