Brauchtumspflege

Tradition des Osterfeuers wird auch in Hagen gepflegt

Auch die Heidefreunde in Boelerheide pflegen seit vielen Jahren die Tradition des Osterfeuers. Unser Bild zeigt Menschen, die gebannt in die Flammen schauen. 

Foto: Michael Kleinrensing

Auch die Heidefreunde in Boelerheide pflegen seit vielen Jahren die Tradition des Osterfeuers. Unser Bild zeigt Menschen, die gebannt in die Flammen schauen. 

Hagen.   Nach alter Tradition werden Osterfeuer auch 2018 wieder in Hagen am Karsamstag, 31. März, entzündet. Aber dabei sind Regeln und Auflagen zu beachten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nach alter Tradition werden Osterfeuer auch in diesem Jahr wieder in Hagen am Karsamstag, 31. März, entzündet. Aber dabei sind eine Reihe von Regeln und Auflagen zu beachten.

Und deren Einhaltung, so die Stadt Hagen, werde wie in den vergangenen Jahren auch diesmal stichprobenartig überprüft. Hier der Überblick:

Osterfeuer dienen der Brauchtumspflege

1. Wann ist ein Osterfeuer wirklich ein Osterfeuer? Und wann muss es angemeldet werden? So lautet die Definition der Stadt: Osterfeuer dienen der Brauchtumspflege.

Sie sind gekennzeichnet durch einen öffentlichen Charakter und sind damit auch für jede Person zugänglich. Finden diese in sogenannten „im Zusammenhang bebauten Bereichen“ statt, müssen sie wie in den vergangenen Jahren nicht im Vorfeld angezeigt werden.

Innerhalb von Schutzgebieten sind Osterfeuer jedoch nicht zulässig. Es wird empfohlen, die Anzahl der Osterfeuer zu begrenzen und nach Möglichkeit zusammenzulegen, um die Zusatzbelastung von Feinstaub so gering wie möglich zu halten.

Einhaltung der Vorschriften wichtig

2. Wer ist für ein Osterfeuer verantwortlich? Der Veranstalter ist ausschließlich für die ordnungsgemäße Organisation, Planung und Durchführung, inklusive Einhaltung aller Vorschriften, verantwortlich. Gegebenenfalls ist eine Einverständniserklärung zur Durchführung des Osterfeuers vom Grundstückseigentümer einzuholen.

3. Dürfen auch Speisen und Getränke verkauft werden? Sollten während der Veranstaltung alkoholische Getränke verkauft werden, bedarf es einer gaststättenrechtlichen Erlaubnis. Diese kann beim städtischen Ordnungsamt, Rathausstraße 11, Gebäudeteil B, 2. Etage, Tel. 02331/207-4855, gegen eine pauschale Gebühr von 25 Euro eingeholt werden.

Der Antrag ist schriftlich unter Angaben des Veranstalters und Ortes einzureichen.

Landschaftsplan beachten

4. Wo dürfen keine Osterfeuer stattfinden? In allen in jeglicher Form geschützten Landschafts-, Wasser- und Naturschutzgebieten ist das Abbrennen von Osterfeuern nicht erlaubt. Der dazugehörige Landschaftsplan mit den einzelnen Schutzgebieten kann auf der Internetseite der Stadt Hagen (www.hagen.de) unter „Stadtpläne“ oder bei der unteren Naturschutzbehörde Hagen, Rathausstraße 11, Gebäudeteil C, in der 9. Etage eingesehen werden.

Weiterhin dürfen ausgewiesene Naturdenkmäler, zumeist Bäume, nicht beeinträchtigt werden. Hierzu sollte ein Mindestabstand von 50 Metern eingehalten werden.

5. Was darf auf das Osterfeuer? Für das Osterfeuer sollten nur trockene Pflanzenreste und unbehandeltes Holz verwendet werden. Kunststoffe wie Plastiktüten und Autoreifen, aber auch andere Abfälle haben im Osterfeuer nichts verloren. Abfallrechtliche Verstöße werden mit beträchtlichen Bußgeldern geahndet.

Veranstalter sollten das Brennmaterial kurz vor dem Anzünden, vorzugsweise am selben Tag, noch einmal umschichten, damit das Osterfeuer nicht zur Flammenfalle für Tiere wird.

Sicherheitsabstand einhalten

6. Welche Sicherheitsmaßnahmen sind zu beachten? Aufgrund von Rauch und Hitze muss ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten und die Hauptwindrichtung beachtet werden. Hierbei darf auch der öffentliche Verkehr auf den Straßen nicht beeinträchtigt werden.

Empfohlen wird ein Abstand zu Gebäuden und Bäumen von mindestens 50 Metern und zu Straßen von mindestens 100 Metern. Die Osterfeuerstelle sollte mindestens von zwei erwachsenen Personen beaufsichtigen werden. Die Feuerwehr rät, an allen Osterfeuerstellen Löschmittel und/oder Geräte bereitzustellen, wie zum Beispiel Gartenschlauch, Wassereimer, Feuerlöscher, fahrbare landwirtschaftliche Wassertanks, Schaufeln, Spaten oder Feuerpatschen.

7. Darf ich in der Nähe des Waldes ein Osterfeuer entzünden? Für alle Waldflächen gilt nach Landesforstgesetz, dass für ein Osterfeuer ein Mindestabstand von 100 Metern zum Wald eingehalten werden muss.

In begründeten Ausnahmefällen können forstrechtliche Genehmigungen zur Unterschreitung dieses 100-Meter-Abstandes erteilt werden. Diese können gegen eine Gebühr von 42 Euro beim Regionalforstamt Ruhrgebiet, Brößweg 40, in 45897 Gelsenkirchen, oder per E-Mail an ruhrgebiet@wald-und-holz.nrw.de beantragt werden. Im Falle einer akuten Waldbrandwarnung können bereits erteilte Genehmigungen kurzfristig zurückgenommen werden.

>>>HINTERGRUND

  • Die meisten Osterfeuer in der Region werden am Karsamstag entzündet, mancherorts in Westfalen aber auch erst am Abend des Ostersonntags.
  • Im Sauerland werden sie oft erst am Ostermontagabend abgebrannt.
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik