Amprion-Pläne

Trassen-Ausbau durch Hohenlimburg: Gutachten bestärkt Gegner

Ausbau geplant: Zwei Strommäste von Netzbetreiber Amprion in Henkhausen

Ausbau geplant: Zwei Strommäste von Netzbetreiber Amprion in Henkhausen

Foto: Marcel Krombusch / Westfalenpost

Herdecke/Hohenlimburg.  Ein neues Gutachten bestärkt Gegner der geplanten 380-kv-Leitung durch Hohenlimburg. Spenden für die Analyse kamen auch aus Hohenlimburg.

Ein neues Gutachten sorgt für Aufwind bei den Kritikern der geplanten 380-kv-Leitung von Amprion: „Wir haben nun den wissenschaftlichen Beleg, dass wir auch wegen des von der Bundesregierung beschlossenen Kohleausstiegs die Stromleitung hier nicht brauchen und wir berechtigte Zweifel daran haben“, sagt Katja Strauss-Köster. Die Bürgermeisterin der Stadt Herdecke blickt auf 38 Seiten, die Professor Lorenz Jarass zusammen gestellt hat. Für das Gutachten des „anerkannten Wissenschaftlers“ hatten Bürgerinitiativen aus Herdecke erfolgreich um Spenden geworben. Von den benötigten 8500 Euro kamen allein 1000 Euro von „Hohenlimburg unter Höchstspannung“, ansässige Initiative gegen die Pläne von Netzbetreiber Amprion.

„Bei uns steht bald die Entscheidung zum Bau der Amprion-Trasse an, daher blicken wir sehr interessiert nach Herdecke.“, so Vertreter Klaus Kwiatkowski, der für die Vorstellung des Gutachtens nach Herdecke gekommen war. Hier hatte bekanntlich Katja Strauss-Köster im April ein Moratorium und einen Baustopp gefordert, da sich mit dem Kohlebeschluss der Bundesregierung Veränderungen zur Notwendigkeit der genehmigten Trasse ergeben hätten.

Zweifel an Sinnhaftigkeit

In der wissenschaftlichen Analyse geht es sowohl um Herdecker als auch um übergeordnete Belange beim Bau von Stromtrassen. „Die geplante Leitung macht laut Jarass sowohl hier als auch im gesamten Verlauf keinen Sinn“, so Wolfgang Heuer, Prozessgemeinschaft.

Zusammenfassend kommt Professor Jarass zu dem Schluss, dass die Genehmigung der Bezirksregierung, wonach die Amprion-Leitung „für die langfristige Sicherstellung der Stromversorgung im Versorgungsgebiet Großraum Dortmund Hagen erforderlich“ sei, für ihn „unplausibel und unbelegt ist“. Beim Blick auf den Kohleausstieg, wonach es 2035 in Nordrhein-Westfalen nur noch drei große Braunkohle- und vier große Steinkohlekraftwerke geben soll, schreibt der Wissenschaftlicher: „Die 380-kV-Leitung Kruckel-Dauersberg wurde von der Bundesnetzagentur im aktuellen Prüfungsbericht für keines der Szenarien … bezüglich Wirksamkeit und Erforderlichkeit geprüft.“

Wie geht es nun weiter? „Ich hoffe, dass durch dieses Gutachten frischer Wind in die Debatte kommt“, meint Bürgermeisterin Strauss-Köster. Die Herdecker wollen die Analyse an die Bundesnetzagentur schicken, damit diese die kritischen Anmerkungen bei Planungen berücksichtigt

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