Polizei

Trauernde blockieren in Hagen Straße und attackieren Mann

Die Polizei in Hagen – hier ein Symbolbild – beschäftigt die aggressive Trauergesellschaft.

Die Polizei in Hagen – hier ein Symbolbild – beschäftigt die aggressive Trauergesellschaft.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Eine Trauergesellschaft hat in Hagen eine Straße blockiert. Ein Pkw-Fahrer, der sich darüber beschwerte, wurde mit Faustschlägen verletzt.

Aus einer Trauergemeinde heraus ist nach Angaben der Polizei ein 35-jähriger Autofahrer am Dienstagnachmittag gegen 16.45 Uhr mit Faustschlägen und Tritten angegriffen und verletzt worden. Die Trauernden hatten sich vor dem Wohnhaus eines jungen Mannes, der Mitglied Spieler in einem kosovarisch-albanischer Fußballverein war und im alter von 29 Jahren überraschend verstorben war, versammelt. Offenbar wollten sie den Hinterbliebenen ihre Anteilnahme auszudrücken.

Dabei allerdings blockierten sie laut Polizei die komplette Boeler Straße so, dass Autos die Stelle nicht mehr passieren konnten. Der Geschädigte, so die Polizei, habe sein Fahrzeug abbremsen müssen, da mehrere Personen auf der Fahrbahn gestanden hätten.

35-Jähriger wird geschlagen und getreten

Der Autofahrer bat die Trauernden, die Fahrbahn freizumachen. Daraufhin erhielt er laut Polizei zunächst einen Faustschlag ins Gesicht. Der 35-Jährige verließ seinen Pkw und soll von mindestens drei Personen aus der Gruppe geschlagen und getreten worden sein. In der Zwischenzeit waren bei der Polizei mehrere Notrufe eingegangen. Die Polizei fuhr mit Streifenwagen zum Ort des Geschehen. Insgesamt zehn Beamten gelang es, die Situation vor Ort zu beruhigen. Das Opfer wurde mit Verletzungen im Gesicht in eine Klinik gebracht, konnte diese aber nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. An dem Fahrzeug entstand leichter Sachschaden.

Bei der Gruppe, so die Polizei, handele es sich um eine Trauergemeinschaft, die den Tod eines kurz zuvor verstorbenen jungen Mannes kosovarischer Herkunft beklagte. In der Spitze sollen sich etwa 80 Personen auf der Fahrbahn befunden haben.

Bislang einmaliger Vorfall in Hagen

„Einen solchen Vorfall hat es meines Wissens nach in Hagen noch nicht gegeben“, so Polizeisprecher Ralf Bode. „Auch mit Fällen, in denen wie in anderen Städten Hochzeitsgesellschaften ganze Straßen oder gar eine Autobahn blockieren, mussten wir uns hier noch nicht beschäftigen.“

Ermittelt wird jetzt wegen Körperverletzung. Ob es auch zu einem Verfahren wegen der Straßensperrung komme, sei noch offen, so Bode weiter.

Trauer auf Straße hat keinen kulturellen Hintergrund

Grid Strepi, der Vorsitzend des Sportvereins Iliria Hagen, hatten den Eltern des Verstorbenen ebenfalls sein Beileid ausgesprochen. „Von dem Vorfall selbst habe ich nichts mitbekommen. Ich habe nur gehört, dass ein Autofahrer gehupt haben soll. Zu dem Zeitpunkt war ich selbst aber in der Wohnung“, so Stepi und erklärt, dass es jedoch keineswegs Bestandteil der albanischen Kultur sei, sich vor dem Haus eines Verstorbenen zu versammeln.

„Es ist üblich, dass man der Familie kurz kondoliert, so wie ich es als Vertreter des Vereins gemacht habe.“ Offenbar, so Stepi, haben die Menschen vor der Tür, die er nicht näher kenne, auf den Vater gewartet, um ihm noch ihr Beileid auszudrücken.

Polizei sucht dringend nach Zeugen des Angriffs

Es liegt lediglich zu einem der Schläger eine Personenbeschreibung vor: Der Mann ist etwa 35 bis 45 Jahre alt und 1,65 Meter groß. Er hat eine kräftige Statur und hat eine Glatze. Die Polizei bittet Zeugen, die das Körperverletzungsgeschehen beobachtet haben, sich unter der 02331/986-2066 zu melden.

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