Trotz der Sanierung bleiben die Probleme

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Rummenohl. Täglich grüßt das Murmeltier – mehrfach. In diesem Fall ist es ein Bus der Hagener Straßenbahn, der auf den Bahnübergang rollt, für einen Moment stehenbleibt und erst aus der Heedfelder Straße auf die Bundesstraße 54 rechts abbiegt, wenn von beiden Seiten keine Autos mehr kommen. Dann fährt der Gelenkbus langsam vor, kreuzt die Gegenfahrbahn, streift den Gehweg und fährt in Richtung Hagen. Auf den Bus folgen zwei Sattelzüge mit auswärtigen Kennzeichen. „Was glauben Sie, was hier los ist, wenn sich der Verkehr auf der Sauerlandlinie staut und die Strecke hier als Umleitung genutzt wird“, sagt Rolf Kurch.

Kraterlandschaft auf der Straße

Die Szenen, die sich seit Jahrzehnten um einen der letzten Hagener Bahnübergänge abspielen, sind die immer gleichen. Autos, Busse und Lastwagen, die die Vorfahrt der Fahrzeuge auf der B54 achten müssen und bei geöffneter Schranke auf dem Bahnübergang stehen. Fußgänger, die unsicher neben all den Fahrzeugen ihren Weg über den Übergang suchen. Und nicht zuletzt Bahn-Kunden, die den Weg durch die verdreckte Unterführung scheuen und am Ende des Bahnsteigs (mitten im Übergang) auf die Fahrbahn herabklettern. Jetzt modernisiert die Bahn den Übergang und die Stadt die Bundesstraße, die innerorts an ein Kraterlandschaft auf dem Mond erinnert, gleich mit.

Zwei Jahre sollen die Maßnahmen dauern. Und weil das mit Einschränkungen für die Anwohner verbunden ist, hatte die Verwaltung zu einer Info-Veranstaltung geladen. Zu einer, die die Menschen im südlichsten Zipfel der Stadt auf die Palme gebracht hat. Wer auf einen großen Wurf gehofft hatte, der die Probleme rund um Übergang und Bahnsteig in einem Rutsch lösen würde, wurde enttäuscht. „Der Auftritt des Bahn-Mitarbeiters war ein Treppenwitz“, sagt Grünen-Politiker Rüdiger Ludwig, der in Rummenohl wohnt. „Da hat man den Eindruck, dass die die Planung vom Schreibtisch aus gemacht haben, ohne sich die Situation vor Ort einmal genau anzusehen.“

Dabei sind es vor allem drei Dinge, die die Rummenohler fordern:

Die Schleppkurve: Eine solche könnte das Abbiegen vereinfachen und würde verhindern, dass Lkw und Busse in den Gegenverkehr geraten. Im Weg ist allerdings Punkt Nummer zwei.

Die Unterführung: „Die braucht kein Mensch“, sagt Hans Hiermer, „die stinkt schlimmer als jedes Bahnhofsklo.“ Fällt die Unterführung weg, führt das zu Punkt drei.

Der Zugang zum Bahnsteig: „Alles wird heute behindertengerecht gebaut“, sagt Regina Kurch, „und das ist ja auch richtig. Den Bahnsteig kann man nicht erreichen, wenn man im Rollstuhl sitzt. Auch mit einem Rollator oder einem Kinderwagen kann man von Rummenohl aus kaum mit dem Zug fahren.“

Keine Kommunikation

Es hapert aber an der Kommunikation. Denn die Abteilung, die bei der Bahn für Übergänge (DB Netz) und Bahnhöfe (DB Station & Service) zuständig sind, sind nicht dieselbe. „Der Bahn-Mitarbeiter hat auf der Versammlung sogar eingeräumt, dass man nicht miteinander gesprochen habe“, sagt Rolf Kurch.

Die Bahn zumindest erklärte auf Anfrage, dass es keine Sanierungspläne für den Bahnhof gebe. Zur Umplanung des Übergangs äußerte sich das Unternehmen gestern noch nicht.

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