Kriminalität

Unbekannte sprengen Geldautomat in Hagen - Täter flüchtig

Gegen 2.50 Uhr wurde der Geldautomat der Sparda Bank in Vorhalle gesprengt.

Gegen 2.50 Uhr wurde der Geldautomat der Sparda Bank in Vorhalle gesprengt.

Foto: Michael Kleinrensing / Michael Kleinrensing / WP

Hagen  Unbekannte haben Freitag einen Geldautomaten in der Sparda-Bank-Filiale in Vorhalle gesprengt - Bankautomat war nicht zum ersten Mal das Ziel.

Zwei Räuber haben in der Nacht zum Freitag den Feldautomaten der Sparda-Bank in Vorhalle gesprengt und eine unbekannte Menge Bargeld erbeutet. Die Täter flüchteten mit einem Motorroller, der wahrscheinlich später in Gevelsberg brennend aufgefunden wurde.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Hagener Kripo schlugen die Täter gegen 2.40 Uhr zu. Wie sie die Explosion an dem Geldautomaten herbeiführten, ist noch nicht bekannt. Der Knall war so laut, dass er Anwohner aus dem Schlaf riss. Den Männern gelang es, an das Bargeld heranzukommen, anschließend brausten sie nach Zeugenaussagen mit einem mattschwarzen Motorroller ohne Kennzeichen über die Nöhstraße auf die Weststraße und anschließend in Richtung Autobahn davon. Die Polizei rückte sofort mit mehreren Streifenwagen aus, die angrenzenden Polizeidienststellen wurden für eine Ringfahndung informiert.

Beide Männer werden als etwa 1,75 m groß, schlaksig, schwarz gekleidet und maskiert beschrieben. Der Beifahrer, welcher aus der Bank zum Roller lief, trug eine Kopflampe. Die Filiale der Sparda-Bank wurde durch die Explosion stark beschädigt. Wenige Stunden nach der Tat konnte in Gevelsberg ein brennender Motorroller aufgefunden werden. Ob es sich um das Fluchtfahrzeug handelt, wird aktuell geprüft.

Die Kriminalpolizei sucht jetzt nach Zeugen. Wer hat die Unbekannten vor oder nach der Tat beobachten können oder kann andere Hinweise zum Sachverhalt geben? Hinweise: Tel. 986 2066.

Gehören die Täter möglicherweise zur Audi-Bande?

Noch ist vieles völlig unklar in diesem Fall. Darunter auch, ob die Täter möglicherweise zur sogenannten Audi-Bande gehören könnten, die am 15. Februar von einem SEK-Team auf frischer Tat dabei ertappt wurden, wie sie genau den Geldautomaten, der auch Freitagnacht in der Sparda-Bank in Vorhalle Sprengungsziel war, in die Luft jagen wollten.

Ermittler der Kölner Polizei hatten die Täter damals schon länger beschattet (Personenobservierung, Handyüberwachung und eine Innenraumüberwachung der Fluchtwagen) und konnten auf frischer Tat stellen. Zwei Niederländer mit marokkanischen Wurzeln wurden damals in Vorhalle verhaftet. Drei weitere Festnahmen erfolgten kurze Zeit später in einem Parkhaus in Duisburg. Auch sie waren Niederländer mit nordafrikanischen Wurzeln.

Sieben Personen mussten vor Gericht

Wenige Wochen zuvor hatte es Anfang 2017 schon eine spektakuläre Geldautomatensprengung gegeben – nach einer Serie von Taten im Ruhrgebiet war dies dies erste auf Hagener Stadtgebiet. In der Filiale der Deutschen Bank in Boele hatten mehrere Männer am 10. Dezember 2016 den Geldautomaten aus der Wand gesprengt und einen große Sachschaden angerichtet. Das erbeutete Geld flog allerdings bei der Flucht vor der Polizei aus dem Auto – einem Audi. Drei Täter konnten entkommen, nur einer wurde gefasst und später auch am Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und vier Monaten verurteilt.

Verantworten mussten sich vor dem Kölner Landgericht später sieben Angeklagte im Alter von damals 23 bis 43 Jahren wegen des „Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion“. Neben den Hagener Fällen wurden ihnen auch Automaten-Sprengungen in Köln und Essen sowie versuchte Taten in Wuppertal und Ratingen vorgeworfen. 558 560 Euro wurden insgesamt erbeutet.

Bande spähte Tatorte im Vorfeld aus

Nach Erkenntnissen der Ermittler war die Bande professionell organisiert. Für die Dauer der Einsätze, einschließlich Ausspähen des Tatortes, reiste die Bande aus den Niederlanden an und wohnte in Unterkünften, die über die Internetplattform „AirBnB“ angemietet wurden.

Das Landgericht verhängte später gegen den Haupttäter acht Jahre Gefängnis, sein Komplize erhielt drei Jahre Haft, ein Angeklagter wurde freigesprochen, die übrigen erhielten Bewährungsstrafen. Als erwiesen sahen die Richter einen eben den erfolglos gebliebenen Überfall auf den Automaten der Deutschen Bank in Hagen im Dezember 2016 an. Dort hatten die Täter die Geldkassette mit 250 000 Euro auf der Flucht fallen gelassen, da ein Streifenwagen nahte.

Ob Zusammenhänge zu den Taten vor über einem Jahr bestehen, ist zum aktuellen Zeitpunkt völlig unklar. Die Stadtredaktion recherchiert weitere Informationen und aktualisiert diesen Artikel, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

+++ Update: Auch in Schwerte wurde ein Geldautomat gesprengt

Auch in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hagen, in Westhofen, ist es in der Nacht zum vergangenen Dienstag, gegen 2.30 Uhr, zu einer Automatensprengung gekommen. Und zwar im Sparkassen-Gebäude in der Westhofener Amtsstraße. Kurz danach hätten die Zeugen zwei dunkelgekleidete Männer mit schwarzen Sturmmasken zunächst weglaufen und dann mit einem roten Roller flüchten sehen, so Thomas Röwekamp, Sprecher der Polizei im Kreis Unna am Montagmorgen.

In der Halle der Sparkasse, in dem sich im Erdgeschoss nur noch ein Selbstbedienungscenter mit Automaten befindet, brannte beim Eintreffen von Polizei und Feuerwehr ein kleines Feuer, das schnell gelöscht werden konnte. Offenbar hatte der Automat beim Versuch, ihn zu sprengen, Feuer gefangen.Die Ähnlichkeit zum Fall in Vorhalle ist enorm.

Bei den geflüchteten Personen handelte es sich um zwei Männer mit einem roten Roller. Sie werden als etwa 1,80 bis 1,90m groß beschrieben. Nach Aussagen der Zeugen unterhielten sich die beiden in einer osteuropäischen Sprache. Die Ermittlungen dauern an. Wer hat etwas noch etwas Verdächtiges bemerkt? Hinweise bitte an die Polizei in Schwerte unter Tel. (02304) 921 3320 oder 921 0.

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