Prozess

Unternehmer aus Hagen erlebt Horror-Szenario bei Raubüberfall

Norbert Gaus wurde in seinem Haus brutal überfallen. Vor Gericht sagt er jetzt als Zeuge aus.

Norbert Gaus wurde in seinem Haus brutal überfallen. Vor Gericht sagt er jetzt als Zeuge aus.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen-Emst.   Der Hagener Unternehmer Norbert Gaus ist in seinem Haus auf Emst von drei bewaffneten und maskierten Männern brutal überfallen worden. Sie haben wahllos auf ihn eingeschlagen, forderten Geld. Jetzt muss sich ein Trio aus dem Balkan wegen besonders schweren Raubes vor dem Hagener Landgericht verantworten.

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Es ist der Horror eines jeden Hausbesitzers: Plötzlich wird die Terrassentür aufgestoßen. Zwei zu allem bereite Männer mit osteuropäischem Akzent, getarnt mit schwarzen Strumpfmasken, bewaffnet mit gezücktem Trommelrevolver, stürmen ins Wohnzimmer. Sie schlagen wahllos drauf, fordern Geld.

Landschaftsgartenbau-Unternehmer Norbert Gaus (61) aus dem Wacholderkamp hat dieses Horror-Szenario erlebt.

Ein Balkan-Trio steht wegen besonders schweren Raubes vor der 6. großen Strafkammer des Landgerichts Hagen – angeklagt für den brutalen Überfall am 15. März auf Emst: Der Kosovare Sadat M. (30) aus Helfe, der Bosnier Amar B. (22) aus Ratingen und Besnik Z. (26), ebenfalls aus dem Kosovo und gemeldet in Remscheid. Die Staatsanwaltschaft hat Erkenntnisse, dass sie Mitglieder einer professionellen Bande sind.

Norbert Gaus legt im Zeugenstand richtig los

Norbert Gaus, der sein Herz auf der Zunge trägt, legt im Zeugenstand gleich richtig los: „Man liest jeden Tag in der Zeitung von solch’ brutalen Osteuropäern. Und Frau Merkel lässt noch jeden hier rein.“ In diesem Augenblick fällt ihm Richterin Elke Fiebig-Bauer ins Wort: „Darum geht es hier nicht.“

Seit 20 Jahren ist Norbert Gaus selbstständig. Er beschäftigt Arbeiter aus allen Nationen, gerne sogar aus dem Kosovo: „Das sind gute Leute und die haben bei mir richtig gutes Geld verdient.“ Doch immer wieder wird kolpiert, der Unternehmer sei steinreich, er bunkere Kisten voll Euro in seinem Haus: „So ein Quatsch“, regt sich Gaus voll auf, „ich und eine Million im Keller? Großer Aberglaube.“

Gerüchte von einer Million im Keller der Grund für Überfall

Solche Gerüchte waren auch der Grund für den Überfall, der jetzt angeklagt ist: „Du Schwein, wir gehen jetzt in den Keller und holen dein Geld.“ Gaus: „Der Große hat mir auf den Kopf gehauen, das klatschte richtig.“ Der Kleine hielt ihm einen schwarzen Trommelrevolver vor. „Das war genauso wie damals bei meinem Freund Wolfgang Schepp. Genauso.“

Doch Gaus wehrte sich nach Leibeskräften, er löste die Alarmanlage aus und es gelang ihm zu fliehen. Den Räubern fielen 800 Euro in die Finger. Der Unternehmer hat nach dem Überfall sein Grundstück weiter aufgerüstet: Mit Nato-Draht und Bewegungsmeldern. Am Freitag geht der Prozess weiter.

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