Feuerwehr

Unterstützungskräfte für die Freiwillige Feuerwehr

Wären vollauf zufrieden, wenn sie in den kommenden Monaten 50 Unterstützungskräfte gewinnen könnten (von links): Brandinspektor Alfons Baumann, Brandamtsrat Volker Hammerschmidt und Oberbrandrat Ralf Blumenthal. 

Wären vollauf zufrieden, wenn sie in den kommenden Monaten 50 Unterstützungskräfte gewinnen könnten (von links): Brandinspektor Alfons Baumann, Brandamtsrat Volker Hammerschmidt und Oberbrandrat Ralf Blumenthal. 

Foto: Yvonne Hinz

Hagen.   Die Freiwillige Feuerwehr Hagen sucht Unterstützungskräfte, die sich in der zweiten Reihe ehrenamtlich einbringen.

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Die Feuerwehr will mit dem Irrglauben, ein Feuerwehrmann wäre stets gleichzusetzen mit einem rußverschmierten Kämpfer, aufräumen. Und sich öffnen für neue Mitglieder.

„In Hagen gibt es 500 freiwillige Feuerwehrleute, die bei Einsätzen aktiv dabei sind“, sagt Oberbrandrat Ralf Blumenthal, „und diese 500 Aktiven möchten wir entlasten, damit sie sich mehr um ihre ursprünglichen Arbeiten kümmern können“.

Heißt im Umkehrschluss: „Beiwerk“ wie Schriftkram, Öffentlichkeitsarbeit, das Vorbereiten der Fahrzeuge oder die Betreuung der Jugendfeuerwehr soll künftig (auch) von Bürgern erledigt werden, ohne dass diese an Einsätzen selbst teilzunehmen. Unterstützungskräfte lautet das Schlüsselwort.

Unterstützungsabteilung eingerichtet

Zum Hintergrund: Seit kurzem gibt es eine Dienstanweisung zur Mitgliedschaft in besagter Unterstützungsabteilung. Personen, die bei der Freiwilligen Feuerwehr „in der zweiten Reihe“ mitmachen wollen, sind ab sofort herzlich und offiziell willkommen.

Wer also zum Beispiel kein Blut sehen kann und daher als Einsatzkraft vor Ort ungeeignet ist, kann sich im Bereich Brandschutzerziehung und -aufklärung engagieren oder sich um Mitgliederwerbung kümmern.

Auch für behinderte Menschen, zum Beispiel für Rollstuhlfahrer, gäbe es durchaus sinnvolle Aufgaben, die diese übernehmen könnten, „in der Verwaltung oder im Bereich Dokumentation“, erläutert Blumenthal.

Hilfe in der Auskunftsstelle

Alfons Baumann war jahrzehntelang als Freiwilliger Feuerwehrmann in der Löschgruppe Boele-Kabel tätig. Dann machte ihm das Alter einen Strich durch die Rechnung – er musste in die Ehrenabteilung wechseln. Nun – mit 67 – macht der Brandinspektor in der Unterstützungsabteilung mit. „In der Auskunftsstelle. Dort werden Daten gesammelt. Wenn sich Eltern zum Beispiel sorgen, dass ihr Kind in einen Unfall verwickelt ist oder wenn jemand einen Bekannten bei einer Großveranstaltung, bei der eine Krisensituation entstanden ist, vermutet, versuchen wir, Informationen zu liefern.“

Potenzial nicht verschenken

Alfons Baumann, gelernter Betriebstechniker, fühlt sich gesundheitlich fit und ist froh, sich ehrenamtlich engagieren zu können, „früher wurde Potenzial verschenkt“.

Wie man Unterstützungskraft wird? Man stellt einen schriftlichen Antrag, dann absolviert man – je nach Interessenlage – einen halbjährigen Schnupperkurs. Die Unterstützungskräfte erhalten eine Grundausrüstung und Bekleidung wie Dienstjacke und -hose – natürlich in dunkelblau, um auch optisch deutlich zu machen, dass sie zur Freiwilligen Feuerwehr gehören.

Unterstützungskräfte verschaffen den Freiwilligen Feuerwehrleuten, die Einsätze schieben, mehr Zeit, sich um ihre wichtigsten Aufgaben – Brände zu löschen und Leben zu retten – zu kümmern. Außerdem können Unterstützungskräfte, die Schulungen in bestimmten Bereichen anbieten, auch einen finanziellen Nutzen bringen: Die Feuerwehr braucht in diesem Fall keine externen Coaches zu bezahlen.

Vorteil für beide Seiten

„Pensionierte Lehrer aus Berufsschulen oder Chemielehrer könnten wir gut bei uns gebrauchen“, unterstreicht Brandamtsrat Volker Hammerschmidt. Wobei er keinerlei Einschränkungen machen will: „Männer und Frauen, Junge und Alte – wir haben so viele Felder abzudecken, dass jeder etwas finden kann. Außerdem schulen wir die Unterstützungskräfte zum Beispiel in Erste Hilfe und in Unfallverhütungsvorschriften. Beide Seiten haben also einen Vorteil.“

>>>HINTERGRUND

  • In Hagen gibt es 260 Berufsfeuerwehrleute, 80 Jugendfeuerwehrkräfte (10 bis 17 Jahre), und die Ehrenabteilung besteht aus 180 Personen.
  • Von den 500 freiwilligen Feuerwehrleuten sind lediglich 44 weiblich, von ihnen ist ein Großteil in der Notfallseelsorge tätig.
  • Es gibt kaum Migranten bei der Feuerwehr. In den meisten Herkunftsländern gibt es keine vergleichbaren Hilfssysteme.

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