Prozess

Vergewaltigung an Kirche: Bewährung auch für zweiten Täter

Am Landgericht Hagen – hier ein Symbolbild – ist das Urteil in dem Vergewaltigungsprozess gefallen.

Am Landgericht Hagen – hier ein Symbolbild – ist das Urteil in dem Vergewaltigungsprozess gefallen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Eine junge Frau ist auf einer Kirchentreppe in Hagen vergewaltigt worden. Am Montag bekam auch der zweite Täter eine Bewährungsstrafe.

Das Urteil gegen den zweiten Angeklagten (heute 19 Jahre) im Prozess um die Vergewaltigung auf der Treppe einer Kirche in Hagen ist gefallen. Das Landgericht verhängte am Montagvormittag eine Jugendstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Bereits Ende April war ein jugendlicher Mittäter zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Urteil hatte für erhebliche Diskussionen gesorgt.

Opfer bleibt Aussage durch Geständnis erspart

Auf den Treppenstufen einer Kirche in Hagen war eine junge Frau (19) am 28. Mai 2017 von zwei Männern vergewaltigt worden. Das haben beide Angeklagte gestanden und somit dem Opfer eine Aussage erspart.

Hinter verschlossenen Türen verhandelte die 2. große Jugendstrafkammer des Landgerichts seit Anfang April das angeklagte Sexualverbrechen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wie das bei Jugendlichen gesetzlich so vorgeschrieben ist.

Zunächst gemeinsam Alkohol getrunken

Zum Sachverhalt wurde bisher bekannt, dass die beiden Angeklagten, wie auch das Opfer, in derselben Jugendhilfeeinrichtung wohnen. Den Tatabend verbrachten alle drei gemeinsam in der Innenstadt, wo sie nach 22 Uhr in einem Park in der Nähe des Fichte-Gymnasiums (Bergstraße) noch reichlich Alkohol tranken. Später sei es dann auf den Treppenstufen eines Gotteshauses zu der gemeinschaftlichen Vergewaltigung gekommen.

Der heute Verurteilte war vor der ursprünglich angesetzten Urteilsverkündung geflohen und konnte vorigen Donnerstag am Hauptbahnhof festgenommen werden. Bis heute befand er sich in Haft, wurde aber nach der Urteilsverkündung auf freien Fuß gesetzt.

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