Prozessauftakt

Verurteilter Mörder wegen Tod einer Frau erneut vor Gericht

Vor dem Schwurgericht in Hagen ist ein Aufsehen erregender Prozess gestartet: Es geht um einen 50-Jährigen bereits verurteilten Mörder, der erneut getötet haben soll. Sein Opfer soll eine 72 Jahre alte Frau aus Schwerte sein.

Vor dem Schwurgericht in Hagen ist ein Aufsehen erregender Prozess gestartet: Es geht um einen 50-Jährigen bereits verurteilten Mörder, der erneut getötet haben soll. Sein Opfer soll eine 72 Jahre alte Frau aus Schwerte sein.

Foto: Marius Becker / dpa

Hagen/Schwerte.  Ein verurteilter Mörder (50) aus Schwerte steht in Hagen erneut vor Gericht. Seine Festnahme im Januar übertrug er via Facebook live im Internet.

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Drei Monate nach seiner Haftentlassung soll ein verurteilter Mörder im Januar in Schwerte erneut eine Frau getötet haben. Die 72-jährige Seniorin wurde in ihrem Haus erwürgt. Zuvor soll der Täter sie geschlagen und ihr mit einem Messer in den Hals und den Oberkörper gestochen haben.

Am Donnerstag hat vor dem Hagener Schwurgericht der Prozess gegen den Verdächtigen begonnen. „Ich werde gar nichts sagen“, antwortete der 50-Jährige auf die Frage, ob er sich zu den Vorwürfen äußern wolle.

Ein Spezial-Einsatzkommando der Polizei hatte bei seiner Festnahme damals seine Wohnung in Schwerte gestürmt, während sich der 50-Jährige auf seinem Sofa sitzend selbst filmte und die Bilder live bei Facebook veröffentlichte. Auch die Festnahme wurde so direkt übertragen.

Angeklagter soll viermal mit Messer zugestochen haben

Der Angeklagte hatte bis zu seiner Haftentlassung im Oktober 2018 im Gefängnis in Schwerte gesessen. Dort soll er als Gartenhelfer gearbeitet haben - auch bei Freigängen. Ob er die 72-Jährige auf diese Weise kennengelernt hat, ist noch ungeklärt. Ein Nachbar sagte als Zeuge aus, ihm sei jedenfalls nicht aufgefallen, dass der 50-Jährige der Frau einmal im Garten geholfen habe.

Die Tat rekonstruiert die Staatsanwaltschaft so: Am Abend des 8. Januar hält sich der Angeklagte im Haus der Seniorin auf und versetzt ihr im Streit mindestens einen heftigen Schlag auf das Auge. Um diese Körperverletzung zu verdecken und die 72-Jährige als Zeugin auszuschalten, sticht er anschließend viermal mit einem Messer zu. Danach erwürgt er die Frau.

Laut Anklage soll der 50-Jährige dann eine Taschenuhr und eine Geldbörse gestohlen haben, ehe er angeblich versuchte, das Einfamilienhaus anzuzünden.

50-Jähriger soll Leiche in Brand gesetzt haben

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass er ein eingeschaltetes Bügeleisen auf das Bett stellte und anschließend auch den Sessel und die Leiche selbst in Brand setzte. Ein technischer Defekt soll jedoch verhindert haben, dass das Bügeleisen die Bettwäsche entzündete. Das Feuer an der Leiche soll durch Sauerstoffmangel erloschen sein.

Die Leiche der 72-Jährigen wurde am nächsten Morgen entdeckt, nachdem Nachbarn auf einen grellen Warnton aufmerksam geworden waren. Offenbar hatte ein Rauchmelder Alarm geschlagen. Die sofort herbeigerufene Feuerwehr verschaffte sich schließlich Zutritt zu dem Haus und fand die schrecklich zugerichtete und verkohlte Tote. Der Angeklagte wurde wenige Tage später nach der Auswertung von DNA-Spuren festgenommen.

Bereits 1990 in Aachen eine Frau getötet

Der heute 50-Jährige hatte 1990 in Aachen eine Frau getötet, nachdem diese den Geschlechtsverkehr mit ihm verweigert hatte. Kurz nach dieser Tat hatte der Mann eine weitere Frau vergewaltigt und ausgeraubt. 1991 wurde er wegen dieser Taten zu lebenslanger Haft verurteilt. Erst im Herbst 2018 kam ein psychiatrischer Gutachter zu dem Schluss, dass von dem Mann nun keine Gefahr mehr ausgehen würde. Daraufhin erfolgte die Haftentlassung. (dpa)

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