Verkehr

Viel befahrene Marktbrücke soll 2019 abgerissen werden

Die Marktbrücke soll abgerissen werden.                                                                                           Foto/Archiv: Marco Siekmann

Die Marktbrücke soll abgerissen werden. Foto/Archiv: Marco Siekmann

Hagen.  Die viel befahrene Marktbrücke in Hagen soll abgerissen und neu gebaut werden, um mehr Platz zu bieten. Zudem wird ein Kreisverkehr gebaut.

Das wird Hagens Verkehr wohl vor eine große Herausforderung stellen: Die Marktbrücke (Märkischer Ring) über die Volme wird voraussichtlich schon im kommenden Jahr komplett abgerissen und neu gebaut. Das bedeutet, dass für eineinhalb bis zwei Jahre die viel befahrene Brücke nicht passierbar sein wird. Der Märkische Ring von der Potthoffstraße bis zum Bergischen Ring wird quasi zur verkehrsberuhigten Zone.

Großräumige Umleitungen sollen die Verkehrsteilnehmer auf die Alternativ-Routen bringen. Voraussetzung dafür ist, dass die Bahnhofshinterfahrung fertig ist. Dies ist weiterhin für das kommende Jahr 2019 fest geplant. Und in der Nähe der Stadthalle muss ein neuer Kreisverkehr gebaut werden.

Schon 2007 erster Anlauf

„Für die Marktbrücke hatten wir schon im Jahr 2007 einen Antrag auf Zuschuss an das Land gestellt“, sagt der städtische Verkehrsplaner Jörg Winkler im Gespräch mit der WESTFALENPOST. Damals hatte man den Antrag zurückgezogen, um Fördermittel für die Bahnhofshinterfahrung zu bekommen.


Jetzt gibt es eine neue Chance und die will die Stadt nutzen. „Hier geht es nicht um die Spannungskorrosionsschäden wie bei vielen anderen Brücken in Hagen“, sagt Jörg Winkler. „Die Marktbrücke ist wirklich am Ende. Sie hat ihre Lebensdauer überschritten.“

Zwei Spuren in jede Richtung

Jetzt soll sie abgerissen, neu gebaut werden und damit mehr Platz bieten. Die Planungen laufen auf Hochtouren, so dass noch in diesem Jahr die Ausschreibung der Arbeiten stattfinden könnte. Am Ende soll es auf der Marktbrücke in beide Richtungen künftig jeweils zwei Spuren geben. Also auch in Richtung Wehringhausen/Haspe, um den schon jetzt oft sichtbaren Rückstau auf dem Märkischen Ring zu verhindern. Eine Abbiegespur in Richtung Volmetal wird es ebenfalls geben. Fünf Fahrspuren à 3,25 Metern werde die neue Brücke haben, so Jörg Winkler.

Derzeit besteht die Brücke aus einem Teil, das auch komplett am Stück abgerissen werden muss. Beim Neubau wird nun geprüft, ob die Brücke auch aus zwei Teilen bestehen könnte. Der positive Nebeneffekte wäre: Der Verkehr könnte schon früher jeweils einspurig über den ersten neuen Brückenteil geführt werden, die Zeit der Vollsperrung würde so verkürzt. Ob das umsetzbar ist, ist aber noch unklar. Vor allen Dingen würde es wohl die gesamte Bauzeit verlängern und damit auch verteuern.

Umleitungen nötig

Im Vorfeld muss auch ein Kreisverkehr an dem Abzweig Volmestraße/Eilper Straße/Volmetalstraße gebaut werden. „So wollen wir erreichen, dass das Linksabbiegen Richtung Eilper Straße von der Volmetalstraße aus erleichtert wird.“ Der Verkehr in Richtung Haspe/Wehringhausen würde von hier über die Eilper Straße, die Frankfurter Straße und die Hochstraße wieder auf den Bergischen Ring geführt. Experten waren erst skeptisch, ob auf dem engen Raum tatsächlich ein Kreisverkehr möglich ist.

Die Planung hat aber nun gezeigt: Es geht ganz offensichtlich. Mit dem Bau wird wohl noch in diesem Jahr begonnen werden, so jedenfalls das erklärte Ziel.

Wichtige Verkehrsader

Eine weitere wichtige Voraussetzung: Die Bahnhofshinterfahrung muss zuerst fertig und befahrbar sein, bevor die Marktbrücke als wichtige Verkehrsader abgerissen wird.


Der Verkehr aus dem Bereich Emst und Remberg, der in Richtung Wehringhausen fahren will, soll von dort aus über den Märkischen Ring bis zum neuen Anschluss an die Bahnhofshinterfahrung an der Eckeseyer Straße geleitet werden.

>>Hintergrund: Belastung für Finanzamtsschlucht

  • Mit der Umleitung zur Bahnhofshinterfahrung wird voraussichtlich noch mehr Verkehr am Finanzamt über den Märkischen Ring geführt, was die Schadstoffwerte in diesem neuralgischen Bereich noch erhöhen dürfte.
  • Eine Alternative sieht Jörg Winkler aber nicht:„Die Finanzamtsschlucht ist nun mal der Verkehrs-Hot-Spot in Hagen.“
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